Hochwasservorsorgekonzept für die
Verbandsgemeinde Daun

Die Verbandsgemeindeverwaltung Daun startet mit dem Jahresbeginn 2018 die intensiven Arbeiten am ersten Hochwasserschutzkonzept.

Gemeinsam mit den jeweiligen Ortsgemeinden nimmt sich die Verbandsgemeindeverwaltung Daun der besonderen Starkregen- und Hochwasserproblematik im Verbandsgemeindegebiet an. In Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Maßnahmenträgern sowie im Rahmen einer intensiven Bürgerbeteiligung wird ein wirksames Starkregen- und Hochwasserschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Daun erstellt. In einem insgesamt mehrstufigen Prozess werden nun die ersten zehn Ortslagen untersucht.

Betroffenheit von Starkregen und Hochwasser

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2016 gingen heftige Starkregen in der Verbandsgemeinde Daun nieder. Besonders heftig traf es die nördlichen Ortslagen.
Auch in den lediglich an kleineren Bächen und Gewässersystemen gelegen Ortsgemeinden sorgen solch intensive Starkregenereignisse für schadhafte Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und unpassierbare Straßen. Verstärkt werden diese Gefahren durch Sturzfluten aus den Außengebieten, die sich aus den landwirtschaftlichen Flächen und Hanglagen in die bebauten Ortslagen und auf die Verbindungsstraßen ergießen und dort ein erhebliches Schadenspotenzial verursachen.

Insbesondere durch die vermehrt auftretenden Starkregen steigt das Erfordernis nach gezielten Vorsorgemaßnahmen gegenüber Sturzfluten und Überschwemmungen sowie vor Flusshochwassern, die durch eine konstant hohe Beregnung des Einzugsgebiets entstehen.

Ortsgemeinden

Die Verbandsgemeinde Daun besteht aus 37 Ortsgemeinden und der Stadt Daun. Das erste Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun wird zunächst für die Stadt Daun (mit den Stadtteilen Boverath, Gemünden, Rengen und Weiersbach) sowie für die Ortslagen Brück, Dreis, Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach erarbeitet.

Für weitere 15 Gemeinden wird die Aufstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes anschließend angegangen. Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung startet die Verbandsgemeindeverwaltung Daun den Arbeitsprozess und lädt dazu alle betroffenen Gemeinden sowie ihre interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Dabei werden das Projekt und die verschiedenen Arbeitsphasen vorgestellt. In einer zweiten Phase wird für die nachfolgend genannten Gemeinden/Ortsteile ein Hochwasserschutzkonzept aufgestellt:

  • Daun-Neunkirchen
  • Daun-Pützborn
  • Daun-Steinborn
  • Daun-Waldkönigen
  • Gillenfeld
  • Hinterweiler
  • Kirchweiler
  • Mehren (Gewerbegebiet)
  • Niederstadtfeld
  • Oberstadtfeld
  • Schönbach
  • Schutz
  • Strohn
  • Utzerath
  • Winkel

 Workshops

Die Bürgerbeteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses zur Ableitung von Maßnahmen für das Hochwasserschutzkonzept. Informieren Sie sich nachfolgend über die Ergebnisse der einzelnen Workshops. 

Workshop Daun-Gemünden und Daun-Weiersbach

Mit dem Workshop im Dauner Stadtteil Weiersbach endet am 25.09.2018 die erste Workshop-Runde zum Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun. Eingeladen waren die Bürgerinnen und Bürger aus Gemünden und Weiersbach, die vor allem die Hochwasser durch Lieser und Pützborner Bach diskutierten. Konrad Junk als gastgebender Ortsvorsteher von Weiersbach begrüßte, auch im Namen des Gemündener Ortsvorstehers Heinz Peter Jungen, die mehr als 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Dauner Stadtteilen. Besonders Gemünden war in den letzten drei Jahren sehr heftig durch Hochwasser sowohl von Lieser als auch vom inmitten des Ortes einmündenden Pützborner Bach betroffen. Entsprechend engagiert war die Beteiligung in der Gruppenarbeit des Workshops. Zwei Tische widmeten sich der Problemlage in Gemünden, ein dritter Tisch besprach die Gefährdungslage und mögliche Maßnahmenschwerpunkte in der Gemarkung Weiersbach.

