Hochwasserschutzkonzept für die
Verbandsgemeinde Saarburg

Die Verbandsgemeinde Saarburg forciert die Starkregen- und Hochwasservorsorge in allen Ortsgemeinden und der Stadt Saarburg und entwickelt ein örtliches Hochwasserschutzkonzept.

Die zurückliegenden Wochen und Monate haben es geradezu exemplarisch gezeigt: Anhaltender Starkregen und damit in der Folge vielerorts überflutete Straßen und vollgelaufene Keller in Dörfern und Städten sowie über die Ufer tretende Bäche und Flüsse durch Hochwasser gehören zu „den Launen der Natur“, die auch vor den  Haustüren in unserer Region nicht Halt machen. Dabei richten Starkregen wie Hochwasser zum Teil immense Schäden an.

Betroffenheit von Starkregen und Hochwasser

Losgelöst von diesen aktuellen Unwetter-Ereignissen hat sich die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg bereits vor einiger Zeit entschieden, ein Hochwasserschutzkonzept für das gesamte Gebiet der VG zu entwickeln. Hintergrund ist eine vom Land Rheinland-Pfalz 2016 gestartete Initiative, die die Gemeinden sowohl inhaltlich als auch finanziell bei diesem Thema unterstützt. Die Kosten dieses Entwicklungsprozesses bezuschusst das Land zu 90 Prozent. Die verbleibenden zehn Prozent der Kosten übernimmt die Verbandsgemeinde.

Fachlich begleitet durch das Planungsbüro Hömme GbR aus Pölich (VG Schweich) und durch Fachleute zuständiger Behörden werden alle Gemeinden sowie die Bürgerinnen und Bürger beim Erstellen des Konzeptes eingebunden. Die aktive Bürgerbeteiligung – unter anderem durch Workshops – ist ein wichtiger Baustein des Konzeptes.

In der Auftaktveranstaltung am 22. Februar um 19 Uhr im Saal Schlossberg (Sitzungssaal) der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg und in späteren Workshops werden die unterschiedlichen Erfahrungen und das Know how der Bürgerinnen und Bürger und der Fachleute zusammengetragen. Darüber hinaus geht es auch um das Vermitteln wichtiger Fakten rund um das Thema Starkregen- und Hochwasserschutz. Denn während der vorbereitende Hochwasserschutz eine gemeinsame Aufgabe von Kommune und Bürgern ist, ist der Schutz des privaten Eigentums in erster Linie Aufgabe des privaten Grundstücksbesitzers.

Ziel des Hochwasserschutzkonzeptes ist, anhand von Daten, Analysen und zusammengetragenen Erfahrungen den jeweiligen Handlungsbedarf in den  Gemeinden aufzuzeigen, personelle und zeitliche Verantwortlichkeiten zu benennen und ein vielschichtiges Maßnahmen-Paket zur Verfügung zu stellen.

Ortsgemeinden

Jede der 15 Ortsgemeinden der VG Saarburg plus die Stadt Saarburg wird gesondert betrachtet. Mit einem Klick auf die einzelnen Orte werden Sie auf die jeweilige Webseite der Gemeinde weitergeleitet.

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Workshops

Das Hochwasserschutzkonzept ist umso effizienter, je mehr Erfahrungen und Know-how einfließen. Deshalb hofft die Verbandsgemeinde Saarburg auf breite Bürgerbeteiligung und reges Interesse. In Kürze erfahren Sie hier die Termine der einzelnen Workshops in der Verbandsgemeinde Saarburg.

Workshop Ayl, Irsch, Ockfen

16.04.2018

Zur Beteiligung am Workshop waren alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Ayl, Irsch und Ockfen eingeladen. Im Bürgerhaus in Irsch versammelte sich eine kleine Gruppe von Anwohnern und Betroffenen aus den drei orten sowie die Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger (Ayl), Jürgen Haag (Irsch/Saar) und Gerd Benzmüller (Ockfen), um gemeinsam mit dem Planungsbüro Hömme die örtlichen Problemstellen aufzunehmen und mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Hochwasser- und Sturzflutgefährdung zu erarbeiten. 

