Hochwasservorsorgekonzept für die
Verbandsgemeinde Daun

Die Verbandsgemeindeverwaltung Daun startet mit dem Jahresbeginn 2018 die intensiven Arbeiten am ersten Hochwasserschutzkonzept.

Gemeinsam mit den jeweiligen Ortsgemeinden nimmt sich die Verbandsgemeindeverwaltung Daun der besonderen Starkregen- und Hochwasserproblematik im Verbandsgemeindegebiet an. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Maßnahmenträgern sowie im Rahmen einer intensiven Bürgerbeteiligung wird ein wirksames Starkregen- und Hochwasserschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Daun erstellt. In einem insgesamt mehrstufigen Prozess werden nun die ersten zehn Ortslagen untersucht.

Betroffenheit von Starkregen und Hochwasser

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2016 gingen heftige Starkregen in der Verbandsgemeinde Daun nieder. Besonders heftig traf es die nördlichen Ortslagen.
Auch in den lediglich an kleineren Bächen und Gewässersystemen gelegen Ortsgemeinden sorgen solch intensive Starkregenereignisse für schadhafte Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und unpassierbare Straßen. Verstärkt werden diese Gefahren durch Sturzfluten aus den Außengebieten, die sich aus den landwirtschaftlichen Flächen und Hanglagen in die bebauten Ortslagen und auf die Verbindungsstraßen ergießen und dort ein erhebliches Schadenspotenzial verursachen.

Insbesondere durch die vermehrt auftretenden Starkregen steigt das Erfordernis nach gezielten Vorsorgemaßnahmen gegenüber Sturzfluten und Überschwemmungen sowie vor Flusshochwassern, die durch eine konstant hohe Beregnung des Einzugsgebiets entstehen.

Ortsgemeinden

Die Verbandsgemeinde Daun besteht aus 37 Ortsgemeinden und der Stadt Daun. Das erste Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept für die VG Daun wird zunächst für die Stadt Daun (Kernstadt mit den Stadtteilen Boverath, Gemünden, Rengen und Weiersbach) sowie für die Ortslagen Brück, Dreis, Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach erarbeitet.

 

Ein weiteres Vorsorgekonzept wird anschließend für weitere Ortsgemeinden, Stadtteile und Gemarkungen erarbeitet. Die konzeptionelle Bearbeitung beginnt voraussichtlich ab Mitte 2019.

Für die Ortsgemeinden Hinterweiler und Kirchweiler erfolgt die Aufstellung des Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Gerolstein sowie deren Ortsgemeinden Pelm und Berlingen. Folgen Sie dem Link zur separaten Webseite dieses Projekts.

Workshops

Die Bürgerbeteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses zur Ableitung von Maßnahmen für das Hochwasserschutzkonzept. Informieren Sie sich nachfolgend über die Ergebnisse der einzelnen Workshops. 

Workshop Oberstadtfeld

Der Einladung zum 1. Workshop-Termin in Oberstadtfeld von Ortsbürgermeister Hubert Molitor waren rund 30 Bürgerinnen und Bürger gefolgt und die Veranstaltung wurde seitens des Planungsbüro Hömme mit einem Vortrag eröffnet. Da die Oberstadtfelder in der Vergangenheit bereits erste Erfahrungen mit den Folgen von Starkregen gemacht hatten, fiel der Einstieg in die daran anschließende Gruppenarbeit leicht. Es wurde durchaus auch die, innerhalb des Vortrags bedachte, private Zuständigkeit gesehen, die einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung bzw. Entschärfung der innerörtlichen Gefährdungslage leisten kann. In diesem Sinne wurden neben den technischen Objektschutzmaßnahmen und nützlichen Versicherungsmöglichkeiten auch die Option einer Gewässerbegehung mit den Anliegern angesprochen. Ein diesbezüglich vorherrschender Bedarf wurde seitens aller Beteiligten gesehen. Dementsprechend wird im weiteren Projektverlauf, in Abstimmung mit der Verbandsgemeinde Daun, ein offizieller Termin vereinbart werden. Über diesen werden die Anwohner sowohl hier auf der Webseite als auch über das Oberstadtfelder Mitteilungsblatt sowie über einen Aushang im Gemeindehaus informiert werden. 

Hinsichtlich der kritischen Gefahrenstellen waren sich die Bürgerinnen und Bürger einig und hielten diese an allen drei Gruppentischen in den vorbereiteten Luftbildkarten fest. An der Kleinen Kyll wird es für die Ortslage das erste Mal an der Fußgängerbrücke, nahe der ehemaligen Mühle, brenzlig. Hier kam es bei dem Starkregenereignis von 2016 zum Ausufern des Gewässers und zum Einstau der nördlich angrenzenden Grünfläche, von wo aus das Wasser Richtung Winkelbach-Straße geflossen ist. In diesem Zusammenhang wurde ermittelt inwiefern ein Treibgutrückhalt sinnvoll wäre und welche Flächen potenziell zur Entlastung genutzt werden könnten. Diese Handlungsoptionen gilt es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen. Im weiteren Verlauf der Kleinen Kyll passiert das Gewässer eine weitere Brücke an der Hauptstraße, an der es zu erheblichem Rückstau durch Verklausungen von Treibgut am Bauwerk kam, wodurch das Bauwerk letztlich überströmt wurde. Darüberhinaus wiesen die Oberstadtfelder auf den stark begradigten, engen Bachlauf nach der Brücke hin. Ergänzend wurde festgehalten, dass dieser Bereich aufgrund ausbleibender Unterhaltung zeitweise kaum noch als Bach wahrgenommen werden kann. An dieser Stelle gilt es zu prüfen, inwiefern dem Bach ein wenig Raum gegeben werden könnte, sodass dieser bei Starkregen nicht sofort unkontrolliert ausufert.

Ein weiteres grundlegendes Problem wurde hinsichtlich der Entwässerung des Neubaugebietes Im Vorschoßberg festgehalten. Sowohl die Kapazität als auch der (Unterhaltungs-) Zustand sowie die zusätzliche Belastung des Winkelbaches waren Themen, die die Workshop-Teilnehmer innerhalb der Gruppenarbeit diskutierten.

Weitere Inhalte der Gruppenarbeit bezogen sich u.a. auf:

  • wasserführende Straße Winkelbach
  • Dimensionierung der Durchlässe am Oberstadtfelder Bach

Auf der Grundlage der Erfahrungen entsprechenden Informationen wird nun im weiteren Projektverlauf weitergearbeitet. Die Daten werden ausgewertet, analysiert, entsprechende Maßnahmen formuliert, welche in weiterführenden Fachgesprächen abzustimmen sind.

Workshop Pützborn

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung seitens des Ortsvorstehers Johann Strunk und des projektbegleitenden Planungsbüros Hömme GbR, welches im Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung das Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die VG Daun erstellt.

Die Veranstaltung gliederte sich in einen Vortrag und eine aktive Mitarbeitsphase. Der Vortrag verdeutlichte nochmals die Bewandtnis des Konzeptes und hob hervor, dass die Hochwasser- und Starkregenvorsorge stets als Gemeinschaftsaufgabe von Privatleuten und öffentlicher Hand zu verstehen ist. Demzufolge richtete die Präsentation auch den Fokus auf die private Eigenvorsorge, um Anregungen sowie einen Überblick zu grundsätzlichen Handlungsoptionen zu geben. Da die Pützborner bereits betroffen waren und zugleich wussten, dass diese Ereignisse noch nicht dem Ausmaß entsprechen, von denen in den Medien zunehmend gesprochen wird, wurde diese Thematik interessiert verfolgt und Nachfragen gestellt. Anschließend teilten sich die Anwesenden auf die drei vorbereiteten Gruppentische auf, um näher von ihren Erfahrungen zu berichten.

Der stark begradigte, innerörtliche Bachlauf des Pützborner Baches war tischübergreifend Thema und in diesem Zusammenhang auch die Brücke Biberdamm, an welcher es während vergangener Starkregen-Ereignisse zu einem erheblichen Rückstau kam und infolgedessen einige direkten Anlieger bzw. deren Grundstücke durch die ausufernden Wassermassen zu Schaden gekommen sind. Hierzu konnte bereits der ein oder andere Vorschlag seitens der Fachkundigen festgehalten werden, die diese Stelle bereits bei der vorangegangenen Ortsbegehung unter die Lupe genommen haben. Diese gilt es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen und den Ergebnissen entsprechend für das Konzept zu formulieren. Aber auch auf den oberen Bachlauf, welcher in überaus stark begradigter Form zwischen den Grundstücken Im Hasenfeld und der Alten Rossgasse fließt, wurde seitens der Beteiligten verwiesen. Wie bereits bei der Ortsbegehung festgestellt wurde, ist in jedem Fall eine Gewässerbegehung mit den direkten Anliegen sinnvoll, um über die kritische, private Nutzung im direkten Gewässerumfeld aufzuklären und die davon ausgehende Gefährdung der Unterlieger bzw. für die gesamte Ortslage aufzuzeigen. Dieser Vorschlag traf auf großen Zuspruch seitens der Workshop-Teilnehmer und soll im Laufe der Projektbearbeitung umgesetzt werden. 

Weitere Inhalte der Gruppenarbeit bezogen sich u.a. auf: 

  • die Identifikation sinnvoller Notabflusswege
  • die Entwässerung des Neubaugebietes
  • die Installation von Treibgutrückhalten in Ortsrandlage

Die Ergebnisse bzw. Anmerkungen sowie Anregungen wurden protokolliert und innerhalb der Luftbildkarten räumlich verortet. Auf dieser umfangreichen Grundlage werden nun im weiteren Verlauf die Maßnahmen formuliert bzw. entsprechende Fachgespräche geführt und Abstimmungen angeregt.