In Gemünden geht durch die drei Brücken an Lieser und Pützborner Bach eine besondere Gefährdung aus, da diese je nach Unterhaltungszustand der Gewässer und mitgeführtem Material aus den Außengebieten sehr schnell zugesetzt sind und den Hochwasserpegel im innerörtlichen Bereich stark anschwellen lassen. Beiderseits der Lieser werden Straßen und Gebäude geflutet, wie im Sommer 2016 nach den heftigen Regenfällen mitunter innerhalb von nur zwei Stunden. Der Mündungsbereich des Pützborner Baches in die Lieser wurde als neuralgischer Punkt aufgenommen und dafür bereits Lösungsmöglichkeiten, etwa im Rahmen eines Renaturierungsprozesses des gesamten Gewässers, skizziert.

Auch in Weiersbach war die Lieserbrücke bereits weit eingestaut, wenn auch mit weniger schadhaften Auswirkungen für die Gebäude des Ortes. Entlang der Lieser kam es außerdem im Bereich der Klärschlammvererdungsanlage zu Ausspülungen des Weges. Nach Starkregen kam es vereinzelt auf Ortsstraßen zu oberflächlichem Wasserabfluss aus Wirtschafts- und Waldwegen. Hier wurden Abschläge in den Waldwegen als mögliche Lösung vorgeschlagen. Auch in Gemünden treten diese Probleme an den Ortsrändern auf.

Die Maßnahmen werden nun im weiteren Prozess durch das Planungsbüro erarbeitet, mit den zuständigen Fachbehörden und Akteuren besprochen und sollen in der ersten Jahreshälfte 2019 den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden. 

Workshop Kernstadt Daun und Daun-Boverath

Für die Kernstadt Daun und den Stadtteil Boverath fand der Workshop am 16.08.2018 im Forum Daun statt. In zwei engagierten Arbeitsgruppen wurden insbesondere der Überschwemmungsbereich der Lieser und der Einfluss des Maubaches bei Hochwasserführung besprochen. Stadtbürgermeister Martin Robrecht begrüßte die interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch im Namen des ebenfalls anwesenden Boverather Ortsvorstehers Dieter Oster. Mit einem Einstiegsvortrag wurde der Abend eröffnet. Vorgestellt wurden auch hier der Hintergrund und die Zielstellung des Projektes sowie die Aufgaben der integrierten Bürgerbeteiligung und die Möglichten und Pflichten der privaten Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Noch vor der Gruppenarbeit wurde von Bürgern angemerkt, dass entlang der Lieser Missstände bestehen, die von den unterschiedlichen Zuständigen und Aufgabenträgern nicht immer in gewünschtem Umfang beseitigt werden. 

In zwei Arbeitsgruppen wurde diese Diskussion anschließend vertieft und die angesprochenen Missstände sowie die Problembereiche und notwendige Verbesserungen schriftlich und im Plandokument festgehalten. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde außerdem verschiedene Lösungsvorschläge und Projektideen eingebracht, die gemeinsam hinsichtlich einer realistischen Umsetzbarkeit diskutiert wurden. Besonders die Überschwemmungsbereiche an der Lieser entlang der Sportanlagen und des Hubschrauberlandeplatzes sowie der stark zugewachsene Lieserverlauf entlang von Boverath waren intensiv besprochene Schwerpunkte. Einen Schutz der Sportanlagen, beispielweise durch eine Verwallung, würde aufgrund der Lage im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Lieser nur mit einer wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigung bei gleichzeitiger Schaffung von Ausgleichsflächen möglich sein. Zudem liegen benachbarte Flächen im Quellenschutzgebiet, was eine Umsetzung weiter erschwert. Zu diesem und weiteren Bereichen der Kernstadt und auch für den Stadtteil Boverath wurden Arbeitsaufträge für das Planungsbüro vermerkt und bereits einige weiterzuverfolgende Maßnahmen vorformuliert.

