Hochwasservorsorgekonzept für die
Stadt Wittlich

Die Stadt Wittlich bündelt ihre Kräfte und die Erfahrungen aus vergangenen Starkregen- und Hochwasserereignissen zur Erstellung eines umfassenden Vorsorgekonzepts für die Stadt und alle Stadtteile.

Vorsorgekonzept: Starkregen und Hochwasser

Die Stadt Wittlich stellt sich der Herausforderung der zunehmenden Starkregenereignisse und der Gefährdung durch Flusshochwasser und möchte für ihren Stadtbereich ein schließlich Stadtteile umfassende Hochwasservorsorge betreiben. Mit Hilfe eines Hochwasserschutzkonzeptes sollen einerseits die Gefahren des Flusshochwassers an der Lieser (z.B. Innenstadt Wittlich) und andererseits die Gefahren an den kleineren Nebengewässern (z.B. Sterenbach im Stadtteil Lüxem oder Oligbach im Stadtteil Bombogen) oder auch kritischen landwirtschaftlich genutzten Außengebieten im Bereich auslaufender besiedelter Hangfußla­gen (z.B. Neuerburg) analysiert und mit Vorsorgemaßnahmen abgemildert und entschärft werden.

Hochwasser- und Starkregenereignisse können nicht verhindert werden, und es kann auch keinen vollständigen Schutz vor diesen Naturgefahren geben. Größere Hochwasser als bisher sind möglich. Deshalb ist in jeder potenziell betroffenen Ortschaft, ob mit oder ohne Schutz­anlage, Hochwasservorsorge erforderlich. Das trifft auch für die Stadt Wittlich an der Lieser und ihre Stadtteile an den Nebengewässern zu – auch wenn nicht alle Stadtteile wie etwa 2016 gleichermaßen betroffen waren. Starkregenereignisse können praktisch jeden Stadtteil treffen.

Hochwasserrisikomanagement mit umfassender Hochwasservorsorge geht über die bisher im Mittelpunkt stehenden Handlungsbereiche „Technischer Hochwasserschutz“ und „Was­serrückhalt in der Fläche“ hinaus. In der Stadt Wittlich wurden bisher  über die Aktion Blau Plus technische Maßnahmen oder auch Renaturierungsprojekte durchgeführt. Man ist sich in der Stadt bewusst, dass weitere wichtige Themen der Hochwasservorsorge notwendig sind. Ansatzpunkte sind hier:

  • die Information der betroffenen Bevölkerung und der Industrie und des Gewerbes,
  • das hochwasserangepasste Planen, Bauen und Sanieren und
  • die Gefahrenabwehr und der Katastrophenschutz (Notfallplanung, Evakuierung)

Neben den öffentlichen Stellen beim Land und bei den Kommunen müssen auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger private Hochwasservorsorge betreiben und damit die öffentlichen Maßnahmen ergänzen. Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Stadtteile

Das Hochwasser- und Starkregenkonzept für die Stadt Wittlich umfasst neben der Kernstadt Wittlich auch die weiteren Stadtteile Bombogen, Dorf, Lüxem, Neuerburg und Wengerohr. 
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Ortsbegehungen

Hier informieren Sie im Anschluss an die durchgeführten Ortsbegehungen über identifizierte Problemstellen und für die weitere Maßnahmenentwicklung aufgenommene Defizite.

Ortsbegehung Lüxem

21.03.2019

Bereits nach vergleichsweise niedrigen Starkregenereignissen kam es 2016 und 2018 entlang des Sterenbaches in der bebauten Ortslage Lüxem zu großflächigen Überschwemmungen. Betroffen waren eine Vielzahl an Gartengrundstücken, Häusern und auch die innerörtlichen Straßen. Zudem war die unterhalb des Stadtteils verlaufende Bundesstraße 49 überflutet und musste zeitweise gesperrt werden. Noch vor dem Bürgerworkshop wurde der Stadtteil sowie das relevante Außengebiet durch das Planungsbüro begangen. Unterstützt von Vertretern des Stadtteils, der Stadtwerke und der Feuerwehr sowie des städtischen Bauhofs und des Ordnungsamtes, wurden die Gewässerläufe (Steinigebach, Pfaffenbach, Lüschtenbüschgraben) oberhalb der bebauten Ortslage unter die Lupe genommen und im weiteren Verlauf auch der innerorts fließende Sterenbach. Hier zeigte sich in den letzten Jahren, dass auch bei durchschnittlichen Niederschlagsmengen bereits eine Überflutungsgefahr besteht und insbesondere im Hinblick auf die zukünftig häufiger und intensiver auftretenden Starkregen eine hohe Hochwassergefährdung herrscht. Der Sterenbach ist in weiten Abschnitten bis direkt ans Bachbett bebaut und verfügt über nur begrenzten Retentionsraum. Zudem wird bereits aus dem Außengebiet Material mitgeführt, dass die vielen Durchlässe und Brücken zusetzt und die Überschwemmungsgefahr erhöht. Verdeutlicht wurden die Erfahrungen vor Ort durch Erzählungen von betroffenen Anwohnern und durch mitgebrachtes Bildmaterial, das bereits dabei half, mögliche Maßnahmen zur Minderung des Schadenspotenzials zu diskutieren.

