Hochwasservorsorgekonzept für die
Verbandsgemeinde Schweich

Für alle Ortsgemeinden und die Stadt Schweich werden ab Herbst 2019 Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung aufgestellt.

Die Verbandsgemeinde Schweich möchte für alle Gemeinden und die Stadt Schweich Hochwasservorsorgekonzepte und/oder Starkregenvorsorgekonzepte erstellen, um den Stand der Hochwasservorsorge in allen Bereichen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Als Pilotprojekt wurde bis 2018 mit dem Vorsorgekonzept für die Ortsgemeinde Kenn das erste Konzept für eine der verbandsangehörigen Gemeinden erstellt. Noch im Jahr 2019 soll nun der Prozess erweitert werden und alle weiteren Gemeinden und die Stadt Schweich hinsichtlich Gefährdungslage, bereits durchgeführter und bestehender Schutzvorkehrungen und Vorsorgemaßnahmen betrachtet werden und ergänzende, die Vorsorge erweiternde Maßnahmen definiert und in die Umsetzung gebracht werden. 

Auch Gemeinden, die bisher nicht von Überschwemmungen durch Hochwasser oder Starkregen betroffen waren, sind – in unterschiedlichem Ausmaß – gefährdet und sollten Vorbereitungen und Vorkehrungen treffen, um das Schadensausmaß so gering wie möglich zu halten.

Alle Maßnahmen der Starkregen- und Hochwasservorsorge sind jedoch endlich. Größere Ereignisse  sind denkbar, so dass auch die getroffenen Maßnahmen nicht mehr ausreichen, Wasser und Schlamm aus der Ortslage fernzuhalten. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger besondere Bedeutung. Die Betroffenen sind nach Was­serhaushaltsgesetz selbst verantwortlich, in dem ihnen möglichen und zumutbaren Maße Vorsorge zu treffen und die Schäden zu minimieren. Bei großen Hochwassern und extremen Starkregenereignissen mit sehr seltenen Wiederkehrzeiten werden sich auch in Zukunft Schäden nicht vermeiden, aber durch gute Vorbereitung und passende Schutzmaßnahmen deutlich verringern lassen. Ein wesentlicher Bestandteil der Konzepterstellung ist daher auch die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung sowie die Einbindung in den Prozess der Maßnahmenentwicklung. Die örtlichen Kenntnisse und Erfahrungen der Einwohner helfen dabei, wirkungsvolle Maßnahmen zu entwickeln, die an den tatsächlichen Problemstellen ansetzen. Um dieses Wissen und auch die Ideen und Lösungsvorschläge aufzunehmen, werden örtliche Bürgerveranstaltungen für alle Ortsgemeinden und die Stadt Schweich durchgeführt, zu der alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.

Ortsgemeinden

Zur Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße gehören die Stadt Schweich sowie 18 eigenständige Ortsgemeinden. Durch Anklicken der Gemeindeflächen gelangen Sie auf die Webseiten der Orte.

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Ortsbegehungen

Ortsbegehung Longuich

09.03.2020

Zu Beginn des Termins wurde unmittelbar der Bedarf der Sensibilisierung bezüglich des Moselhochwassers als wichtiger Ansatzpunkt der Vorsorge für Longuich benannt. Das Bewusstsein der Gefährdung ist zeitweise kaum noch vorhanden. Alteingesessene Einwohner, die noch von Hochwasserschäden berichten können, werden immer weniger, Zugezogene sind sich der Gefahr aufgrund fehlender Erfahrungswerte oftmals nicht bewusst und haben für den Ereignisfall keine Vorkehrungen getroffen. In diesem Zusammenhang konnten die Teilnehmer bereits erste sinnvolle Optionen einer dauerhaften bzw. immer wiederkehrenden Kommunikation festhalten. 

Unabhängig vom Moselhochwasser wurde im nachfolgenden Verlauf der Ortsbegehung von einer weiteren kritischen Gefahrenlage berichtet: im Birkenweg kommt es den Hinweisen zufolge zu einem unkontrollierten Oberflächenabfluss, welcher unter Berücksichtigung zunehmender Niederschlagsdimensionen ein gefährliches Ausmaß annehmen und zu einem ansteigenden Schadenspotenzial für die umliegende Bebauung führen könnte. An dieser Stelle wurde die Option einer Notwasserführung diskutiert und eine entsprechende kontrollierte Wasserführung bis hin zur Mosel vor Ort skizziert. Diese Idee gilt es im Rahmen der Maßnahmenentwicklung weiter zu prüfen.