Workshop Daun-Rengen

Auch den Dauner Stadtteil Rengen hatet es bei den jüngsten Hagel- und Starkregenereignissen Ende Mai und Anfang Juni heftig getroffen. Nicht nur der Hagel sorgte für große Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden, sondern insbesondere die Überschwemmungen der Lieser und des Hasbachs führten zu einer Vielzahl an Betroffenen und einer entsprechend hohen Resonanz am Workshop zum Hochwasserschutzkonzept für die VG Daun.

Zum Workshop am Dienstag, 12.06.2018 luden das projektbegleitende Planungsbüro Hömme GbR (Pölich) sowie Ortvorsteher Winfried Schneider im Auftrag der Verbandsgemeindeverwaltung alle Rengener Bürgerinnen und Bürger ein, um gemeinsam die vergangenen Hochwasserereignisse zu dokumentieren und bereits an Maßnahmenoptionen zu arbeiten. Rund 50 Personen fanden sich im Bürgersaal in Rengen ein und hörten zunächst interessiert zu, als Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme den Hintergrund des Projekts und die beabsichtigte Vorgehensweise vorstellte. Um sich noch einmal den Ablauf der letzten Hagel und Starkregen sowie die Ausuferungen der Bäche und Flüsse vor Augen zu führen, wurden Videomitschnitte der Unwetter von 2016 und 2018 gezeigt, die ein Lieseranwohner zur Verfügung stellte. So konnte veranschaulicht werden, wie wichtig die Erstellung eines gesamtkonzeptionellen Vorgehens zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich Rengen ist.

Deutlich gemacht wurde in der Eröffnungspräsentation auch die Wichtigkeit zur Erfüllung privater Hochwasservorsorgemaßnahmen am eigenen Grundstück und Wohngebäude. Volker Thesen stellte verschiedene Strategien und Schutzmaßnahmen vor, mit denen man die potenziellen Eintrittswege des Wassers ins Gebäude verschließen und Schäden vermeiden kann.Im Anschluss wurden vier Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils von Mitarbeitern des Planungsbüros moderiert wurden und in denen die Fließwege des Wassers nachgezeichnet, die betroffenen Grundstücke kartiert und die Problemstellen in der Ortslage markiert wurden. Als besonders neuralgische Punkte wurden etwa die Hasbach-Brücke in der Rengener Straße sowie dessen Mündung in die Lieser gekennzeichnet und außerdem die Rückhaltebecken entlang der Autobahn und der begrenzte Verlauf der Lieser unterhalb der Ortslage. Viele weitere Stellen wurden für die weitere Erarbeitung von Maßnahmen aufgenommen und sollen nun vom Planungsbüro verarbeitet werden.

Workshop Kradenbach, Nerdlen, Sarmersbach

Am Montagabend, 28.05.2018, fand der Hochwasser- und Starkregen-Workshop für die Ortsgemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach im Bürgerhaus Sarmersbach statt. Ein heftiges Unwetter mit Starkniederschlägen und massivem Hagelschlag führte einen Abend zuvor zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern entlang des Sarmersbaches. Besonders betroffen waren die Gemeinden Sarmersbach und Nerdlen, wo die Ortsmitte um das Feuerwehrhaus breitflächig überschwemmt wurde. Das im Bau befindliche Bürgerhaus, welches nach den Ereignissen von 2016 nun hochwassersicher ausgebaut wird, wurde noch vor Fertigstellung erneut überflutet. Die Freiwilligen Feuerwehren waren im Dauereinsatz und zum Teil noch während des Workshops mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt.  