Weitere markante Punkte, die bei der Ortsbegehung begutachtet wurden, waren der Verlauf des Sterenbaches unterhalb der Ortslage, das Überschwemmungsgebiet im Bereich der Bundesstraße sowie die Sturzflutgefährdung oberhalb der Baugebiete Zum Wenigenberg, Auf dem Weisrink und Am Wiesenhang.

Ortsbegehung Bombogen

11.03.2019

Bedingt durch seine Lage zwischen den Stadtteilen Dorf und Neuerburg oberhalb und Wengerohr unterhalb, führen die Gewässerläufe und in Teilen auch das nach Starkregen anfallende Oberflächenwasser durch Bombogen und stellen ein entsprechendes Gefahrenpotenzial für Überschwemmungen der Straßen und angrenzender Grundstücke dar. Nachdem dem Oligbach oberhalb der bebauten Ortslage der aus Dorf kommende Dorfbach zugeflossen ist, mündet er verrohrt in der Raiffeisenstraße dem Schattengraben zu. Dieser wiederum wurde vor mehreren Jahren unterhalb der Ortslage bis nach Wengerohr renaturiert. Im Zulauf nach Bombogen jedoch verläuft er sehr gerade gestreckt, was bedeutet, dass er mit hoher Fließgeschwindigkeit in Ortslage eintritt und es je nach Wasserführung und Materialtransport an den Durchlässen im Bereich der Berlinger Straße zu Rückstau und Überschwemmungen kommen kann.

Auch am Oligbach hat es in den letzten Jahren bereits durch Überschwemmungen betroffene Anlieger gegeben. In der Hofstraße wurden Privatgrundstücke überschwemmt – sowohl durch Oberflächenabfluss von den landwirtschaftlichen Flächen zwischen Hof- und Raiffeisenstraße als auch durch Rückstau an den Durchlässen des Oligbaches entlang der Straße. Neben diesen neuralgischen Punkten waren weitere Stellen bei der Ortsbesichtigung die im Zuge der Baugebietsentwicklung angelegten Rückhaltungen und Retentionsräume im Hofflürchen, der Stauraumkanal in Verlängerung der Straße Zur Acht und der Verlauf des Schattengrabens in Kreuzung der Straße Im Brühl.

Ortsbegehung Wengerohr

15.02.2019

Bislang hat man im Stadtteil Wengerohr kaum Probleme oder Schäden durch Starkregenabfluss oder hochwasserführende Gewässer zu verzeichnen. Dennoch sind einige kritische Stellen bekannt, die bei zukünftigen Extremereignissen ein hohes Gefahrenpotenzial für Teile der Ortslage haben. Diese und weitere wurden bei der Ortsbegehung genauer begutachtet. Ortsvorsteher Jochen Platz hatte am Freitagmittag zur gemeinsamen Ortsbegehung in Vorbereitung des Workshops für den Stadtteil Wengerohr alteingesessene Bürger geladen, die gemeinsam mit dem Planungsbüro Hömme sowie der Feuerwehr und Vertretern von Stadtwerke und Ordnungsamt die relevanten neuralgischen Punkte begangen. Zuletzt war nach einem niederschlagsreichen Regenereignis der Durchlass des Belzengrabens an der Seniorenresidenz St. Paul durch Treibgut verstopft und führte zu einer Überschwemmung der Straße. Dort wurde die Ortsbesichtigung begonnen. Der Oberlauf des Belzengrabens wurde ebenso inspiziert, wie die oberhalb von St. Paul liegenden Retentionsflächen und ein Rückhaltebecken. 