Workshop Schönbach und Utzerath

Utzerath und Schönbach – zwei Ortsgemeinden die zwar nahe beieinander liegen, deren Gefährdungspotenzial jedoch unterschiedlicher nicht sein könnte. Bereits bei den Ortsbegehungen fiel auf, dass Schönbach wesentlich mehr bzw. kritischere Gefahrenpunkte infolge von Starkregen- und Hochwasserereignissen aufweist und in der Vergangenheit bereits prägende Erfahrungen gesammelt hat. Aber auch die Utzerather sind wachsam und waren beim ersten Workshop in Schönbach gut vertreten, um ihre Einschätzungen mit dem Planungsbüro Hömme zu teilen. 

Zum Workshop am Donnerstag, 22. August 2019 luden das projektbegleitende Planungsbüro Hömme GbR  (Pölich) sowie die Ortsbürgermeister Martin Knüvener (Schönbach) und Erhard Annen (Utzerath) im Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung alle Schönbacher und Utzerather Bürgerinnen und Bürger ein, um gemeinsam die vergangenen Hochwasserereignisse  zu dokumentieren und mögliche Handlungsoptionen der Entschärfung festzuhalten. Vorweg, nach der Begrüßung durch Herrn Knüvener, stellte Volker Thesen (Planungsbüro Hömme) den Projekthintergrund vor und erläuterte die Ziele, die mit dem Dauner Hochwasservorsorgekonzept verfolgt werden. Im Zuge dessen wurde außerdem auf private Objekt- und Eigenschutzmaßnahmen hingewiesen und empfohlen sich mit diesen Möglichkeiten der privaten Vorsorge, ergänzend zu den öffentlich angedachten Maßnahmen, auseinanderzusetzen, um sein Hab und Gut weitestgehend zu schützen.

Erinnert wurde sich insbesondere an das Ereignis im Sommer 2016, welches die Schönbacher bezüglich ihrer erhöhten Vulnerabilität unsanft wachrüttelte und die Utzerather zur Wachsamkeit aufrief. Damit die Aussagen möglichst geordnet vom Planungsbüro aufgenommen werden konnten, teilten sich die rund 30 Workshop-Teilnehmer auf drei Gruppentische auf, sodass die Sachlage Utzeraths an einem und der Tatsachenbestand Schönbachs an zwei Tischen bearbeitet werden konnte. Die Erfahrungswerte  deckten sich größtenteils mit den Eindrücken aus den vorangegangenen Ortsbegehungen und wurden nochmals im Detail vom Planungsbüro auf entsprechenden Luftbildkarten festgehalten und protokolliert. So wurden beispielsweise bereits betroffene bzw. potenziell gefährdete Gebäude mittels farbiger Klebepunkte markiert, beobachtete Fließwege des Oberflächenabflusses skizziert und kritische Engstellen sowie Durchlässe gekennzeichnet. Diese Ergebnisse liefern letztlich die Grundlage, um seitens des Planungsbüros adäquate Lösungsvorschläge formulieren zu können, zeigten aber andererseits nochmals mit aller Deutlichkeit auf, welche Grundstücks- und Flächeneigentümer unbedingt private Maßnahmen ergreifen sollten. 

Workshop Daun-Gemünden und Daun-Weiersbach

Mit dem Workshop im Dauner Stadtteil Weiersbach endet am 25.09.2018 die erste Workshop-Runde zum Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun. Eingeladen waren die Bürgerinnen und Bürger aus Gemünden und Weiersbach, die vor allem die Hochwasser durch Lieser und Pützborner Bach diskutierten. Konrad Junk als gastgebender Ortsvorsteher von Weiersbach begrüßte, auch im Namen des Gemündener Ortsvorstehers Heinz Peter Jungen, die mehr als 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Dauner Stadtteilen. Besonders Gemünden war in den letzten drei Jahren sehr heftig durch Hochwasser sowohl von Lieser als auch vom inmitten des Ortes einmündenden Pützborner Bach betroffen. Entsprechend engagiert war die Beteiligung in der Gruppenarbeit des Workshops. Zwei Tische widmeten sich der Problemlage in Gemünden, ein dritter Tisch besprach die Gefährdungslage und mögliche Maßnahmenschwerpunkte in der Gemarkung Weiersbach.

In Gemünden geht durch die drei Brücken an Lieser und Pützborner Bach eine besondere Gefährdung aus, da diese je nach Unterhaltungszustand der Gewässer und mitgeführtem Material aus den Außengebieten sehr schnell zugesetzt sind und den Hochwasserpegel im innerörtlichen Bereich stark anschwellen lassen. Beiderseits der Lieser werden Straßen und Gebäude geflutet, wie im Sommer 2016 nach den heftigen Regenfällen mitunter innerhalb von nur zwei Stunden. Der Mündungsbereich des Pützborner Baches in die Lieser wurde als neuralgischer Punkt aufgenommen und dafür bereits Lösungsmöglichkeiten, etwa im Rahmen eines Renaturierungsprozesses des gesamten Gewässers, skizziert.

Auch in Weiersbach war die Lieserbrücke bereits weit eingestaut, wenn auch mit weniger schadhaften Auswirkungen für die Gebäude des Ortes. Entlang der Lieser kam es außerdem im Bereich der Klärschlammvererdungsanlage zu Ausspülungen des Weges. Nach Starkregen kam es vereinzelt auf Ortsstraßen zu oberflächlichem Wasserabfluss aus Wirtschafts- und Waldwegen. Hier wurden Abschläge in den Waldwegen als mögliche Lösung vorgeschlagen. Auch in Gemünden treten diese Probleme an den Ortsrändern auf.

Die Maßnahmen werden nun im weiteren Prozess durch das Planungsbüro erarbeitet, mit den zuständigen Fachbehörden und Akteuren besprochen und sollen in der ersten Jahreshälfte 2019 den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden. 

Workshop Kernstadt Daun und Daun-Boverath

Für die Kernstadt Daun und den Stadtteil Boverath fand der Workshop am 16.08.2018 im Forum Daun statt. In zwei engagierten Arbeitsgruppen wurden insbesondere der Überschwemmungsbereich der Lieser und der Einfluss des Maubaches bei Hochwasserführung besprochen. Stadtbürgermeister Martin Robrecht begrüßte die interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch im Namen des ebenfalls anwesenden Boverather Ortsvorstehers Dieter Oster. Mit einem Einstiegsvortrag wurde der Abend eröffnet. Vorgestellt wurden auch hier der Hintergrund und die Zielstellung des Projektes sowie die Aufgaben der integrierten Bürgerbeteiligung und die Möglichten und Pflichten der privaten Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Noch vor der Gruppenarbeit wurde von Bürgern angemerkt, dass entlang der Lieser Missstände bestehen, die von den unterschiedlichen Zuständigen und Aufgabenträgern nicht immer in gewünschtem Umfang beseitigt werden. 

In zwei Arbeitsgruppen wurde diese Diskussion anschließend vertieft und die angesprochenen Missstände sowie die Problembereiche und notwendige Verbesserungen schriftlich und im Plandokument festgehalten. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde außerdem verschiedene Lösungsvorschläge und Projektideen eingebracht, die gemeinsam hinsichtlich einer realistischen Umsetzbarkeit diskutiert wurden. Besonders die Überschwemmungsbereiche an der Lieser entlang der Sportanlagen und des Hubschrauberlandeplatzes sowie der stark zugewachsene Lieserverlauf entlang von Boverath waren intensiv besprochene Schwerpunkte. Einen Schutz der Sportanlagen, beispielweise durch eine Verwallung, würde aufgrund der Lage im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Lieser nur mit einer wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigung bei gleichzeitiger Schaffung von Ausgleichsflächen möglich sein. Zudem liegen benachbarte Flächen im Quellenschutzgebiet, was eine Umsetzung weiter erschwert. Zu diesem und weiteren Bereichen der Kernstadt und auch für den Stadtteil Boverath wurden Arbeitsaufträge für das Planungsbüro vermerkt und bereits einige weiterzuverfolgende Maßnahmen vorformuliert.

Workshop Daun-Rengen

Auch den Dauner Stadtteil Rengen hatet es bei den jüngsten Hagel- und Starkregenereignissen Ende Mai und Anfang Juni heftig getroffen. Nicht nur der Hagel sorgte für große Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden, sondern insbesondere die Überschwemmungen der Lieser und des Hasbachs führten zu einer Vielzahl an Betroffenen und einer entsprechend hohen Resonanz am Workshop zum Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun.

Zum Workshop am Dienstag, 12.06.2018 luden das projektbegleitende Planungsbüro Hömme GbR (Pölich) sowie Ortvorsteher Winfried Schneider im Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung alle Rengener Bürgerinnen und Bürger ein, um gemeinsam die vergangenen Hochwasserereignisse zu dokumentieren und bereits an Maßnahmenoptionen zu arbeiten. Rund 50 Personen fanden sich im Bürgersaal in Rengen ein und hörten zunächst interessiert zu, als Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme den Hintergrund des Projekts und die beabsichtigte Vorgehensweise vorstellte. Um sich noch einmal den Ablauf der letzten Hagel und Starkregen sowie die Ausuferungen der Bäche und Flüsse vor Augen zu führen, wurden Videomitschnitte der Unwetter von 2016 und 2018 gezeigt, die ein Lieseranwohner zur Verfügung stellte. So konnte veranschaulicht werden, wie wichtig die Erstellung eines gesamtkonzeptionellen Vorgehens zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich Rengen ist.

Deutlich gemacht wurde in der Eröffnungspräsentation auch die Wichtigkeit zur Erfüllung privater Hochwasservorsorgemaßnahmen am eigenen Grundstück und Wohngebäude. Volker Thesen stellte verschiedene Strategien und Schutzmaßnahmen vor, mit denen man die potenziellen Eintrittswege des Wassers ins Gebäude verschließen und Schäden vermeiden kann.Im Anschluss wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils von Mitarbeitern des Planungsbüros moderiert wurden und in denen die Fließwege des Wassers nachgezeichnet, die betroffenen Grundstücke kartiert und die Problemstellen in der Ortslage markiert wurden. Als besonders neuralgische Punkte wurden etwa die Hasbach-Brücke in der Rengener Straße sowie dessen Mündung in die Lieser gekennzeichnet und außerdem die Rückhaltebecken entlang der Autobahn und der begrenzte Verlauf der Lieser unterhalb der Ortslage. Viele weitere Stellen wurden für die weitere Erarbeitung von Maßnahmen aufgenommen und sollen nun vom Planungsbüro verarbeitet werden.