Entsprechend der aktuellen Betroffenheit und auch vor dem Hintergrund der erst zwei Jahre zurückliegenden Überschwemmungen in den Ortsgemeinden, war die Teilnahme am Workshop hoch und die Mitarbeit engagiert. Gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern Dieter Treis (Sarmersbach), Hermann Lenarz (Nerdlen) und Helmut Pauly (Kradenbach), Kameraden der Feuerwehren und etwa 25 betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wurden die Auswirkungen der Starkregen und Hochwasser an Sarmersbach, Lieser und den Nebengewässern nachgezeichnet und analysiert. Durch die noch frischen Erlebnisse konnten die Fließwege des oberflächig ablaufenden Wassers sehr detailliert erfasst werden und die überschwemmten Ortsteile und Privatgrundstücke kartiert werden. Aufgenommen wurden außerdem innerörtliche Problemstellen und neuralgische Punkte, die im Hochwasserfall das Ausmaß verschlimmern, wie etwa verstopfte Brückenbauwerke und Durchlässe oder am Gewässer gelagertes Material, welches mitgerissen und fortgespült wird.

Für die nun anstehende Entwicklung von Maßnahmen zur Entschärfung der Situationen in den Orten wurden Ideen und Vorschläge gesammelt und bereits vordiskutiert. Auch die Ausstattung der Feuerwehren und die Abläufe im Ereignisfall waren Themen des Abends. Außerordentlich gelobt wurden von allen Beteiligten die gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe und die Arbeiten der Feuerwehr.

Workshop Dreis-Brück

Am Abend des 26.04.2018 fand in der Ortsgemeinde Dreis-Brück der erste Workshop zum Hochwasserschutzkonzept der VG Daun statt. Im Haus Vulkania fanden sich rund 40 Bürgerinnen und Bürger ein, um gemeinsam mit Ortsbürgermeister Michael Jax und dem bearbeitenden Planungsbüro die Hochwasserproblematik in der Gemeinde zu erfassen und daraus abgeleitet zusammenzutragen, an welchen Stellen Maßnahmen zur Verbesserung notwendig sind, wie diese aussehen könnten und wie im Allgemeinen die örtliche Vorsorge vor Hochwassern und Überschwemmungen nach Starkregen verbessert werden kann. Nach der Begrüßung durch den Ortsbürgermeister stellte Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme zunächst den Projekthintergrund vor und welche Ziele mit der Aufstellung des Hochwasserschutzkonzeptes verbunden sind.

Anfang Juni 2016 sind an mehreren Tagen heftige Starkregen über beiden Ortsteilen niedergegangen und führten insbesondere durch die gesättigte Aufnahmekapazität des Bodens zu unvermindert oberflächlichem Abfluss und dadurch zu großflächigen Überschwemmungen, die durch zugesetzte Brücken und Durchlassbauwerke noch verschärft wurden. Entsprechend hoch war die Sensibilität der Workshop-Teilnehmer gegenüber der Thematik und das Bewusstsein über die Gefahren und Schäden, die durch Starkregen entstehen können. Dies und die persönlichen Erfahrungen jedes Einzelnen brachten ein sehr detailliertes Bild des Ausmaßes der Überschwemmungen, welches in den Arbeitsgruppen auf den Luftbildkarten nachgezeichnet werden konnte. An vier moderierten Gruppentischen, je zwei für die Ortsteile Dreis und Brück, wurden die Entstehungsgebiete der Sturzfluten, die Fließwege des Wassers aus dem Außengebiet in die Ortslagen sowie die überschwemmten Flächen nachgezeichnet. Mit verschiedenfarbigen Klebepunkten wurden Engstellen und neuralgische Punkte markiert und überlegt, welche Möglichkeiten es geben könnte, um das in den Ortskernen zusammenkommende Wasser – in Dreis etwa aus Ahbach, Angersbach, Feuerbach und Brückerbach, in Brück aus dem kesselförmigen Außengebiet um die Ortslage – mit weniger schadhaften Auswirkungen abführen zu können.

