Hochwasserschutzkonzept für die
Verbandsgemeinde Daun

Die Verbandsgemeindeverwaltung Daun startet mit dem Jahresbeginn 2018 die intensiven Arbeiten am ersten Hochwasserschutzkonzept.

Gemeinsam mit den jeweiligen Ortsgemeinden nimmt sich die Verbandsgemeindeverwaltung Daun der besonderen Starkregen- und Hochwasserproblematik im Verbandsgemeindegebiet an. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Maßnahmenträgern sowie im Rahmen einer intensiven Bürgerbeteiligung wird ein wirksames Starkregen- und Hochwasserschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Daun erstellt. In einem insgesamt mehrstufigen Prozess werden nun die ersten zehn Ortslagen untersucht.

Betroffenheit von Starkregen und Hochwasser

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2016 gingen heftige Starkregen in der Verbandsgemeinde Daun nieder. Besonders heftig traf es die nördlichen Ortslagen.
Auch in den lediglich an kleineren Bächen und Gewässersystemen gelegen Ortsgemeinden sorgen solch intensive Starkregenereignisse für schadhafte Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und unpassierbare Straßen. Verstärkt werden diese Gefahren durch Sturzfluten aus den Außengebieten, die sich aus den landwirtschaftlichen Flächen und Hanglagen in die bebauten Ortslagen und auf die Verbindungsstraßen ergießen und dort ein erhebliches Schadenspotenzial verursachen.

Insbesondere durch die vermehrt auftretenden Starkregen steigt das Erfordernis nach gezielten Vorsorgemaßnahmen gegenüber Sturzfluten und Überschwemmungen sowie vor Flusshochwassern, die durch eine konstant hohe Beregnung des Einzugsgebiets entstehen.

Ortsgemeinden

Die Verbandsgemeinde Daun besteht aus 37 Ortsgemeinden und der Stadt Daun. Das erste Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun wird zunächst für die Stadt Daun (mit den Stadtteilen Boverath, Gemünden, Rengen und Weiersbach) sowie für die Ortslagen Brück, Dreis, Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach erarbeitet.

Für weitere 15 Gemeinden wird die Aufstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes anschließend angegangen. Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung startet die Verbandsgemeindeverwaltung Daun den Arbeitsprozess und lädt dazu alle betroffenen Gemeinden sowie ihre interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Dabei werden das Projekt und die verschiedenen Arbeitsphasen vorgestellt. In einer zweiten Phase wird für die nachfolgend genannten Gemeinden/Ortsteile ein Hochwasserschutzkonzept aufgestellt:

  • Daun-Neunkirchen
  • Daun-Pützborn
  • Daun-Steinborn
  • Daun-Waldkönigen
  • Gillenfeld
  • Hinterweiler
  • Kirchweiler
  • Mehren (Gewerbegebiet)
  • Niederstadtfeld
  • Oberstadtfeld
  • Schönbach
  • Schutz
  • Strohn
  • Utzerath
  • Winkel

 Workshops

Die Bürgerbeteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses zur Ableitung von Maßnahmen für das Hochwasserschutzkonzept. Informieren Sie sich nachfolgend über die Ergebnisse der einzelnen Workshops. Die Termine zu den ersten fünf Workshops entnehmen Sie bitte der Liste rechts auf dieser Seite.

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Kradenbach

12.04.2018

Ortsbürgermeister Helmut Pauly führte das Planungsbüro am Nachmittag zu den kritischen Stellen in Kradenbach. Der gleichnamige Bach mündet unterhalb der L 46 in die Lieser und führt lediglich im nördlichen Zulauf ins Dorf zu Problemen. Aus dem Wald kommend wird auch von Seitengewässern Wasser aufgenommen, dessen Menge insbesondere nach Starkregen die Kapazität der bestehenden Verrohrung im Bereich der Hauptstraße übersteigt. In der Folge kam es zu Überschwemmungen der angrenzenden Grundstücke. Bei Hochwasserführung kommt es zudem am Straßendurchlass unter der Landesstraße zu Rückstau. Um diesen entgegenzuwirken, sollen die Optionen zur Anlage von Rückhalteflächen unterhalb der Ortslage geprüft werden.