Workshop Kradenbach, Nerdlen, Sarmersbach

Am Montagabend, 28.05.2018, fand der Hochwasser- und Starkregen-Workshop für die Ortsgemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach im Bürgerhaus Sarmersbach statt. Ein heftiges Unwetter mit Starkniederschlägen und massivem Hagelschlag führte einen Abend zuvor zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern entlang des Sarmersbaches. Besonders betroffen waren die Gemeinden Sarmersbach und Nerdlen, wo die Ortsmitte um das Feuerwehrhaus breitflächig überschwemmt wurde. Das im Bau befindliche Bürgerhaus, welches nach den Ereignissen von 2016 nun hochwassersicher ausgebaut wird, wurde noch vor Fertigstellung erneut überflutet. Die Freiwilligen Feuerwehren waren im Dauereinsatz und zum Teil noch während des Workshops mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt.  

Entsprechend der aktuellen Betroffenheit und auch vor dem Hintergrund der erst zwei Jahre zurückliegenden Überschwemmungen in den Ortsgemeinden, war die Teilnahme am Workshop hoch und die Mitarbeit engagiert. Gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern Dieter Treis (Sarmersbach), Hermann Lenarz (Nerdlen) und Helmut Pauly (Kradenbach), Kameraden der Feuerwehren und etwa 25 betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wurden die Auswirkungen der Starkregen und Hochwasser an Sarmersbach, Lieser und den Nebengewässern nachgezeichnet und analysiert. Durch die noch frischen Erlebnisse konnten die Fließwege des oberflächig ablaufenden Wassers sehr detailliert erfasst werden und die überschwemmten Ortsteile und Privatgrundstücke kartiert werden. Aufgenommen wurden außerdem innerörtliche Problemstellen und neuralgische Punkte, die im Hochwasserfall das Ausmaß verschlimmern, wie etwa verstopfte Brückenbauwerke und Durchlässe oder am Gewässer gelagertes Material, welches mitgerissen und fortgespült wird.

Für die nun anstehende Entwicklung von Maßnahmen zur Entschärfung der Situationen in den Orten wurden Ideen und Vorschläge gesammelt und bereits vordiskutiert. Auch die Ausstattung der Feuerwehren und die Abläufe im Ereignisfall waren Themen des Abends. Außerordentlich gelobt wurden von allen Beteiligten die gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe und die Arbeiten der Feuerwehr.

Workshop Dreis-Brück

Am Abend des 26.04.2018 fand in der Ortsgemeinde Dreis-Brück der erste Workshop zum Hochwasserschutzkonzept der VG Daun statt. Im Haus Vulkania fanden sich rund 40 Bürgerinnen und Bürger ein, um gemeinsam mit Ortsbürgermeister Michael Jax und dem bearbeitenden Planungsbüro die Hochwasserproblematik in der Gemeinde zu erfassen und daraus abgeleitet zusammenzutragen, an welchen Stellen Maßnahmen zur Verbesserung notwendig sind, wie diese aussehen könnten und wie im Allgemeinen die örtliche Vorsorge vor Hochwassern und Überschwemmungen nach Starkregen verbessert werden kann. Nach der Begrüßung durch den Ortsbürgermeister stellte Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme zunächst den Projekthintergrund vor und welche Ziele mit der Aufstellung des Hochwasserschutzkonzeptes verbunden sind.

Anfang Juni 2016 sind an mehreren Tagen heftige Starkregen über beiden Ortsteilen niedergegangen und führten insbesondere durch die gesättigte Aufnahmekapazität des Bodens zu unvermindert oberflächlichem Abfluss und dadurch zu großflächigen Überschwemmungen, die durch zugesetzte Brücken und Durchlassbauwerke noch verschärft wurden. Entsprechend hoch war die Sensibilität der Workshop-Teilnehmer gegenüber der Thematik und das Bewusstsein über die Gefahren und Schäden, die durch Starkregen entstehen können. Dies und die persönlichen Erfahrungen jedes Einzelnen brachten ein sehr detailliertes Bild des Ausmaßes der Überschwemmungen, welches in den Arbeitsgruppen auf den Luftbildkarten nachgezeichnet werden konnte. An vier moderierten Gruppentischen, je zwei für die Ortsteile Dreis und Brück, wurden die Entstehungsgebiete der Sturzfluten, die Fließwege des Wassers aus dem Außengebiet in die Ortslagen sowie die überschwemmten Flächen nachgezeichnet. Mit verschiedenfarbigen Klebepunkten wurden Engstellen und neuralgische Punkte markiert und überlegt, welche Möglichkeiten es geben könnte, um das in den Ortskernen zusammenkommende Wasser – in Dreis etwa aus Ahbach, Angersbach, Feuerbach und Brückerbach, in Brück aus dem kesselförmigen Außengebiet um die Ortslage – mit weniger schadhaften Auswirkungen abführen zu können.

Daneben waren auch die private Hochwasservorsorge, der persönliche Objektschutz, der Umgang mit Lagerungen am Gewässer durch die direkten Anlieger sowie die Warnung der Bevölkerung, die Ausstattung der Feuerwehr und die Organisation der Einsatzabläufe besprochene und diskutierte Themen. 

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Oberstadtfeld

26.08.2019

Der gestrige Termin führte die Teilnehmer zunächst einmal zu einem Brückenbauwerk in nordwestlicher Ortsrandlage, welche von der Kleinen Kyll passiert wird. Hier kam es bei den starken Niederschlägen von 2016 zu einer markanten Überschwemmung der umliegenden Flächen, wovon das Wasser in die Winkelbach-Straße weitergeleitet wurde. Dort konnte  die Brücke die ankommenden Wassermassen nicht fassen  und es kam zu einem Rückstau. Das Wasser trat über und fand seinen Weg in die Ortsmitte. Zu dieser Sachlage konnten bereits erste Ideen ausgetauscht werden, welche im Rahmen des Hochwasservorsorgekonzeptes geprüft werden sollen. Die Teilnehmer folgten dem aktuellen potenziellen Fließweg des Oberflächenabflusses und entdeckten einen Stromkasten, der sich zudem in unmittelbarer Nähe zweier Durchlässe befindet, deren Rinne dicht bewachsen war. Diese Gefährdungsfaktoren wurden vom Planungsbüro erfasst, und sollen bei der Bearbeitung Oberstadtfelds berücksichtigt werden. Außerdem wurde seitens der Ortskundigen auf einen weiteren Durchlass, unterhalb der Winkelbach-Straße, hingewiesen. Hier wird direkt nach dem Durchlass zusätzlich das Wasser aus dem Außengebiet eingeleitet. Durch den ungünstig angelegten Einmündungsbereich blockieren die Auslässe einander und es kommt bei stärkeren Niederschlägen zum Rückstau. Auch hier konnte das Planungsbüro Hömme vor Ort einen ersten Vorschlag machen, um das Gefahrenpotenzial zu reduzieren. Diesen gilt es im weiteren Prozess zu untersuchen. In südlicher Richtung ging es auf der Hauptstraße zu einem weiteren Brückenbauwerk der Kleinen Kyll, welches von den starken Sturzfluten infolge extremer Niederschläge bereits stark beschädigt wurde und an der es bereits zum Ausufern der ankommenden Wassermassen kam. Dem Planungsbüro Hömme fiel der stark begradigte Bachlauf auf, merkte aber auch das bestehende Potenzial und die Möglichkeit an, wie diese Situation entschärft werden könnte. Diese Option soll im Konzept aufgenommen werden.

Anschließend wurde das Brückenbauwerk der Dauner Straße begutachtet, deren Gefahrenpotenzial sich trotz der grundsätzlich ausreichenden Dimensionierung aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt: Zum einen laufen oberhalb des Durchlasses der Winkelbach und die Kleine Kyll zusammen, was für erhöhtes Wasservolumen sorgt, welches sich bei extremen Niederschlagsereignisses zusätzlich potenziert und bereits zu Rückstau führte. Zum anderen mündet unterhalb der Brücke der Oberstadtfelder Bach, welcher zuvor im südlichen Bereich des Wohnviertels In der Laag verrohrt, in die Kleine Kyll. Auch an dieser Stelle wurde die aktuelle bauliche Lösung des Einmündungsbereiches seitens des Planungsbüros bemängelt, welche bei Bearbeitung des Hochwasservorsorgekonzeptes bedacht werden soll.

Eine weitere Station der Ortsbegehung war das Neubaugebiet Hoffschlack/ Vorschoßberg. Hier verwiesen die Ortskundigen auf die besorgniserregende Entwässerung der nördlich an die Bebauung angrenzenden Hangflächen. Das dortige Multi-Rigolen-System weist an vielerlei Stellen bedeutsame Defizite auf und birgt ein hohes Gefährdungspotenzial für das Wohnviertel. In jedem Fall sollten hier von den Grundstückseigentümern Eigen- und Objektschutzmaßnahmen ergriffen werden, um sich und das Hab und Gut schützen zu können. 

Zum Ende hin ging es noch zum südlich des Ortes gelegenen Sportplatz, auf dessen Gefahrenpotenzial bereits innerhalb der Niederstadtfelder Ortsbegehung hingewiesen wurde. Auch an dieser Stelle konnten erste Vorschläge seitens des Planungsbüros festgehalten werden, welche den Sportplatz und den Weg vor Überschwemmungen schützen könnten. Diese sollen mit den zuständigen Stellen geprüft werden.