Daneben waren auch die private Hochwasservorsorge, der persönliche Objektschutz, der Umgang mit Lagerungen am Gewässer durch die direkten Anlieger sowie die Warnung der Bevölkerung, die Ausstattung der Feuerwehr und die Organisation der Einsatzabläufe besprochene und diskutierte Themen. 

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Daun-Weiersbach

02.08.2018

In Weiersbach zeigten Ortsvorsteher Konrad Junk sowie Mitglieder des Ortsbeirates und der Feuerwehr die Engstellen am längs durch den Ort fließenden Wirschbach. Dieser führt aufgrund der derzeitigen Trockenperiode kein Wasser, springt aber nach Aussage der Ortskundigen bei Starkregen schnell an. Vor allem die Durchlässe unter den Ortsstraßen könnten bei großen Wassermengen zu Problemen, Rückstau und oberflächlichem Wasserfluss durch den Ort führen. Hier wird eine besondere Begutachtung des Gewässersystems vorgeschlagen. Weitere Stellen der Ortsbegehung waren u. a. die Klärschlammvererdungsanlage, der ehemalige Mühlgraben an der Lieserbrücke und die Sohlrampe der Lieser am Mühlgraben der Üdersdorfer Mühle.

Ortsbegehung Daun-Gemünden

02.08.2018

Die südlichen Dauner Stadtteile Gemünden und Weiersbach sind geprägt durch ihre Lage an der Lieser. Insbesondere in Gemünden spitzt sich die Hochwassergefährdung in der bebauten Ortslage durch die Einmündung des Pützbaches in die Lieser zu. Der Pützbach bringt Material in die Ortslage und quert auf seinem Weg in die Lieser u. a. eine Holzbrücke, die zu massivem Rückstau und zur Überschwemmung der angrenzenden Grundstücke führt. Auch an der Lieserbrücke staut sich bei Hochwasser das Wasser in die angrenzenden Grundstücke zurück. Der innerörtliche Mündungsbereich sowie der Pützbach wurde von Planungsbüro und Vertretern des Stadtteiles sowie Ortsvorsteher Heinz-Peter Jungen begangen, die kritischen Stellen erfasst und Maßnahmenvorschläge dokumentiert. Für Gemünden empfiehlt sich hauptsächlich ein innerörtliches Gewässerprojekt, welches die Gesamtsituation an der Mündung entschärft. Dieses soll im Rahmen der Konzepterstellung weiter verfolgt werden.

Ortsbegehung Kernstadt Daun

30.07.2018

Am Nachmittag wurde der weitere Verlauf der Lieser im Bereich der Kernstadt Daun begangen. Stadtbürgermeister Martin Robrecht und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sowie der Freiwilligen Feuerwehr Daun erläuterten den Hochwasserablauf an den entsprechenden Gewässerabschnitten im Stadtbereich und zeigten die neuralgischen Punkte, an denen es zu Rückstau kommt und das Wasser über Straßen auf Grundstücke und angrenzende Häuser läuft. Begutachtet wurden u.a. der Kurpark, das Liesertal entlang der Sportplätze, der Lieserverlauf entlang der B 257 und das Rückhaltebecken am Josenbach. 

Ortsbegehung Daun-Boverath

30.07.2018

Am Vormittag zeigte der Boverather Ortsvorsteher Dieter Oster gemeinsam mit Vertretern des Ortsbeirates dem Planungsbüro den Verlauf der Lieser entlang der Ortslage sowie die auf der Boverather Gemarkung einmündenden Nebengewässer der Lieser, die aus einem großflächigen Einzugsgebiet Wasser bringen und nach Starkregen sowie längeren Niederschlagsperioden zu Hochwasserabfluss der Lieser beitragen. Insbesondere der einmündende Maubach bietet mit einem im Hauptschluss gelegenen Stauweiher ein gewisses Retentionspotenzial für die unterliegenden Anrainer der Lieser. Derzeit führt die Lieser extremes Niedrigwasser am Pegel in Boverath, dennoch konnten die Mitglieder des Ortsbeirates die Problematik im Hochwasserfall verdeutlichen und mögliche Maßnahmen für das Hochwasserschutzkonzept vorgedacht werden.