Jürgen Haag als Gastgeber und Siegfried Büdinger in seiner Funktion als Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Saarburg begrüßten die Teilnehmer, anschließend wurde das Projekt und das Vorgehen der Bürgerbeteiligung durch das Planungsbüro Hömme GbR aus Pölich vorgestellt. In nach Ortsgemeinden aufgeteilten Kleingruppen wurden die örtlichen Problemstellen auf ausgedruckten Plänen der Ortslagen markiert, Abflusslinien nach Starkregenereignissen dem Verlauf nach eingezeichnet und Potenzialbereiche für Verbesserungen der örtlichen Situationen vermerkt. In Irsch soll im weiteren Prozess der Bearbeitung insbesondere die Abflusssituation nach Starkregen am Einlass zur Verrohrung des Büsterbaches untersucht werden sowie die Sturzflutgefährdung im Bereich der Neubaugebiete. Die geplante Renaturierung des Irscher Baches wird auch vor dem Hintergrund einer Verbesserung der Überflutungsvorsorge geplant. Eine ähnliche Situation im Neubaugebiet besteht auch in Ayl, wo die angelegte Außengebietsentwässerung bei Starkregen in der Ortslage zu Problemen führen kann. In der Ortsgemeinde Ockfen besteht hauptsächlich die Problematik oberflächlichen Wasserabflusses nach Starkregen aus den Weinbergsparzellen und über die Wirtschaftswege. 

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Taben-Rodt

16.05.2018

Ortsbürgermeister Hans Joachim Wallrich und Alexander Irsch, als Vertreter der örtlichen Feuerwehr, konnten dem Planungsbüro vorbereitend für den Workshop, der am 07. Juni 2018 in Freudenburg stattfindet, prägnante Stellen in Taben-Rodt zeigen. Kritisch ist vor allem der Bereich in der Nähe des Hotel-Restaurants Rodter Eck. Dort fließt der Breinsbach verrohrt unter der Hauptstraße und selbst bei Normalwasser staut sich das Wasser im Einlassbereich. Optimierungspotenzial besteht hier im Mündungsbereich des Moorbaches, im Hinblick auf die Gewässerumfeldnutzung und den Treibgutrückhalt.  Der Moorbach weist zudem Defizite durch ein schmales Bachbett und verrohrt Überfahrten auf. Weiterhin wurden das Regenrückhaltebecken und das Grabensystem im Bereich des Neubaugebietes angeschaut.

Ortsbegehung Kastel-Staadt

30.04.2018

Ortsbürgermeister Hubert Schommer und Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Kastel-Staadt zeigten dem Planungsbüro die wenigen markanten Punkte in den Ortsteilen Kastel und Staadt. Aufgrund der topografischen und siedlungsstrukturellen Lage des Ortes auf einem Felssporn und der in den Taleinschnitten zur Saar hin entwässernden Bäche, sind die Starkregen- und Hochwassergefährdung in Kastel-Staadt, verglichen mit den Nachbargemeinden, eher gering. Im Taltiefpunkt der Ortsdurchgangsstraße wird bei Starkregen das Wasser im Kreuzungsbereich gesammelt und führt bei insbesondere durch Laub zugesetzten Einlaufschächten zu Überschwemmungen der benachbarten Keller. Ein Rückhaltebecken unterhalb des Neubaugebietes, entlang der K 127, brach 2016 und führte zu einer Sturzflut in das Pinschbachtal. Mittlerweile wurde das Becken wieder instand gesetzt und führte seitdem nicht mehr zu Problemen. Im Ortsteil Staadt mündet der zwischenzeitlich verrohrte Neufelser Bach in die Saar. Größere Einsatzfälle gab es hier noch nicht, lediglich die Saar überschwemmte bei Hochwasserführung in den letzten Jahren die Bundesstraße 51. Im Tal des Neufelser Baches bestehen zudem Potenzialflächen zur Treibgutrückhaltung, die bei auftretenden Problemen mit transportiertem Material vor der Verrohrung aktiviert werden könnten.