Ortsbegehung Schutz

21.08.2019

Nach der Ortsbegehung in Niederstadtfeld wurde nun auch die Ortsgemeinde Schutz vor dem gemeinsamen Workshop besucht und die kritischen Gefahrenpunkte vor Ort aufgenommen. Sowohl die ehemalige Ortsbürgermeisterin Nadine Bläser als auch der frisch gewählte neue Ortschef Thomas Oertlin führten, gemeinsam mit Vertretern der Feuerwehr und des Gemeinderats, das Planungsbüro Hömme durch die Ortslage, um die hochwasserkritischen Punkte zu zeigen und von den Erfahrungen aus den heftigen Starkregen von 2016 und 2018 zu berichten. Entlang der Kleinen Kyll und des Wallmerbaches sind einige Objekte bereits betroffen gewesen und die örtliche Einschätzung deckt sich mit den Erfahrungen aus anderen Orten: die Ereignisse nehmen zu und die Auswirkungen sind stärker. An der Kleinen Kyll sind hauptsächlich zwei Objekte sehr gefährdet, die vor der Querung der Hauptstraße am Gewässer liegen. Zudem kommt es nach Starkregen zur Abflusskonzentration an einem nicht offiziell verzeichneten Gewässerlauf, sodass Wasser auf die Ortsstraße fließt, wenn die bestehende Verrohrung es nicht alles aufnehmen kann.

Am Wallmerbach wird die Situation für die Bebauung durch das Brückenbauwerk der Dorfstraße verschärft. Die Ausführung als Brücke mit Mittelpfeiler ist vor allem aufgrund der hohen Treibgutführung bei Hochwasser nicht optimal. Treibgutfänge am Oberlauf sind an beiden Gewässern potenziell verbessernde Maßnahmen. Weitere Punkte, die bei der Ortsbegehung besprochen bzw. begutachtet wurden, waren der Waldbach, die Entwässerung im Bereich der Wochenendstraße sowie die hochwasserangepasste Nutzung des Gewässerumfeldes.

Ortsbegehung Schönbach

08.08.2019

Die Ortsbegehung führte die Teilnehmer entlang des Schönbaches und Winterbaches sowie entlang einer Tiefenrinne durch die Ortslage Schönbach. Ergänzend wurde die Gewässersituation außerorts in Augenschein genommen, um die Gefahrenlage der Gemeinde gänzlich zu erfassen. Die Tiefenrinne beispielsweise, welche sich aus südwestlicher Richtung in die Ortslage erstreckt, bildet oberhalb der Bebauung ein sehr steiles Kerbtal, was sich bei extremen Niederschlägen erheblich auf das Abflussverhalten auswirken und entsprechend zur erhöhten Gefährdung der Ortslage führen kann. Berichten zufolge kommt es bei Starkregen in kurzer Zeit zu einem Aufstauen des Wassers und anschließend zu konzentriertem Abfluss, der mehrere Anlieger bereits betroffen hat. Vor Ort konnte ein besonders gefährdetes Objekt identifiziert werden, welches sich in der direkten Abflussbahn befindet und für das das Planungsbüro eine gesonderte Objektberatung empfahl. Bei der Erarbeitung des Hochwasservorsorgekonzeptes soll darüber hinaus analysiert werden, wie diese kritische Gefahrenstelle zumindest entschärft werden kann. Hierzu wurden einige Anmerkungen gegeben, die nun vom Planungsbüro geprüft werden sollen.

Als nächste Station der Begehung begutachteten die Teilnehmer die Kläranlage. Auch hier berichteten die Ortskundigen von Problemen bei extremen Niederschlagsereignissen. Das Gefährdungspotenzial ergibt sich aufgrund einer Tiefenrinne, die in einer topographischen Mulde auf die Anlage gerichtet verläuft. Prinzipiell verwies das Planungsbüro auf den Grundsatz des Verursacherprinzips, hielt jedoch auch mögliche Handlungsoptionen fest, die im Zuge des Hochwasservorsorgekonzeptes erläutert werden sollen.

Anschließend wurden die Brücke der Hauptstraße und die dortige Fußgängerbrücke aufgesucht. Hier wiesen die Schönbacher auf die Steine hin, die im Auftrag der oberen Naturschutzbehörde unter die Brücke der Hauptstraße bzw. im Durchlassbereich abgelegt wurden. Diese führen zu Sedimentablagerung und Versandung vor der Brücke, infolgedessen bereits bei stärkeren Niederschlägen ein Rückstau zwischen eben diesem Durchlass und der Fußgängerbrücke entstand. Darüber hinaus wurde berichtet, dass das Wasser unter der Fußgängerbrücke bei den letzten extremen Ereignissen ohnehin nicht mehr viel Luft nach oben hatte. Oberhalb der beiden Durchlässe trat der Bach auch über und Gebäude bzw. Grundstücke der Haupt- und Utzerather Straße waren betroffen. Die Grundstückseigentümer der Utzerather Straße haben daraufhin bereits einen kleinen Wall aufgeschüttet. Diese Gefahrenlage soll im Konzept erfasst und analysiert werden, um anschließend adäquate Vorsorgepotenziale zu formulieren. In jedem Fall sind hier auch seitens der Eigentümer Maßnahmen des Objektschutzes zu ergreifen, da das Gefährdungspotenzial durch Maßnahmen öffentlicher Hand zwar reduziert, jedoch nicht gänzlich reduziert werden kann.

Eine weitere Stelle, die den Kollegen vom Planungsbüro gezeigt wurde, war der Bereich unterhalb des Lohberges an der Utzerather Straße. Hier kommt es bei Starkregen zu Oberflächenabfluss, der durch eine Verrohrung vor einem privaten Grundstück auf die gegenüberliegenden Grünfläche abgeleitet wird. Bislang kam es zwar noch zu keinen Schäden, jedoch wurde seitens der Schönbacher ein entsprechendes Potenzial dahingehend geäußert. Diese Stelle wurde seitens des Planungsbüros aufgenommen und soll im Rahmen des Vorsorgekonzeptes Berücksichtigung finden. Bei Betrachtung des Straßenverlaufs der Utzerather Straße wurde ein weiteres Objekt aufgrund seines Standortes als grundsätzlich gefährdet aufgenommen. Anschließend begutachteten die Teilnehmer den Mündungsbereich der soeben benannten Tiefenrinne in den Schönbach. Hier kam es bei Starkregen bereits zu Rückstau und unkontrolliertem Ausufern des Schönbaches auf private Grundstücke. In diesem Zusammenhang konnten bereits erste Vorschläge ausgetauscht werden, die das Gefahrenpotenzial senken könnten und die im Zuge des Konzeptes auf deren Machbarkeit geprüft werden sollen.

Als weiterer Schwerpunkt der Ortsbegehung wurde der Wintersbach besichtigt, der parallel zur Straße Im Graben verläuft. Dort ist er auf einem privaten Grundstück verrohrt und verläuft weiter im Bereich der Kernbebauung der Ortslage, laut Aussagen der Ortskundigen, stark verwinkelt, bevor er dann unterhalb der Brücke der Hauptstraße dem Schönbach zugeführt wird. Hier kam es in der Vergangenheit auch schon zu einigen Rückstauprozessen. Der Wintersbach birgt aufgrund seines großen Einzugsgebiets ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die Grundstücke in Ortsrandlage (Im Graben), als auch durch seine verwinkelte Führung für die Grundstücke der Berg- und Bornstraße. Bei den Grundstücken Im Graben ist der Wall anzumerken, der die die Grenze zwischen den privaten Flächen und dem Spiel- und Freizeitplatz bildet. Dieser könnte bei künftigen extremen Niederschlagsereignissen zum Einstau der vorigen Grundstücke führen, sobald die vorhandene Verrohrung die Wassermassen nicht mehr aufnehmen kann. Diese Gefahrensituation soll im Konzept aufgegriffen und erläutert werden, um anschließend Optionen der Entschärfung aufzuzeigen. Jedoch ist auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Maßnahmen der privaten Eigenvorsorge unumgänglich sind, um sich und sein Eigentum bei extremen Niederschlägen schützen zu können.

Ortsbegehung Utzerath

08.08.2019

Gestern widmete sich das Planungsbüro mit dem Ortsbürgermeister Erhard Annen und zwei weiteren Vertretern und Ortskundigen dem Gefährdungspotenzial von Utzerath bei Starkregenereignissen. Besichtigt wurden u.a. die beiden Durchlässe der Bahnhofs- und Darscheider Straße. Ersterer wurde aufgrund des kleinen Einzugsgebiets des querenden Gewässers als ausreichend dimensioniert und wenig problematisch bewertet. Jedoch ist es für die am Gewässer angrenzenden privaten Grundstücke, insbesondere am unteren Bachlauf, unterhalb des Durchlasses empfehlenswert, sich als Eigentümer über das Hochwasservorsorgekonzept hinaus mit Objektschutzmaßnahmen auseinanderzusetzen, da die extremen Niederschlagsereignisse künftig zunehmen werden und an dieser Stelle durchaus Handlungsbedarf besteht. Ein wiederkehrender Oberflächenabfluss wurde von den Ortskundigen über den Mühlenweg verortet. Dieser führte jedoch bisher nicht zur Gefährdung umliegender Grundstücke, sondern wurde dem Gewässer relativ schadarm, bis auf das mitgeführte Schottermaterial des sich oberhalb befindlichen Gehöfts, zugeführt.

Auch wurde die Situation ortseingangs, von Hörschhausen kommend, betrachtet. Das Gefährdungspotenzial an dem entsprechenden Durchlass an der Kreisstraße, nordwestlich der Ortslage, ist insofern zu vernachlässigen, da hier im Umfeld ausreichend Freifläche in Form von Grünland existiert, auf welche das potenziell übertretende Wasser ausweichen und versickern kann. Somit stellt auch der über den westlich angrenzenden Wirtschaftsweg geführte Oberflächenabfluss keine große Gefahr für die Ortslage dar, ausgenommen vom mitgeführten Material der oberen Lagen, das im Anschluss starker Niederschläge von der Kreisstraße zu entfernen war.