Ortsbegehung Sarmersbach

12.04.2018

Im Anschluss an die Begehung in Nerdlen zeigten Vertreter der Ortsgemeinde Sarmersbach die Ausmaße der Überflutung am Ortseingang sowie im Oberlauf des Sarmersbach. Eine besonders kritische Situation ergab sich im Umfeld der Kapelle, wo das Kanalsystem die Wassermassen nicht in den Sarmersbach abführen konnte und es zu einem druckartigen Überlauf auf die Straße und den angrenzenden Spielplatz kam. Weiteres Schadenspotenzial verursachten die Wegeseitengräben entlang der Bergstraße. Die Einlassgitter zur Verrohrung waren zugesetzt und leiteten das Wasser über die Straße in den Ort. Mögliche Potenziale des Sarmersbaches im Oberlauf, die Hochwassersituation durch eine Renaturierung zu verbessern, sollen nach Anregung von Ortsbürgermeister Dieter Treis im Rahmen der Hochwasserschutzkonzeption genauer begutachtet werden.

Ortsbegehung Nerdlen

12.04.2018

Der zweite Workshop in der Verbandsgemeinde Daun wird Ende Mai die drei benachbarten Gemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach behandeln. Gemeinsam mit Vertretern der Ortsgemeinden, der örtlichen Feuerwehren und betroffenen Anwohnern wurden die neuralgischen Punkte des letzten schweren Hochwasser- und Starkregenereignisses aus dem Jahr 2016 begangen und die damaligen Überflutungsbereiche nacherzählt. In Nerdlen wurde begonnen, Ortsbürgermeister Hermann Lenarz führte die Gruppe entlang der stark betroffenen Bereiche an Lieser und Sarmersbach. Beide Flüsse führten starkes Hochwasser, was besonders im innerörtlichen Mündungsbereich ausuferte und Straßen und Grundstücke einstaute. Während die Feuerwehr zu Einsätzen ausgerückt war, kam es zu einer Sturzflut entlang der Straße Am Berg, die die Situation zusätzlich verschärfte. Überflutet war auch das Feuerwehrhaus im Kreuzungsbereich zur Hauptstraße. Neben den beiden Gewässerläufen wurden auch die Wirtschaftswege hinter dem Neubaugebiet begutachtet, die in Teilen dazu beitragen, Niederschlagswasser in Richtung der Bebauung zu leiten. Aufgenommen wurden darüber hinaus Potenzialflächen zur Veränderung und Verbesserung der Abflusssituation an Lieser und Sarmersbach.

 

Ortsbegehung Dreis-Brück

29.03.2018

Die Ortslagen Dreis und Brück waren bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Anfang Juni 2016 mit am stärksten betroffen und verzeichneten eine Vielzahl von überschwemmten Grundstücken und vollgelaufenen Kellern.  Verschiedene Ursachen führten dazu, dass der Brücker Bach der Ahbach und der Feuerbach über die Ufer traten und oberflächlich über Straßen und landwirtschaftliche Flächen abflossen. Ortsbürgermeister Michael Jax und Gemeindearbeiter Werner Kirstgen zeigten dem Planungsbüro einige markante Stellen an den Gewässern sowie im Außenbereich der Ortslagen. Vor dem anstehenden Workshop konnte so schon einmal ein grober Überblick gewonnen werden, welche Auswirkungen starkregeninduzierte Hochwasser an den Gewässerläufen haben und für welche Bereiche Lösungsansätze gefunden werden müssen.

Begonnen wurde die Ortsbegehung am Haus Vulkania in Dreis und damit am Zusammenfluss von Feuerbach und Ahbach. Besonderes Augenmerk galt den Brückenbauwerken entlang der Gewässer, die 2016 durch mitgeführtes Material zugesetzt waren und die Hochwassersituation an diesen Stellen dramatisch verschärfte. Auch eine privat errichtete Brücke wurde damals mitgerissen, keilte sich an einer Brücke im Unterlauf fest und verstopfte den weiteren Abfluss des Wassers. Auch aus den Hangflächen hinter der Bebauung des Sonnenwegs lief das Wasser rückseitig in die Gebäude konnte nicht schadlos an den Grundstücken vorbeigeführt werden. Die Ortsgemeinde hat in Reaktion auf diese Ereignisse bereits kleinere Maßnahmen direkt umgesetzt und u.a. Randsteinhöhen zur Wasserführung am Weg angelegt und grobkörniges Steinmaterial zur Böschungssicherung am Brücker Bach eingebracht. Auch im Ortsteil Brück waren die Überschwemmungen 2016 sehr großflächig. Dazu beigetragen hat nicht nur die Kessellage und die flache Topographie im Tal, sondern auch die innerörtliche Verrohrung des Brücker Bachs.