Ortsbegehung Kirf

09.04.2018

In den Ortsteilen Kirf und Meurich der Ortsgemeinde Kirf besteht hauptsächlich Überschwemmungsgefahr durch Sturzfluten nach Starkregenereignissen sowie durch stark abfließendes Wasser aus der Straßenentwässerung am oberen Rand des Neubaugebietes in Kirf. Die Gewässer Kirfer Bach und der Weyerbach in Meurich sind innerorts verrohrt und entwässern ab unterhalb der Ortslage schadfrei für Bebauung und Bevölkerung in die Leuk. Durch die hangseitige Bebauung und die markanten Taleinschnitte besteht jedoch in einzelnen Bereichen der Ortsteile verstärkt die Gefahr von Sturzfluten bei Starkregenereignissen. Diese gilt es im Rahmen der Maßnahmenentwicklung zu untersuchen und entsprechend zu minimieren. Ortsbürgermeister Josef Krug sowie ein weiteres Ratsmitglied zeigten dem Planungsbüro Stellen, in denen bereits in der Vergangenheit Probleme nach Starkregen verursacht wurden und wie das Wasser innerhalb des Orts geführt in die Bäche eingeleitet wird. Der Ortsteil Beuren/ Saargau liegt im Quellbereich des Dilmarbaches, der bereits einer Renaturierung unterzogen wurde und an der bebauten Ortslage südlich entlang fließt und in die Mosel entwässert. Durch die Plateaulage sind die Gefahrenbereiche hier geringer als in den beiden anderen Ortsteilen.

Ortsbegehung Irsch/Saar

06.04.2018

Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Jürgen Haag machte das Planungsbüro einen umfassenden Rundgang durch die Ortsgemeinde Irsch/Saar, um einen Überblick zu erhalten über die Entwässerungssituation vor Ort und die potenziell hochwassergefährdeten Bereiche sowie die Steillagen im Außengebiet, die bei Starkregenereignissen zu Sturzfluten führen können und dabei unter Umständen die bebaute Ortslage gefährden könnten. Die Gemeinde wird von drei wesentlichen Gewässerläufen durchzogen: von Irscher Bach, Büsterbach und Freielsbach. Die Bachläufe sind innerhalb des Ortes teilweise verrohrt, weswegen insbesondere die Einlasssituationen vor den Verrohrungen sowie die Wasserführung innerhalb der Kanäle wichtige Punkte der Betrachtung sind. Ortsbürgermeister Haag zeigte außerdem die einzelnen Rückhaltebecken im Bereich der Neubaugebiete sowie ein altes Auffangbecken unterhalb der ehemaligen Saarburger Militärareale, welches eine potenzielle Maßnahme für eine Reaktivierung im Sinne einer  Optimierung der Rückhaltefunktion darstellt. Die geplante Renaturierung des Irscher Baches sowie eine mögliche Offenlegung innerhalb des Ortes werden bei der Konzeption von Hochwasserschutzmaßnahmen mit einbezogen. Über das Renaturierungsvorhaben und die dabei angedachten Möglichkeiten sollen die betroffenen Anlieger zeitnah informiert werden.

Ortsbegehung Ockfen

12.03.2018

Auch in Ockfen ist das Thema Außengebietsentwässerung durch die Lage unterhalb der Weinbergsparzellen ein sehr zentrales. Zudem sind Gewässer bzw. Zuläufe aus dem Außengebiet in der Ortslage verrohrt und führen bei zugesetzten Einlassbauwerken zu oberflächigem Wasserabfluss in Richtung der Bebauung. Weitere Punkte der Betrachtung waren der Rückstaubereich des Ockfener Bachs im Mündungsbereich der Saar, der verlegte und verrohrte Domänenbach sowie die potenziellen Entstehungsgebiete von Sturzfluten in Richtung der Bebauung.

Ortsbegehung Ayl 

12.03.2018

Die ersten Ortsbegehungen in der VG Saarburg fanden in Vorbereitung des ersten Workshops in Ayl und Ockfen statt. Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger und einem Vertreter der örtlichen Feuerwehr wurde zunächst die Starkregenproblematik der Gemeinde besprochen. Zuletzt 1975 und 1976 gab es heftige Starkregen über dem Gemeindegebiet, die zu Hochwasserabfluss durch den Ort und viele vollgelaufene Keller führten – dennoch besteht nach wie vor eine Gefahr vor  Starkregen und durch die Lage des Hauptortes am Rand zweier Taleinschnitte auch die Notwendigkeit zur Betrachtung des potenziellen Wasserabflusses durch die Bebauung. Bei der Ortsbegehung wurden anschließend unter anderem bestehende Regenrückhaltebecken und die Situation der Bachläufe vor den Einlässen in die innerörtliche Verrohrung begutachtet. Weitere Punkte waren die Entwässerung des Außengebiets, die Zuflüsse der Gewässer aus den Verrohrungen in den Gollersbach sowie die bestehende Hochwasserschutzanlage im Ortsteil Biebelhausen.