Auf Nachfragen seitens des Planungsbüros geht vom nordöstlich der Bebauung angrenzenden Holzruther Bach, oder Schönbach, keine weitere Gefahr aus, da dieser im Gelände sehr tief liegt und überwiegend ausreichend Platz zum Ausufern hat.

Eine darüber hinaus im Konzept zu berücksichtigende Ortslage ist die südwestliche Freifläche, oberhalb der Straße Auf dem Zaumerich, auf der künftig weitere Bebauung geplant ist und deren Entwässerung von Beginn an sinnvoll mitgedacht und geplant werden sollte. In diesem Zusammenhang sollten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, sodass der in Folge der Versiegelung gesteigerte Oberflächenabfluss möglichst schadarm dem weiter südlich verlaufenden Birkenhofbach zugeführt werden kann. 

Im Vergleich zum eingangs beschriebenen kleineren Gewässerlauf weist der Birkenhofbach ein relativ großes Einzugsgebiet auf. Somit ist der Durchlass der Darscheider Straße im Auge zu behalten und wird innerhalb des zu erstellenden Konzeptes Berücksichtigung finden. Aktuell ist das Rohr in erheblichem Maße verschlammt und es wurden Materiallagerungen im unmittelbaren Durchlassbereich festgestellt, welche bei extremen Ereignissen die Durchlässigkeit des Rohres maßgebend beeinträchtigen können. Außerdem wurde ein sich in der Nähe befindliches Grundstück  aufgenommen, welches bereits mehrmals in der Vergangenheit überflutet wurde.

Außerdem führten die Utzerather die Kollegen des Planungsbüros zu einer Stelle im Übergangsbereich zwischen dem Birkenweg und mehreren darauf zulaufenden Wirtschaftswegen. Hier wurde insbesondere der aus südwestlicher Richtung kommende Oberflächenabfluss als markant und potenziell risikoreich beschrieben, welcher aktuell im scharfen Kurvenbereich hauptsächlich innenseitig geführt und somit über den Birkenweg weitergeleitet wird. In diesem Zusammenhang konnten bereits sinnvolle, möglichst einfach umzusetzende Lösungen formuliert werden, um das Wasser schadarm zum Birkenhofbach zu leiten. Hierfür ist es jedoch essentiell die betreffenden Bereiche freizuhalten und dass dort beispielsweise keine Heuballen, wie aktuell der Fall, gelagert werden.

Ortsbegehung Pützborn

07.08.2019

Am vergangenen Mittwoch trafen sich der Pützborner Ortsvorsteher , Johann Strunk, Vertreter der Feuerwehr und des Baurats sowie das Planungsbüro Hömme, um die Gefahrenlage am Pützbornerbach und das generelle Gefährdungspotenzial Pützborns bei Starkregen zu untersuchen. 

Über die Biberdamm-Straße, deren Häuser 2016 teilweise in erheblichem Maße  betroffen waren, ging es zur südwestlich gelegenen Brücke, an der es beim vergangenen Starkregenereignis zu einem markanten Rückstau kam, sodass die Brücke das ankommende Wasservolumen nicht mehr fassen konnte und der Bach zu beiden Seiten hin ausuferte. Von hier aus wurde das Wasser über die Straße Biberdamm weitergeleitet. Hier berichteten die Ortskundigen von überfluteten Kellerräumen und Grundstücken. Ein besonderes Gefährdungspotenzial ergibt sich für die Bauten mit bodentiefen Türen und Fenstern. Dies gilt grundsätzlich für alle Grundstücke, welche sich im Lauf des Pützborner Baches befinden. Hier ist es für die Eigentümer unumgänglich, sich über das Hochwasservorsorgekonzept hinaus mit privaten Objektschutzmaßnahmen auseinanderzusetzen. Im Rahmen des Hochwasservorsorgekonzeptes soll an einer Lösung gearbeitet werden, die darauf abzielt, das südlich angrenzende Grünland als Versickerungsfläche zu nutzen, um möglichst viel Wasser von der Bebauung fernzuhalten. Jedoch ist es essentiell den Bachlauf von losen Bauten, wie beispielsweise Holzschuppen, oder Materiallagerungen fernzuhalten. In diesem Zusammenhang fielen den Teilnehmern der Ortsbegehungen einige Beispiele entlang des Pützborner Baches auf, bei denen dies nicht gegeben war. Diese Thematik soll u.a. beim ersten Bürgerworkshop aufgegriffen und erläutert werden. Eine weitere Gefahrenstelle wurde unterhalb des Durchlassbereiches der Pützborner Straße identifiziert. Hier wird dem Pützbornerbach der Pützbach, welcher zuvor verrohrt unterhalb der westlich angrenzenden Bebauung verläuft, zugeführt. Bei starkem Niederschlag kommt es zum Einstau des Pützborner Baches und dementsprechend zum Rückstau des Zulaufes, welcher zu einem hohen Kanaldruck und folglich zum Überlaufen des Kanals innerhalb des bebauten Bereiches führt. Das Einlassrohr des soeben beschriebenen Pützbaches befindet sich auf einem privaten Grundstück in der Rotwildstraße. Hier wurden bereits einige vorbildliche Vorsorge-Maßnahmen ergriffen, wie beispielsweise die Anbringung eines Schräggitters. Ergänzend wurden hier ein paar Anmerkungen seitens des Planungsbüros gegeben, die im Konzept festgehalten werden, um das Wasser bei extremen Ereignissen oberflächlich, möglichst schadarm, zum Pützborner Bach zu führen.

Ein grundsätzlich hohes Potenzial der Gefahrenentschärfung sieht das Planungsbüro Hömme in der Renaturierung des stark begradigten Pützborner Baches. Hier gilt es im Rahmen der Erarbeitung des Konzeptes zu prüfen, inwiefern entsprechende Maßnahmen der Vorsorge im bevorstehenden Renaturierungsprojekt inbegriffen sind, bzw. welche im Zuge dessen ergänzend umgesetzt werden können, um die Gefahrenlage am Bachlauf zu reduzieren.

Die Ortsbegehung führte die Teilnehmer weiter in nordöstlicher Richtung zum Wohnviertel Im Hasenfeld. Laut den Erfahrungsberichten der Ortskundigen war hier beim letzten Starkregenereignis ein hoher Oberflächenabfluss zu beobachten, der von der nordöstlich angrenzenden Bundesstraße über einen kleinen Gehweg in den bebauten Bereich geführt wurde. In diesem Zusammenhang konnte bereits eine weiter zu prüfende Lösungsstrategie festgehalten werden, um das Wasser möglichst fern der aktuellen Bebauung führen zu können. Darüber hinaus wurde seitens des Planungsbüros auf Flächen hingewiesen, die es künftig grundsätzlich freizuhalten gilt. Als ein weiteres Wohngebiet, welches nach Angaben des Ortsvorstehers und seiner Begleiter, von einem mäßigen Oberflächenabfluss betroffen war, wurde die Bebauung der Gerolsteiner Straße benannt. In diesem Umfeld besichtigten die Teilnehmer die Entwässerungsrinne, welche das Wasser vom oberen zum unteren Lauf der Bundesstraße leitet und direkt an ein privates Grundstück grenzt. Auch an dieser Stelle kam es bei vergangenen Starkregenereignissen zum Übertreten des Wassers. 

Weitere Gefahrenstellen ergeben sich entlang des Pützborner Baches auch nördlich des eingangs beschriebenen Durchlasses der Pützborner Straße. Ähnlich wie im Bebauungsbereich des Biberdammes konnten private Materiallagerungen und Bauten im unmittelbaren Bachlauf identifiziert werden, welche die Gefahr bei Übertreten des Baches erheblich erhöhen, da diese Gegenstände durch die reißenden Wassermassen mittransportiert und im unteren Bachlauf zum Verschluss der Brückenbauwerke führen.

Ortsbegehung Niederstadtfeld

05.08.2019

Am vergangenen Montag trafen sich Ortsbürgermeister Günter Horten und das Planungsbüro Hömme GbR, um die Gewässer rund um und innerhalb von Niederstadtfeld unter Augenschein zu nehmen. Unterstützt wurden sie hierbei von Gemeindearbeiter Wilfried Molitor und dem Betriebsleiter des Warmpresswerks Manfred Trosdorff, der den Teilnehmern seine Erfahrungswerte aus dem Starkregenereignis von 2016 schilderte. Viele Faktoren führten im Jahr 2016 zur Überschwemmung der nordöstlich gelegenen Schmiedehalle: der Zusammenfluss vom Mühlen- und Ellendreeserbach oberhalb des Betriebsgeländes, die dortigen Durchlässe, deren Schräggitter innerhalb kürzester Zeit von Treibgut zugesetzt waren und die Teichanlage, südlich der Trauerhalle, welche nicht ausreichend als Puffer für die ankommenden Niederschlagsmengen dienen konnte. Im Sinne der Vorsorge und Reaktionsfähigkeit des Betriebes sind neben möglichen öffentlichen Maßnahmen aber auch private Maßnahmen zur Absicherung der Betriebsstätten erforderlich, um zukünftig Schäden auf dem Gelände und vor allem in den Betriebshallen zu vermeiden. 