Ortsbegehung Daun-Rengen

04.06.2018

Nach einem erneuten Hagel- und Starkregenereignis am 27. Mai sowie am 1. Juni hat es an Hasbach und Lieser im Bereich Daun-Rengen großflächige Überschwemmungen gegeben. In einer Ortsbegehung mit zahlreichen Betroffenen wurden die einzelnen Problemstellen angeschaut und dokumentiert. Gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Winfried Schneider sowie Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr und vielen betroffenen Gewässeranliegern wurden am 4. Juni die überfluteten Bereich begangen, die Ausbreitung des Hochwassers gezeigt und die Fließwege des Starkregens aus dem Außengebiet dokumentiert. Der Hasbach uferte sehr stark aus und überflutete noch vor der Mündung in die Lieser die Ortseingangsstraße und zahlreiche Gebäude, Keller, Garagen und Grundstücke. Neben den Gewässern waren Anlaufstellen der Ortsbegehung auch Bereiche im Außengebeit, die bei Starkregen zu sturzflutartigem Wasserfluss Richtung Ortslage führen und die Rückhalteeinrichtungen der nahegelegenen Autobahn. Auch von hier wurden, nach Angaben der Bürgerinnen und Bürger, der Lieser erhebliche Wassermengen in kurzer Zeit zugeführt. 

Neben der Aufzeichnung der Schäden wurde beispielhaft anhand einiger Objekte auch erläutert, welche baulichen Zustände ein Eindringen des Wassers begünstigen und wie man sich selbst davor schützen kann. Neben Erläuterungen zu druckdichten Fenstern und Türen, Aufkantungen oder Ummauerungen von Lichtschächten, wassergefüllten Schlauchsystemen und montierten Dammbalkenverschlüssen, wurde explizit auch auf die Elementarschadenkampagne des Landes verwiesen. 

Ortsbegehung Kradenbach

12.04.2018

Ortsbürgermeister Helmut Pauly führte das Planungsbüro am Nachmittag zu den kritischen Stellen in Kradenbach. Der gleichnamige Bach mündet unterhalb der L 46 in die Lieser und führt lediglich im nördlichen Zulauf ins Dorf zu Problemen. Aus dem Wald kommend wird auch von Seitengewässern Wasser aufgenommen, dessen Menge insbesondere nach Starkregen die Kapazität der bestehenden Verrohrung im Bereich der Hauptstraße übersteigt. In der Folge kam es zu Überschwemmungen der angrenzenden Grundstücke. Bei Hochwasserführung kommt es zudem am Straßendurchlass unter der Landesstraße zu Rückstau. Um diesen entgegenzuwirken, sollen die Optionen zur Anlage von Rückhalteflächen unterhalb der Ortslage geprüft werden.

Ortsbegehung Sarmersbach

12.04.2018

Im Anschluss an die Begehung in Nerdlen zeigten Vertreter der Ortsgemeinde Sarmersbach die Ausmaße der Überflutung am Ortseingang sowie im Oberlauf des Sarmersbach. Eine besonders kritische Situation ergab sich im Umfeld der Kapelle, wo das Kanalsystem die Wassermassen nicht in den Sarmersbach abführen konnte und es zu einem druckartigen Überlauf auf die Straße und den angrenzenden Spielplatz kam. Weiteres Schadenspotenzial verursachten die Wegeseitengräben entlang der Bergstraße. Die Einlassgitter zur Verrohrung waren zugesetzt und leiteten das Wasser über die Straße in den Ort. Mögliche Potenziale des Sarmersbaches im Oberlauf, die Hochwassersituation durch eine Renaturierung zu verbessern, sollen nach Anregung von Ortsbürgermeister Dieter Treis im Rahmen der Hochwasserschutzkonzeption genauer begutachtet werden.