Einen Schwerpunkt bei der Vor-Ort-Analyse stellte der längs durch den Stadtteil, mitten durch die Bebauung verlaufende, Belinger Graben (Bachgraben) dar. Dieser ist stellenweise verrohrt, läuft nördlich der Bahnlinie lang gestreckt zwischen teils bis dicht an das Gewässer bebauten bzw. genutzten Grundstücken, bevor er im Bereich des Altdorfes wieder verrohrt dem Schienengraben zufließt. Der innerörtliche beengte Verlauf stellt ein hohes Gefahrenpotenzial dar, wenn das Gewässer in Folge von Starkregen sprunghaft ansteigt und – anders als etwa derzeit – plötzlich große Mengen Wasser abführen muss. Die mitunter rechtwinkligen Abzweigungen und Verrohrungen sind hydraulische Engpässe, die bei hoher Wasserführung zu Überschwemmungen der angrenzenden Bereiche führen können. Im Rahmen des Hochwasservorsorgekonzeptes sollen geeignete Maßnahmen entwickelt werden, um die Situation zu entschärfen. Zudem werden im bevorstehenden Workshop Möglichkeiten aufgezeigt, wie auch die Bachanlieger ihre Grundstücke und Gebäude schützen können, um Schäden vorzubeugen.

Auch das Gewerbegebiet wurde bei der Begehung hinsichtlich einer erhöhten Starkregengefährdung angeschaut. Einen gesonderten Workshop für Gewerbe- und Industriebetriebe wird es im Frühjahr geben.

Ortsbegehung Dorf

29.01.2019

Der Stadtteil Neuerburg wurde hinsichtlich Starkregen- und Hochwassergefahren bereits begangen. Heute Vormittag stand dann die Begehung des Nachbarstadtteils Dorf auf dem Programm. Hier lag der Schwerpunkt auf Wasserabfluss durch Starkregen aus den landwirtschaftlichen Parzellen sowie von der Autobahn kommend in Richtung Ortslage. Ende Mai 2018 verursachte zuletzt ein Starkregenereignis größere Probleme und Betroffenheit im Stadtteil Dorf. Durch Wasserabfluss entlang von Wirtschaftswegen, aus den angrenzenden landwirtschaftlichen Parzellen sowie im weiteren Verlauf über Straßen und Grundstücke waren einzelne Hausbesitzer von Überschwemmungen und Wassereintritt in Keller und Wohnbereiche betroffen. Mittlerweile haben diese bereits mit baulichen Veränderungen auf dem Grundstück sowie bspw. an den Lichtschächten des Kellers für eine Verbesserung des eigenen Schutzes gesorgt. Gemeinsam mit Vertretern von Stadtwerke, Stadt und Feuerwehr sowie mit Ortsvorsteher Holger Freund, wurden die Ursprungsgebiete angeschaut und mögliche öffentliche Maßnahmen zur Schadensminimierung besprochen. Auch durch die Entwässerung der Autobahn kam es zu erhöhtem Wasserabfluss im Bereich nördlich der Ortslage. Hier steht die Stadt bereits in Kontakt mit dem zuständigen LBM und es sind bereits Umbauten zur Verbesserung der Situation eingeleitet worden, die im Rahmen der Konzepterstellung weiterverfolgt werden.

Westlich der Ortslage und der Autobahn kommt es ebenfalls zu Bodenabtrag bei erhöhten Niederschlagsmengen, der anschließend bereits mehrfach die Bundesstraße 49 überschwemmte und zu Verkehrsbehinderungen führte. Weitere Punkte der Ortsbegehung waren das geplante Neubaugebiet am Promenadenweg sowie der Wasserfluss entlang von Flußbacherweg und Alftalstraße.