Weiter ging es entlang des Kälberbaches in Richtung Kleine Kyll. Hier wurden bereits Wasserbausteine eingesetzt, um den Böschungsbereich zu festigen und Ausspülungen an der Böschungskante zu vermeiden, da derartige Prozesse im Zuge des letzten Starkregens von 2016 beobachtet werden konnten. Günter Horten führte die Teilnehmer weiter entlang der Kleinen Kyll bis zum Sportplatz. Dieser wurde 2016 diagonal von ausufernden Wassermassen der Kleinen Kyll überschwemmt, von wo aus diese wieder diagonal über die südlich angrenzende Wiese zur Kleinen Kyll zurückflossen. Ein weiterer kritischer Punkt stellt der Bachmäander der Kleinen Kyll in Höhe des Tennisplatzes dar. Hier wurde ein hohes Aufkommen eines invasiven Neophyten (Drüsiges Springkraut) festgestellt, welcher die Standfestigkeit der ohnehin erosionsanfällige Böschungskante immens beeinträchtigt. Von Bedeutung ist dieser Bereich, da sich in unmittelbarer Nähe die Landstraße (L27) befindet. Weiter nicht außer Acht gelassen sollte der unter dem alten Schulgelände verrohrte Risselbach. An dieser Stelle sollte berücksichtigt werden, dass unterirdisch zwei Gewässer zusammengeführt werden, die im Falle eines Starkregenereignisses von Abflüssen höher gelegener Flächen gespeist werden. Diese Sachlage und die aktuelle Nutzung im Bereich des östlich am Rohr angrenzenden Bachlaufs – aktuell werden hier größere Mengen an Holzmaterial gelagert – potenzieren die Gefahrenlage des ehemaligen Schulgeländes durch Zusetzen und Überströmen des Rohrdurchlasses. Diese Gefahrenlage gilt es innerhalb des Maßnahmenplanes in jedem Fall zu berücksichtigen.

Basierend auf der Starkregengefährdungskarte des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz und anhand der Erfahrungswerte von Günter Horden und Wilfried Molitor wurde anschließend der bebaute Bereich um den Niederstadtfelder Bach unter die Lupe genommen. Als kritische Punkte wurden an dieser Stelle der Zustand rund am Durchlass der Straße Zum Weiher und der Zustand der Tiefenrinne, die aus südwestlicher Richtung über privates Grundstücke verläuft, benannt. Entscheidend ist eine regelmäßig durchzuführende Unterhaltung eben dieser Flächen, so dass im Fall starker Niederschläge der Abfluss des Wassers gesichert werden kann. Im westlichen Verlauf des Niederstadtfelder Baches ist zeitnah eine Begehung der unmittelbar angrenzenden privaten Flächen in Abstimmung mit den Grundstücksbesitzern angedacht. 

Ortsbegehung Daun-Waldkönigen

23.07.2019

In Vorbereitung des Waldkönigener Bürgerworkshops wurde der Dauner Stadtteil am vergangenen Dienstag vom Planungsbüro und dem Ortsvorsteher Bernhard Kläs unter die Lupe genommen. Herr Kläs und zwei weitere Anwohner erinnerten sich insbesondere an den Starkregen im Jahr 2016, welcher den Pützborner Bach gefährlich anstiegen ließ und zu Schäden an sowie auf privaten Grundstücken führte. Der Waldkönigener Ortsvorsteher führte die Kolleginnen und Kollegen des Büros vom nördlich gelegenen Ortseintritt des Pützborner Baches am Buchenweg über die markante Tiefenrinne, die westlich hangabwärts zum Eichenweg führt und die Waldkönigenerstraße, bzw. zum daran angrenzenden Viertel zwischen Akazienweg und Birkenweg. Hier verläuft eine weitere, bei Niederschlag wasserleitende Konzentrationslinie. Erstere fließt offen über die sich westlich befindenden Hänge, bevor das Oberflächenwasser an der Bebauungsgrenze in ein Rohr geleitet wird. Die Tiefenrinne im Viertel Akazienweg/ Birkenweg verläuft zunächst offen aus nordöstlicher Richtung kommend zwischen der Bebauung, bevor sie am Akazienweg verrohrt in Richtung Ortsmitte zur Kanalisation geleitet wird. Die Übergange zwischen offener und verrohrter Tiefenlinie sind kritische Punkte, die bei der Konzepterstellung Beachtung finden werden. Insbesondere die Durchmesser der Rohre und der Zustand der Einlass-Roste sind wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt.  An dieser Stelle spielt auch die Unterhaltung der umliegenden Flächen eine entscheidende Rolle, um das Oberflächenwasser möglichst schadarm im Ort abzuführen. 

Weitere markante Punkte, die bei der Ortsbegehung begutachtet wurden, waren der Bachlauf des Pützborner Baches selbst sowie die an das Bachbett angrenzenden privaten Flächen der Anlieger. Hier zeigte sich u.a. durch das Ereignis 2016, dass eine Überflutungsgefahr besteht und insbesondere im Hinblick auf die zukünftig häufiger und intensiver auftretenden Starkregen eine hohe Hochwassergefährdung herrscht. Die teilweise privat entstandenen Brücken erhöhen die Gefahr, da sich diese oft in keinem guten Zustand befinden bzw. nicht ausreichend dimensioniert oder sogar ohne wasserrechtliche Genehmigung entstanden sind. Darüber hinaus auffällig sind die größtenteils sehr steilen Böschungen und der bestehende Unterhaltungsbedarf.

Ortsbegehung Daun-Weiersbach

02.08.2018

In Weiersbach zeigten Ortsvorsteher Konrad Junk sowie Mitglieder des Ortsbeirates und der Feuerwehr die Engstellen am längs durch den Ort fließenden Wirschbach. Dieser führt aufgrund der derzeitigen Trockenperiode kein Wasser, springt aber nach Aussage der Ortskundigen bei Starkregen schnell an. Vor allem die Durchlässe unter den Ortsstraßen könnten bei großen Wassermengen zu Problemen, Rückstau und oberflächlichem Wasserfluss durch den Ort führen. Hier wird eine besondere Begutachtung des Gewässersystems vorgeschlagen. Weitere Stellen der Ortsbegehung waren u. a. die Klärschlammvererdungsanlage, der ehemalige Mühlgraben an der Lieserbrücke und die Sohlrampe der Lieser am Mühlgraben der Üdersdorfer Mühle.

Ortsbegehung Daun-Gemünden

02.08.2018

Die südlichen Dauner Stadtteile Gemünden und Weiersbach sind geprägt durch ihre Lage an der Lieser. Insbesondere in Gemünden spitzt sich die Hochwassergefährdung in der bebauten Ortslage durch die Einmündung des Pützbaches in die Lieser zu. Der Pützbach bringt Material in die Ortslage und quert auf seinem Weg in die Lieser u. a. eine Holzbrücke, die zu massivem Rückstau und zur Überschwemmung der angrenzenden Grundstücke führt. Auch an der Lieserbrücke staut sich bei Hochwasser das Wasser in die angrenzenden Grundstücke zurück. Der innerörtliche Mündungsbereich sowie der Pützbach wurde von Planungsbüro und Vertretern des Stadtteiles sowie Ortsvorsteher Heinz-Peter Jungen begangen, die kritischen Stellen erfasst und Maßnahmenvorschläge dokumentiert. Für Gemünden empfiehlt sich hauptsächlich ein innerörtliches Gewässerprojekt, welches die Gesamtsituation an der Mündung entschärft. Dieses soll im Rahmen der Konzepterstellung weiter verfolgt werden.

Ortsbegehung Kernstadt Daun

30.07.2018

Am Nachmittag wurde der weitere Verlauf der Lieser im Bereich der Kernstadt Daun begangen. Stadtbürgermeister Martin Robrecht und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sowie der Freiwilligen Feuerwehr Daun erläuterten den Hochwasserablauf an den entsprechenden Gewässerabschnitten im Stadtbereich und zeigten die neuralgischen Punkte, an denen es zu Rückstau kommt und das Wasser über Straßen auf Grundstücke und angrenzende Häuser läuft. Begutachtet wurden u.a. der Kurpark, das Liesertal entlang der Sportplätze, der Lieserverlauf entlang der B 257 und das Rückhaltebecken am Josenbach. 

Ortsbegehung Daun-Boverath

30.07.2018

Am Vormittag zeigte der Boverather Ortsvorsteher Dieter Oster gemeinsam mit Vertretern des Ortsbeirates dem Planungsbüro den Verlauf der Lieser entlang der Ortslage sowie die auf der Boverather Gemarkung einmündenden Nebengewässer der Lieser, die aus einem großflächigen Einzugsgebiet Wasser bringen und nach Starkregen sowie längeren Niederschlagsperioden zu Hochwasserabfluss der Lieser beitragen. Insbesondere der einmündende Maubach bietet mit einem im Hauptschluss gelegenen Stauweiher ein gewisses Retentionspotenzial für die unterliegenden Anrainer der Lieser. Derzeit führt die Lieser extremes Niedrigwasser am Pegel in Boverath, dennoch konnten die Mitglieder des Ortsbeirates die Problematik im Hochwasserfall verdeutlichen und mögliche Maßnahmen für das Hochwasserschutzkonzept vorgedacht werden.

Ortsbegehung Daun-Rengen

04.06.2018

Nach einem erneuten Hagel- und Starkregenereignis am 27. Mai sowie am 1. Juni hat es an Hasbach und Lieser im Bereich Daun-Rengen großflächige Überschwemmungen gegeben. In einer Ortsbegehung mit zahlreichen Betroffenen wurden die einzelnen Problemstellen angeschaut und dokumentiert. Gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Winfried Schneider sowie Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr und vielen betroffenen Gewässeranliegern wurden am 4. Juni die überfluteten Bereich begangen, die Ausbreitung des Hochwassers gezeigt und die Fließwege des Starkregens aus dem Außengebiet dokumentiert. Der Hasbach uferte sehr stark aus und überflutete noch vor der Mündung in die Lieser die Ortseingangsstraße und zahlreiche Gebäude, Keller, Garagen und Grundstücke. Neben den Gewässern waren Anlaufstellen der Ortsbegehung auch Bereiche im Außengebeit, die bei Starkregen zu sturzflutartigem Wasserfluss Richtung Ortslage führen und die Rückhalteeinrichtungen der nahegelegenen Autobahn. Auch von hier wurden, nach Angaben der Bürgerinnen und Bürger, der Lieser erhebliche Wassermengen in kurzer Zeit zugeführt. 