Ortsbegehung Nerdlen

12.04.2018

Der zweite Workshop in der Verbandsgemeinde Daun wird Ende Mai die drei benachbarten Gemeinden Kradenbach, Nerdlen und Sarmersbach behandeln. Gemeinsam mit Vertretern der Ortsgemeinden, der örtlichen Feuerwehren und betroffenen Anwohnern wurden die neuralgischen Punkte des letzten schweren Hochwasser- und Starkregenereignisses aus dem Jahr 2016 begangen und die damaligen Überflutungsbereiche nacherzählt. In Nerdlen wurde begonnen, Ortsbürgermeister Hermann Lenarz führte die Gruppe entlang der stark betroffenen Bereiche an Lieser und Sarmersbach. Beide Flüsse führten starkes Hochwasser, was besonders im innerörtlichen Mündungsbereich ausuferte und Straßen und Grundstücke einstaute. Während die Feuerwehr zu Einsätzen ausgerückt war, kam es zu einer Sturzflut entlang der Straße Am Berg, die die Situation zusätzlich verschärfte. Überflutet war auch das Feuerwehrhaus im Kreuzungsbereich zur Hauptstraße. Neben den beiden Gewässerläufen wurden auch die Wirtschaftswege hinter dem Neubaugebiet begutachtet, die in Teilen dazu beitragen, Niederschlagswasser in Richtung der Bebauung zu leiten. Aufgenommen wurden darüber hinaus Potenzialflächen zur Veränderung und Verbesserung der Abflusssituation an Lieser und Sarmersbach.

 

Ortsbegehung Dreis-Brück

29.03.2018

Die Ortslagen Dreis und Brück waren bei den Starkregenereignissen Ende Mai und Anfang Juni 2016 mit am stärksten betroffen und verzeichneten eine Vielzahl von überschwemmten Grundstücken und vollgelaufenen Kellern.  Verschiedene Ursachen führten dazu, dass der Brücker Bach der Ahbach und der Feuerbach über die Ufer traten und oberflächlich über Straßen und landwirtschaftliche Flächen abflossen. Ortsbürgermeister Michael Jax und Gemeindearbeiter Werner Kirstgen zeigten dem Planungsbüro einige markante Stellen an den Gewässern sowie im Außenbereich der Ortslagen. Vor dem anstehenden Workshop konnte so schon einmal ein grober Überblick gewonnen werden, welche Auswirkungen starkregeninduzierte Hochwasser an den Gewässerläufen haben und für welche Bereiche Lösungsansätze gefunden werden müssen.

Begonnen wurde die Ortsbegehung am Haus Vulkania in Dreis und damit am Zusammenfluss von Feuerbach und Ahbach. Besonderes Augenmerk galt den Brückenbauwerken entlang der Gewässer, die 2016 durch mitgeführtes Material zugesetzt waren und die Hochwassersituation an diesen Stellen dramatisch verschärfte. Auch eine privat errichtete Brücke wurde damals mitgerissen, keilte sich an einer Brücke im Unterlauf fest und verstopfte den weiteren Abfluss des Wassers. Auch aus den Hangflächen hinter der Bebauung des Sonnenwegs lief das Wasser rückseitig in die Gebäude konnte nicht schadlos an den Grundstücken vorbeigeführt werden. Die Ortsgemeinde hat in Reaktion auf diese Ereignisse bereits kleinere Maßnahmen direkt umgesetzt und u.a. Randsteinhöhen zur Wasserführung am Weg angelegt und grobkörniges Steinmaterial zur Böschungssicherung am Brücker Bach eingebracht. Auch im Ortsteil Brück waren die Überschwemmungen 2016 sehr großflächig. Dazu beigetragen hat nicht nur die Kessellage und die flache Topographie im Tal, sondern auch die innerörtliche Verrohrung des Brücker Bachs.