Ortsbegehung Kernstadt Wittlich

28.01.2019

Noch vor der Auftaktveranstaltung erkundeten Planungsbüro und städtische Vertreter den Innenstadtbereich Wittlichs und die Problemstellen entlang der Lieser, des Rommelsbaches sowie mögliche sturzflutgefährdete Bereiche in städtischer Randlage. Nach einer gezielten Vorbesprechung und einer Analyse der Sturzflutgefahrenkarte, wurde zunächst der komplette Verlauf der Lieser im Bereich der Innenstadt – zwischen Bastenmühle und dem Konversionsgebiet an der L 141 – abgegangen. Dabei wurden Missstände entlang des Gewässers aufgenommen, notwendiger Handlungsbedarf festgehalten und mögliche Maßnahmen für das Vorsorgekonzept diskutiert. Neben der Lieser führte auch der einmündende Rommelsbach vor einigen Jahren nach einem heftigen Starkregenereignis zu Überschwemmungen und überflutete unter anderem eine Kindertagesstätte. Hier wurde im Nachgang ein technischer Hochwasserschutz installiert, jedoch unter der Bedingung, mittelfristig das gesamte Gewässer vor dem Hintergrund des Hochwasserschutzes sowie der Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit zu betrachten und Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Im Rahmen der Begehung zum Hochwasservorsorgekonzept wurde das Gewässers mit Hinblick auf mögliche Maßnahmen begangen.

Weitere Stellen, die gemeinsam mit Vertretern der Stadtwerke, der Stadt sowie der Freiwilligen Feuerwehr angeschaut wurden, waren das Einzugsgebiet des Rommelsbaches, der Bereich Fallerweg sowie die links der Lieser gelegenen Wohngebiete unterhalb des Rollkopfes und des Krankenhauses.

Ortsbegehung Neuerburg

21.01.2019

Am Montagvormittag wurde der östlichste Wittlicher Stadtteil Neuerburg begangen – gemeinsam mit Vertretern der Stadtwerke und der Stadt Wittlich, der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich und des Ortsbeirats Neuerburg. Unter der Führung der Ortskundigen wurden sowohl die bebaute Ortslage und die verrohrten wie offen liegenden Gewässerabschnitte als auch das große, landwirtschaftlich genutzte Außengebiet genau betrachtet. Der Fokus lag dabei neben den Erfahrungen, die bei vergangenen Starkregenereignissen und mit den hochwasserführenden Gewässern gemacht wurden, auf den sich durch Topographie und Nutzung des Geländes sowie der örtlichen Bebauung und Wasserführung ergebenden Gefahrenpunkten bei zukünftigen und möglicherweise niederschlagsreicheren Extremereignissen.

Bei der umfangreichen Ortsbegehung wurden unter anderem folgende Bereiche genauer unter die Lupe genommen: Verlauf des Oligbaches durch die Ortslage sowie unterhalb der B 49 in Richtung Bombogen, Oberflächenentwässerung im Neubaugebiet Hatzdorfer Straße sowie im Bereich Birkenstraße, Außengebietsentwässerung im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen oberhalb der Ortslage, Abflusskonzentration mit Sturzflutgefährdung östlich der bebauten Ortslage im Bereich Sportplatz und Ulmenhof.

Konkretisiert werden soll die örtliche Analyse dann beim Bürgerworkshop, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind, um ihre eigenen Erfahrungen mit Starkregenereignissen zu schildern und ggf. weitere problematische Stellen in der Ortslage zu benennen.

Workshops

Auch die Bürgerversammlungen und Workshops werden dokumentiert und an dieser Stelle kurz nachberichtet.

Workshop Gewerbe und Industrie

10.04.2019

Nach den vier Bürgerworkshops wurde am Mittwochabend zu einer spezifischen Informations- und Austauschveranstaltung für Gewerbe- und Industriebetriebe in die Synagoge Wittlich eingeladen, um auf die besonderen Risiken für Betriebe durch Hochwasser und Starkregen aufmerksam zu machen. Der persönlichen Einladung von Planungsbüro und Stadtwerken waren lediglich vier Vertreter der mehr als 100 angeschriebenen Betriebe und Grundstücksbesitzer in den Gewerbegebieten gefolgt. Dies waren insbesondere diejenigen, die bereits durch Oberflächenabfluss nach Starkregen betroffen waren und sich vornehmlich über Möglichkeiten der Eigenvorsorge informieren wollten. Darüber hinaus wurden aber auch die Gründe für die Betroffenheit nach den letzten Regenereignissen ausgetauscht. Das Planungsbüro nahm die Erfahrungen und Lösungsvorschläge auf: wo kam das Wasser her, wie waren die Fließwege, wo kam es zu Rückstau und Einstau von Flächen und wie könnten geeignete Maßnahmen zur Minderung des Risikos aussehen.