Neben der Aufzeichnung der Schäden wurde beispielhaft anhand einiger Objekte auch erläutert, welche baulichen Zustände ein Eindringen des Wassers begünstigen und wie man sich selbst davor schützen kann. Neben Erläuterungen zu druckdichten Fenstern und Türen, Aufkantungen oder Ummauerungen von Lichtschächten, wassergefüllten Schlauchsystemen und montierten Dammbalkenverschlüssen, wurde explizit auch auf die Elementarschadenkampagne des Landes verwiesen. 

Ortsbegehung Kradenbach

12.04.2018

Ortsbürgermeister Helmut Pauly führte das Planungsbüro am Nachmittag zu den kritischen Stellen in Kradenbach. Der gleichnamige Bach mündet unterhalb der L 46 in die Lieser und führt lediglich im nördlichen Zulauf ins Dorf zu Problemen. Aus dem Wald kommend wird auch von Seitengewässern Wasser aufgenommen, dessen Menge insbesondere nach Starkregen die Kapazität der bestehenden Verrohrung im Bereich der Hauptstraße übersteigt. In der Folge kam es zu Überschwemmungen der angrenzenden Grundstücke. Bei Hochwasserführung kommt es zudem am Straßendurchlass unter der Landesstraße zu Rückstau. Um diesen entgegenzuwirken, sollen die Optionen zur Anlage von Rückhalteflächen unterhalb der Ortslage geprüft werden.

Ortsbegehung Sarmersbach

12.04.2018

Im Anschluss an die Begehung in Nerdlen zeigten Vertreter der Ortsgemeinde Sarmersbach die Ausmaße der Überflutung am Ortseingang sowie im Oberlauf des Sarmersbach. Eine besonders kritische Situation ergab sich im Umfeld der Kapelle, wo das Kanalsystem die Wassermassen nicht in den Sarmersbach abführen konnte und es zu einem druckartigen Überlauf auf die Straße und den angrenzenden Spielplatz kam. Weiteres Schadenspotenzial verursachten die Wegeseitengräben entlang der Bergstraße. Die Einlassgitter zur Verrohrung waren zugesetzt und leiteten das Wasser über die Straße in den Ort. Mögliche Potenziale des Sarmersbaches im Oberlauf, die Hochwassersituation durch eine Renaturierung zu verbessern, sollen nach Anregung von Ortsbürgermeister Dieter Treis im Rahmen der Hochwasserschutzkonzeption genauer begutachtet werden.

Ortsbegehung Nerdlen

12.04.2018

Der zweite Workshop in der Verbandsgemeinde Daun wird Ende Mai die drei benachbarten Gemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach behandeln. Gemeinsam mit Vertretern der Ortsgemeinden, der örtlichen Feuerwehren und betroffenen Anwohnern wurden die neuralgischen Punkte des letzten schweren Hochwasser- und Starkregenereignisses aus dem Jahr 2016 begangen und die damaligen Überflutungsbereiche nacherzählt. In Nerdlen wurde begonnen, Ortsbürgermeister Hermann Lenarz führte die Gruppe entlang der stark betroffenen Bereiche an Lieser und Sarmersbach. Beide Flüsse führten starkes Hochwasser, was besonders im innerörtlichen Mündungsbereich ausuferte und Straßen und Grundstücke einstaute. Während die Feuerwehr zu Einsätzen ausgerückt war, kam es zu einer Sturzflut entlang der Straße Am Berg, die die Situation zusätzlich verschärfte. Überflutet war auch das Feuerwehrhaus im Kreuzungsbereich zur Hauptstraße. Neben den beiden Gewässerläufen wurden auch die Wirtschaftswege hinter dem Neubaugebiet begutachtet, die in Teilen dazu beitragen, Niederschlagswasser in Richtung der Bebauung zu leiten. Aufgenommen wurden darüber hinaus Potenzialflächen zur Veränderung und Verbesserung der Abflusssituation an Lieser und Sarmersbach.

Ortsbegehung Dreis-Brück

29.03.2018

Die Ortslagen Dreis und Brück waren bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Anfang Juni 2016 mit am stärksten betroffen und verzeichneten eine Vielzahl von überschwemmten Grundstücken und vollgelaufenen Kellern.  Verschiedene Ursachen führten dazu, dass der Brücker Bach der Ahbach und der Feuerbach über die Ufer traten und oberflächlich über Straßen und landwirtschaftliche Flächen abflossen. Ortsbürgermeister Michael Jax und Gemeindearbeiter Werner Kirstgen zeigten dem Planungsbüro einige markante Stellen an den Gewässern sowie im Außenbereich der Ortslagen. Vor dem anstehenden Workshop konnte so schon einmal ein grober Überblick gewonnen werden, welche Auswirkungen starkregeninduzierte Hochwasser an den Gewässerläufen haben und für welche Bereiche Lösungsansätze gefunden werden müssen.

Begonnen wurde die Ortsbegehung am Haus Vulkania in Dreis und damit am Zusammenfluss von Feuerbach und Ahbach. Besonderes Augenmerk galt den Brückenbauwerken entlang der Gewässer, die 2016 durch mitgeführtes Material zugesetzt waren und die Hochwassersituation an diesen Stellen dramatisch verschärfte. Auch eine privat errichtete Brücke wurde damals mitgerissen, keilte sich an einer Brücke im Unterlauf fest und verstopfte den weiteren Abfluss des Wassers. Auch aus den Hangflächen hinter der Bebauung des Sonnenwegs lief das Wasser rückseitig in die Gebäude konnte nicht schadlos an den Grundstücken vorbeigeführt werden. Die Ortsgemeinde hat in Reaktion auf diese Ereignisse bereits kleinere Maßnahmen direkt umgesetzt und u.a. Randsteinhöhen zur Wasserführung am Weg angelegt und grobkörniges Steinmaterial zur Böschungssicherung am Brücker Bach eingebracht. Auch im Ortsteil Brück waren die Überschwemmungen 2016 sehr großflächig. Dazu beigetragen hat nicht nur die Kessellage und die flache Topographie im Tal, sondern auch die innerörtliche Verrohrung des Brücker Bachs. 

Vorstellung Maßnahmen

Das erste Vorsorgekonzept für die VG Daun nimmt Formen an: Anfang Mai 2019 ist die zweite Runde der Bürgerversammlungen gestartet. Es folgen bis Anfang Juni die Maßnahmenpräsentationen in allen Gemeinden, in denen bereits Workshops stattgefunden haben.

Maßnahmenpräsentation Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach

Ins Bürgerhaus Sarmersbach waren am Montagabend, 3. Juni 2019, die Bürgerinnen und Bürger der drei Ortsgemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach eingeladen, um die Präsentation der Maßnahmen durch das Planungsbüro Hömme zu verfolgen und zu erfahren, welche Ergebnisse und insbesondere welche Resultate in Form von umsetzungsfähigen Projekten zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge die Mitarbeit im ersten Workshop letztlich ergeben hat. Etwa 25 Besucher waren interessiert am Vortrag und der anschließenden Fragerunde. Im gemeinsamem Gespräch wurden einzelne Maßnahmen an den ausgehängten Steckbriefen und Übersichtsplänen nochmals detailliert erläutert und in Teilen auch konkretisiert bzw. durch neue Rückmeldungen aus Erfahrungen der vergangenen Ereignisse erweitert.

Zentrale Maßnahme für die Ortsgemeinden Nerdlen und Sarmersbach wird ein geplantes Gesamtprojekt zur Renaturierung des Sarmersbaches von der Quelle bis zur Mündung in die Lieser in Nerdlen. Ziel dieses wasserbaulichen Projektes soll neben der Verbesserung der ökologischen Aspekte auch die Beseitigung der hydraulischen Defizite im Bereich der Durchlassbauwerke in den bebauten Ortslagen sein sowie die Installation von Treibgutrückhalten und die Herstellung von Retentionsraum, insbesondere im Außengebiet und den Übergängen zu den Ortslagen.

Auch in Kradenbach soll ein Gesamtprojekt am Kradenbach bis zur Mündung in die Lieser sowie in Teilen auch an der Lieser umgesetzt werden, um ähnlich gelagerte Defizite zu beseitigen.

Der vorliegende Maßnahmenkatalog im Entwurf wird nun in Abstimmung mit dem Auftraggeber konkretisiert und fertiggestellt. Anschließend wird das Konzept geschrieben und dem Ministerium (MUEEF) sowie der SGD Nord zur Freigabe zugeleitet. 

Maßnahmenpräsentation Daun-Gemünden und Daun-Weiersbach

Im Bürgerhaus Weiersbach wurden am Montagabend, 27.M Mai 2019, die entwickelten Maßnahmen für die Dauner Stadtteile Gemünden und Weiersbach vorgestellt. Wie auch bereits beim ersten Bürgerworkshop, war vor allem das Interesse der besonders betroffenen Gemünder Bürgerinnen und Bürger groß. Der Verlauf des Pützborner Baches in der Ortslage und die ungünstige Einmündung in die Lieser sowie der daraus resultierende Rückstau bis zur Pützbachbrücke in der Lieserstraße, sorgen bei Hochwasser der Lieser und zudem nach Starkregenereignissen für großflächige Ausuferungen der Gewässer und viele betroffene Anwohner in Gemünden. Es galt bei der Erstellung des Vorsorgekonzeptes insbesondere für diesen kritischen Bereich Lösungen zu finden, um die Situation zukünftig zu entschärfen und das Gefahrenpotenzial zu reduzieren. Dies soll durch eine Gesamtmaßnahme zur Renaturierung des Pützborner Baches, von der Mündung bis vor die bebaute Ortslage, erreicht werden. Ziel ist es, ein innerhalb der Aktion Blau Plus förderfähiges Projekt auf den Weg zu bringen, mit dem die verschiedenen Missstände an den Gewässern behoben werden können. Dazu gehören u. a. die hydraulische Veränderung der Einmündung in die Lieser, die Schaffung von Retentionsraum entlang der Gewässer sowie die Errichtung von Treibgutrückhalten vor der Ortslage und die Optimierung des Wasserabflusses im Bereich der Brücken und Durchlässe. Bei der Umsetzung soll außerdem die mögliche Veränderung des Wasserabflusses am Pützborner Bach durch das geplante Neubaugebiet in Pützborn berücksichtigt werden. 