Als Gastredner und Experte war Reinhard Vogt aus Köln angereist. Der langjährige Leiter der Hochwasserschutzzentrale Köln und Initiator des HochwasserKompetenzCentrums stellte in seinem Impulsvortrag die besonderen Risiken für Industrie- und Gewerbebetriebe vor, die bei Überschwemmungen durch Hochwasser und Starkregen auftreten und welches geeignete Maßnahmen der Eigenvorsorge sind, um die Betriebsflächen und vor allem die Produktion und die Betriebsabläufe hochwassersicher anzupassen. Dazu gehören neben dem baulichen Schutz der Gebäude, Hallen und Gelände unter anderem auch die Aufstellung eigener Notfallpläne, die Schulung der Mitarbeiter, der Abschluss spezieller Versicherungen (bspw. Gewerbliche Sachversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung).

Workshop Lüxem

27.03.2019

Zum letzten Workshop in der Stadt Wittlich waren alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Lüxem eingeladen. Vor allem 2016 und 2018 waren viele Anwohner entlang des Sterenbachs durch Hochwasser betroffen. Entsprechend reichhaltig waren die Erfahrungen, die an den Arbeitstischen gesammelt wurden. André Engel von den Stadtwerken Wittlich und Ortsvorsteher Peter van der Heyde begrüßten die rund 30 Lüxemer Bürgerinnen und Bürger, die zum Workshop für ihren Stadtteil gekommen waren. Die Mehrheit von ihnen war bei den Hochwassern in den letzten Jahren direkt oder indirekt betroffen und so konnten die Ereignisse gut rekonstruiert und gemeinsam an möglichen Lösungen gearbeitet werden. Zu Beginn stellte das Planungsbüro Hömme auch in Lüxem noch einmal den Hintergrund der Konzepterstellung, das Vorgehen sowie allgemein die Auswirkungen von Hochwassern und Starkregen vor. Außerdem wurde angerissen, wie man auch im privaten Bereich den eigenen Hochwasserschutz verbessern kann und wie man das eigene Grundstück am Bach hochwassersicher machen kann. Dazu gehört unter anderem auch die sichere Lagerung von Holzstapeln und Rasenschnitt im Garten, sodass bei Hochwasserführung des Gewässers solche Dinge nicht abgängig sind und die nächstgelegene Brücke verstopfen.

Einige Teilnehmer hatten Fotos und Videos aus den vergangenen Jahren mitgebracht, die das Ausmaß der Überflutungen und der Schäden gut dokumentierten. In drei Arbeitsgruppen wurden die geschädigten Objekte markiert, die Ausbreitung der Überflutung umrissen und besonders kritische Stellen vermerkt: so etwa die Brücken Im Bungert und in der Bombogener Straße, der überbaute Durchlass des Sterenbaches kurz vor der Einmündung des Steinigebaches und der nahezu rechtwinklige Verlauf kurz vor Querung der Felsenstraße. Im nächsten Schritt wurde diskutiert, welche Maßnahmen zu einer Entschärfung der innerörtlichen Überflutungssituation beitragen könnten. Lösungsvorschläge, die einer weiteren Prüfung während der Entwicklung der Maßnahmen unterzogen werden sollen, waren weitere Retentionsflächen im Außengebiet oberhalb der Ortslage sowie die Anlage von Treibgutrückhalten, eine Renaturierung des Sterenbaches innerhalb der Bebauung bei gleichzeitiger Aufweitung des Fließquerschnitts und dem Abbruch gefährlicher Ufermauern.

Auch Vertreter der Feuerwehr und des Ordnungsamtes nahmen wieder am Workshop teil, um vor allem eine für Rettungskräfte kritische Situation zu diskutieren. Führt der Sterenbach Hochwasser, besteht eine besondere Problematik für die anderen Stadtteile darin, dass durch Überflutung der B 49 und der Bombogener Straße der direkte und schnellste Weg für Rettungskräfte vom Krankenhaus in die östlich der Autobahn gelegenen Stadtteile abgeschnitten ist. Auch hierfür müssen sinnvolle Maßnahmen erarbeitet werden, um dies zukünftig zu verhindern.

Workshop Wengerohr und Bombogen

19.03.2019

Zum dritten Starkregen- und Hochwasserworkshop in der Stadt Wittlich waren die Bürgerinnen und Bürger der Stadtteile Bombogen und Wengerohr ins Jugend- und Bürgerhaus nach Wengerohr geladen. Gemeinsam mit dem Planungsbüro Hömme wurden Maßnahmen zur Überschwemmungsvorsorge diskutiert. Zwar sind die Stadtteile Bombogen und Wengerohr nicht in gleichem Maße gefährdet, wie die darüber liegenden Stadtteile Dorf und Neuerburg, in Hanglage und mit größerem Einzugsgebiet. Dennoch bilden insbesondere die durch die Ortslagen verlaufenden, teilweise verrohrten und nur periodisch wasserführenden Gewässer (Oligbach, Schattengraben, Bachgraben) ein hohes Gefahrenpotenzial. Zum Workshop nach Wengerohr waren rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen, die von Ortsvorsteher Joachim Platz (Wengerohr) und André Engel (Stadtwerke Wittlich) begrüßt wurden. Zur thematischen Einführung referierte Volker Thesen vom beauftragten Planungsbüro Hömme aus Pölich über die Gefahren und Folgen, die durch Starkregenereignisse, insbesondere in den bebauten Ortslagen, entstehenn und wie wirkungsvolle Maßnahmen zur Vorsorge – sowohl in öffentlicher als auch in privater Verantwortung – aussehen könnten. Im Anschluss wurden die Teilnehmer ihrer Ortszugehörigkeit nach an Gruppentischen aufgeteilt, um gemeinsam mit dem Planungsbüro in die Erarbeitung des Vorsorgekonzepts für ihre Stadtteile einzusteigen. In jeweils zwei Kleingruppen je Stadtteil wurden die bereits bekannten kritischen Bereiche in Luftbild- und topographischen Karten eingetragen, Fließwege des Wassers und Überschwemmungsbereiche an den Gewässerläufen skizziert sowie gefährdete Wohnobjekte markiert.

Für Bombogen wurden unter anderem der Verlauf des Oligbaches in der Hofstraße, der bebaute Schattengraben in der Ortslage sowie die geplante Erneuerung der L 55 hinsichtlich möglicher Vorsorgemaßnahmen diskutiert. Für Wengerohr waren etwa der ebenfalls stark verbaute Verlauf des Bachgrabens entlang der Grabenstraße sowie die in Planung befindlichen Bauprojekte zwischen Neubaugebiet Wahlholzer Straße und dem Gewerbegebiet Themen in den Arbeitsgruppen. Hier soll die geplante Entwässerung hinsichtlich einer Anpassung an Starkregenereignisse geprüft werden, um negative Auswirkungen durch die bevorstehende Flächenversiegelung für den bebauten Ortsteil zu verhindern.

Workshop Dorf und Neuerburg 

18.02.2019

Aufgrund der ähnlichen Problemsituationen und der direkten Nachbarschaft, waren die Bürgerinnen und Bürger aus Dorf und Neuerburg zum gemeinsamen Workshop eingeladen worden. Viele waren gekommen, um sich zu informieren und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Mehr als 50 Personen waren dem Aufruf zur Teilnahme und Mitarbeit gefolgt und fanden sich am Montagabend im gut gefüllten Neuerburger Bürgerhaus ein. Neben Vertretern der Stadtteile und der Stadtwerke, waren auch wieder Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gekommen und brachten ihre Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen mit ein. Wie auch bereits beim ersten Workshop in der Kernstadt Wittlich, wurde der Abend durch einen informativen Vortrag des Planungsbüros Hömme eingeleitet. Das Büro wurde zur Erstellung des Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts sowie zur Durchführung der Bürgerbeteiligung von den Stadtwerken Wittlich beauftragt. In seiner Präsentation führte Volker Thesen vom Planungsbüro zunächst in die Thematik der Starkregenereignisse ein und zeigte mögliche Auswirkungen, die die zunehmend häufiger und intensiver auftretenden Niederschläge in den bebauten Ortslagen haben: vollgefülltes Kanalnetz, hochwasserführende Gewässer und kleine Bäche, oberflächlicher Wasserabfluss über Felder und Wiesen entlang der Tiefenlinien und mit Material und Treibgut zugesetzte Einlassschächte und Durchlassbauwerke. Ziel des Vorsorgekonzepts ist das Erstellen von Maßnahmen, die auf öffentlicher getroffen werden können, um die Gefahrensituationen zu entschärfen und zukünftige Schäden zu mindern. Daran wurde gemeinsam im zweiten Teil des Workshops gearbeitet.