In Weiersbach birgt vor allem der Wirschbach die Gefahr, bei hohen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit hochwasserführend die Ortslage zu fluten. Die einzelnen Engstellen an den innerörtlichen Straßendurchlässen verschärfen die Situation. Auch am Wirschbach soll bereits oberhalb der Ortslage durch die Schaffung von Retentionsflächen, Treibgutrückhalten und ggf. die Reaktivierung bestehender Anlagen zum Wasserrückhalt die potenzielle Gefährdung herabgesetzt werden.

Weitere Maßnahmen sind u. a.:

  • Erarbeitung eines Gewässerunterhaltungskonzeptes entlang der Lieser
  • Festlegung von Unterhaltungsstrecken und -bedarf am Pützborner Bach
  • Errichtung von Abschlägen auf wasserführenden Wald- und Wirtschaftswegen im Außengebiet

Maßnahmenpräsentation Daun-Rengen

Die Vorstellung der geplanten Maßnahmen für den Dauner Stadtteil Rengen wurde sehr interessiert verfolgt. Die große Betroffenheit nach Starkregenereignissen 2016 und 2018 haben die Bevölkerung stark sensibilisiert. Rund 40 Einwohner waren am Abend des 20. Mai 2019 in den Rengener Bürgersaal gekommen, um vom beauftragten Planungsbüro Hömme aus Pölich zu erfahren, welche Maßnahmen seit dem Workshop im Juni 2018 entwickelt wurden und im Starkregen- und Vorsorgekonzept festgehalten werden. Von besonderem Interesse war natürlich, welche Maßnahmen mit hoher Priorität weiterverfolgt werden sollen und wann mit der ersten Umsetzung zu rechnen ist. Das Planungsbüro stellte in einer Präsentation die geplanten Projekte vor, anschließend standen Volker Thesen und Geschäftsführer Frank Hömme für Fragen und weitere Erläuterungen zur Verfügung. 

Aus den Erfahrungen mit Hochwasser und Starkregenabfluss konnte im Nachgang des letztjährigen Workshops eine detaillierte Übersicht über die neuralgischen Punkte und markanten, gewässerbezogenen Defizitbereiche erstellt werden. Daraus ergaben sich Handlungsbedarfe, die nun mit den entwickelten Maßnahmen nach und nach behoben oder zumindest verbessert werden sollen. Von besonderer Bedeutung sind dabei u. a. der Ortseingangsbereich der Rengener Straße, wo durch Starkregen Wasser unkontrolliert von den Hangflächen und den Anlagen der Rückhaltebecken der Autobahn auf die Straße und von dort in Richtung Ortslage läuft. Hier soll der gesamte Bereich überarbeitet werden, mit dem Ziel, das Wasser vor der Ortslage schadfrei in die Lieser abzuschlagen. Erhebliche Schäden und viele betroffene Anlieger gab es zuletzt mehrfach entlang des Hasbaches, der überlastet war, ausuferte und im Bereich der Rengener Straße einige Gebäude unter Wasser setzte. Verschärft wird die Situation durch das den Bachlauf stark einengende Brückenbauwerk der Rengener Straße sowie die Mündung in die Lieser, im rechten Winkel und direkt unterhalb der Lieserbrücke. Für den Hasbach sollen verschiedene Defizite im Gewässerverlauf im Rahmen eines Gesamtprojektes angegangen werden.

Weitere Maßnahmen sind u. a.:

  • Schaffung von Retentionsraum entlang der Lieser sowie an geeigneten Stellen am Mohlbach und dem Baubach
  • Errichtung von Treibgutrückhalt an der Lieser
  • Erstellung eines Unterhaltungskonzeptes für die Lieser
  • Herstellung von Notentlastungswegen im Bereich Tulpenstraße / Im Mohnfeld

Maßnahmenpräsentation Kernstadt Daun und Daun-Boverath

Nach der öffentlichen Präsentation der Maßnahmen in Dreis-Brück in der vergangenen Woche, wurden am gestrigen Montagabend, 13. Mai 2019, auch in Daun die ersten Maßnahmen vorgestellt. Das Planungsbüro Hömme erläuterte im Saal Wehrbüsch des Forums Daun die für das Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept konzipierten Vorhaben, die samt verantwortlichem Träger und beabsichtigtem Umsetzungszeitraum im Konzept festgehalten werden sollen. Wie auch beim Workshop im August 2018 war die Beteiligung im Vergleich zu anderen Gemeinden und Stadtteilen übersichtlich. Rund 15 Personen versammelten sich im Forum, um sich anzuhören, mit welchen Projekten und baulichen wie auch organisatorischen Maßnahmen man zukünftig bei Hochwassern und Starkregen besser geschützt sein möchte.

Für die Kernstadt Daun und Boverath wurden insgesamt zehn Maßnahmen beschrieben und erklärt, darüber hinaus sieben Maßnahmen übergeordneter und struktureller Natur. In Boverath beziehen sich die Vorhaben im Wesentlichen auf das Gewässersystem Maubach und den Maubachweiher. Eine Gesamtmaßnahme soll hier die biologische Durchgängigkeit des Gewässers wiederherstellen, den Mündungsbereich in die Lieser hydraulisch verbessern und auch den Weiher hinsichtlich möglicher Verbesserungen mit betrachten. Auch innerhalb des bevorstehenden Flurbereinigungsverfahrens sollen die Belange des Hochwasserschutzes mit berücksichtigt werden.

In Daun gehen die größte Gefahr und das höchste Schadenspotenzial von der Lieser aus. Ein Unterhaltungskonzept soll durch den für das Gewässer 2. Ordnung zuständigen Landkreis erstellt werden. Dieses soll festhalten, welche Gewässerabschnitte einer besonderen Unterhaltung auch im Sinne des Hochwasserschutzes bedürfen, welche Abschnitte wiederkehrend überwacht werden sollen und in welchen Bereichen der natürlichen Entwicklung Vorrang eingeräumt werden kann. Darüber hinaus soll für das Gewerbe- und Industriegebiet Rengen ein Notfallwegeplan aufgestellt werden, der die Möglichkeiten zur Herstellung einer neuen Zufahrt prüft, sodass auch im Hochwasserfall noch eine Zugänglichkeit gewährleistet ist. 

Ausgehend vom stark zugesetzten Regenrückhaltebecken Josenbach ergoss sich in der Vergangenheit häufig Wasser über die B 257 in den unterhalb liegenden Verkehrskreisel. Das Becken soll zukünftig wieder seiner ursprünglich beabsichtigten Nutzung als Rückhalt zugeführt und entsprechend hergerichtet werden. Im Zuge des geplanten Straßenausbaus der Bundesstraße soll außerdem eine Lösung zur Verhinderung einer Überflutung des Kreisels gefunden werden. 

Maßnahmenpräsentation Dreis-Brück

Vor etwas mehr als einem Jahr fand der erste Workshop zum Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept für die VG in Dreis-Brück statt. Unter großem Interesse und aktiver Mitarbeit wurden Lösungsvorschläge gesammelt und aus den Erfahrungen vergangener Überschwemmungsereignisse abgeleitet, wo Handlungsbedarf besteht, um bei zukünftigen Starkregen und Bachhochwassern weniger Schäden erwarten zu müssen. Ähnlich groß war dann auch die Neugier, welche Aufgaben, Projekte und Maßnahmen letztlich im Konzept Beachtung finden und für eine weitere Umsetzung erarbeitet und abgestimmt wurden. Das Planungsbüro Hömme lud die Bürgerinnen und Bürger am 09. Mai 2019 zur Vorstellung der Ergebnisse ins Haus Vulkania ein, um neben dem Arbeitsprozess seit dem letzten Workshop auch die Entwicklung der Maßnahmen transparent und nachvollziehbar darzustellen. In einer Präsentation wurden die derzeit noch im Entwurfsstadium vorliegenden Maßnahmen erläutert und außerdem begründet, warum manche Idee aus dem Workshop nicht in eine konkrete Aufgabe zur Umsetzung überführt werden konnte. 

Neben der Präsentation wurden an Stellwänden Steckbriefe zu den einzelnen formulierten Maßnahmen sowie eine Übersichtskarte mit deren örtlicher Einordnung ausgehangen, sodass im Anschluss noch die Möglichkeit bestand, sich ausführlicher zu informieren. Das Planungsbüro stand außerdem für Rückfragen bereit und nahm auch noch neue Ideen auf, die von einigen Bürgerinnen und Bürgern vorgebracht wurden. Da das Konzept noch im Entwurfsstadium ist, sollen diese noch bearbeitet werden und gegebenenfalls Berücksichtigung finden.

Ausdrücklich hingewiesen wurde auch noch einmal auf die Notwendigkeit, den öffentlichen Starkregen- und Hochwasserschutz durch geeignete Maßnahmen der privaten Eigenvorsorge zu ergänzen. Denn anders als das Wort es glauben macht, können die getroffenen Maßnahmen im öffentlichen Raum nicht für jeden bei jedem Ereignis ausreichenden Sicherheit vor Betroffenheit bieten. 

Unter anderem werden für Dreis-Brück folgende Maßnahmen im Konzept festgehalten:

  • Übernahme des Durchlassbauwerks des Ahbaches unter der B 421 in die Ausbauplanungen zum Straßenausbau des LBM
  • Optimierung des Stausees als Hochwasserrückhalt
  • Schaffung von Retentionsraum an einzelnen Gewässerabschnitten des Ahbaches, des Brücker Baches und des Feuerbaches
  • Renaturierung und Offenlegung des Brücker Baches in der Ortslage Brück
  • Schaffung von Wassernotentlastungen an diversen neuralgischen Punkten (bspw. Sonnenweg, Unterweg, Auf dem Triesch)