An fünf Gruppentischen wurden – aufgeteilt nach Neuerburger und Dorfer Einwohnern – zunächst die bekannten Problemstellen zusammengetragen und ein Überblick erstellt, wo es in der Vergangenheit bereits Überflutungen und Materialeintrag in die bebaute Ortslage gegeben hat und Grundstücke und Häuser betroffen haben. Auf Luftbildplänen wurden Fließwege des Wassers eingezeichnet, betroffene Häuser markiert und die kritischen Stellen mit Klebepunkten versehen. Gemeinsam wurden anschließend mögliche Lösungen und Aufgaben diskutiert, die im Vorsorgekonzept festgehalten werden sollten. 

Schwerpunkte der Gespräche in den Arbeitsgruppen waren für Dorf die Entwässerung der Autobahn, das neu geschaffene Rückhaltebecken oberhalb der Straße Im Flürchen sowie der oberflächliche Wasserabfluss entlang des Wirtschaftsweges in Anwesen und den öffentlichen Spielplatz am Flußbacher Weg. Neuralgische Punkte in Neuerburg waren u. a. der Verlauf des Oligbaches durch die Ortslage und die Engstellen an der Verrohrung unter der B 49, das Grabensystem im Baugebiet Hoffwies und Hatzdorfer Straße, der Wasserabfluss vom Neuerburger Kopf durch die Buchenstraße und die großflächigen Überschwemmungen im Kreuzungsbereich Tannenstraße, Akazienstraße und Eichenstraße.

Workshop Innenstadt Wittlich

11.02.2019

Nach der bereits sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung und der Vorstellung des Projektes Ende Januar, waren mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger auch der Einladung zum Workshop in die Synagoge gefolgt. Eingeladen waren die Bewohnerinnen und Bewohner des Innenstadtbereiches, um gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro Hömme aus Pölich über die Verbesserung des Hochwasserschutzes an den Gewässern sowie die möglichst schadarme Ableitung von Oberflächenwasser nach Starkregen zu diskutieren und mögliche Maßnahmen zur Integration in das Hochwasservorsorgekonzept zu erdenken. Darüber hinaus war auch die private und bauliche Hochwasservorsorge ein zentrales Thema des Abends.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch begrüßte die zahlreichen Teilnehmer, darunter auch wieder einige Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wittlich sowie des Ordnungsamtes und der Stadtwerke. Vor dem Einstieg in die Gruppenarbeit referierte Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme über den vorgesehenen Ablauf zur Erstellung des Wittlicher Vorsorgekonzeptes und über die Möglichkeiten, das eigene Grundstück und Wohngebäude gegen Hochwasser, Starkregenabfluss und Rückstau aus dem Kanalsystem zu schützen. Gerade für Anlieger im potenziellen Überschwemmungsbereich der Lieser war es auch wichtig zu erfahren, wie man sich nicht nur auf den Hochwasserfall im eigenen Haus vorbereitet und das Haus sicher macht, sondern auch, was im Falle eines Überflutens zu tun ist und was man aus Sicherheitsgründen unbedingt unterlassen sollte. So etwa das Betreten bereits überfluteter Räume oder die Benutzung nasser Elektrogeräte. Informiert wurden die Wittlicher außerdem über die Möglichkeiten zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung und wie man prüfen kann, ob man bereits ausreichend auch gegen Überschwemmungen durch Starkregen versichert ist.

Im Anschluss begann die sehr produktive Gruppenarbeit, bei der das eigene Wissen und die bereits gemachten Erfahrungen in den Arbeitsgruppen geteilt wurden und durch die jeweiligen Moderatoren des Planungsbüros für die weitere konzeptionelle Erarbeitung von Maßnahmen aufgenommen wurden. Auch Ideen und Vorschläge für zielgerichtete Maßnahmen wurden diskutiert, darunter die Anlage von Treibgutrückhalten im Zulauf der Lieser in die bebaute Ortslage, die Ausweitung von Retentionsflächen, die Erweiterung des bestehenden Hochwasserschutzes, sinnvolle Punkte zur Anpassung des Alarm- und Einsatzplanes der Feuerwehr und Überwachungsstrecken an den Gewässern, in denen die Unterhaltung im Sinne des Hochwasserschutzes verbessert werden soll.