Des Weiteren wurden in Longuich u.a. folgende Beobachtungen aufgenommen:

  • optimierungswürdige Entwässerungseinrichtungen im Gewerbegebiet
  • der Unterhaltungszustand des Longuicher Baches bzw. der Durchlassbauwerke im Bereich des Talmühlenweges

Ortsbegehung Fell

03.03.2020

Als grundsätzlich positiv ist für Fell die Fortsetzung der Renaturierung des Feller Baches zu vermerken. Derartige Maßnahmen am Gewässer erhöhen neben der ökologischen Wertigkeit auch gleichzeitig die Starkregen- und Hochwasservorsorge. Dem Bach wird  u.a. mehr Raum gegeben, wodurch mehr Wassermassen bewirtschaftet werden können, das Gewässer nicht unmittelbar nach einer zusätzlichen Beaufschlagung unkontrolliert ausufert und zu erheblichen Schäden auf öffentlichem als auch privatem Grund und Boden führt.

Neben der Begehung verschiedener Engstellen bzw. Brückenbauwerke des Feller Baches richtete sich das Hauptaugenmerk der Teilnehmer auf diejenjgen Gewässer bzw. Entwässerungsrinnen, die entweder am Ortsrand verrohren oder in offener Weise dem Feller Bach zugeführt werden, wie beispielsweise der Schraubelsbach, der Frievels Bach (auch Erlerschgraben genannt) oder die Rinne oberhalb der Mertersdorfer Straße. Letztere ist aktuell nicht funktionsfähig, da sie kaum noch als Rinne erkennbar ist und das Wasser infolgedessen unkontrolliert über die Straße fließt. Hier bedarf es im Sinne einer kontrollierten Wasserführung einer Wiederaufnahme der Unterhaltung. In jüngster Vergangenheit wurden hier bereits Bäume aus der Rinne entfernt. 

Der Frievelsbach verrohrt auf einem privaten Grundstück und ist in der Vergangenheit bereits einmal am Rohreinlass übergegangen und über die Straße Im Frievel abgeflossen. Der Abfluss in das Einlassbauwerk war aufgrund des mitgeführten Materials aus dem Außengebiet nicht mehr gegeben. An dieser Stelle sollte aus Sicht des Planungsbüros eine fortwährende Zugänglichkeit gewährleistet sein, sodass das Bauwerk zum einen ausreichend unterhalten und zum anderen im Ereignisfall unmittelbar freigeräumt werden kann. Eine weitere Option der Entschärfung wird in der baulichen Optimierung des Einlassbauwerks gesehen.

Des Weiteren wurden in Fell u.a. folgende Beobachtungen aufgenommen:

  • Ruwerer Straße als bekannte Gefährdunglage durch Vollfüllung des Kanal, sodass Wasser in der Straße steht und sich flächig verteilt
  • Entwässerungsrinne, welche Außengebietswasser quer zu Straßen Am Kapellchen, In der Coman und Auf Häckelsberg führt; aufgrund der nicht optimalen Wasserführung zur Rinne kam es in der Vergangenheit zu Oberflächenabfluss über die Ruwerer Straße

Bei der Ortslage Fastrau lag der Fokus der Ortsbegehung insbesondere auf den Wirtschaftswegen, über welche das Außengebietswasser auf direktem Weg Richtung Bebauung geführt wird. Hier gilt es Maßnahmen zu prüfen, die dies verhindern können bzw. Optionen der Prävention wahrzunehmen. Hierunter fällt mitunter die Berücksichtigung der Starkregen- und Hochwasservorsorge im Rahmen der Neubauplanung westlich der Ortslage.

Ortsbegehung Detzem

03.03.2020

Grundsätzlich kommt Detzem zugute, dass die Ortslage Teil eines aktuellen Flurbereinigungsverfahrens ist und im Zuge dessen auch Belange der Starkregenvorsorge berücksichtigt werden können. Hierzu wurden bei der Begehung einzelne Punkte hervorgehoben und aufgenommen, welche den zuständigen Behörden nun mitzuteilen sind, sodass diese noch rechtzeitig und sinnvoll bei der Flurbereinigung beherzigt werden können. Übergeordnetes Ziel sollte sein, der Verrohrung ortseingangs, unter der K 86 (Ortsausgang, Richtung Leiwen) so wenig Wasserkonzentration wie möglich zuzuführen, da hier die Gefahr besteht, dass die Kapazität des Rohreinlasses nicht ausreicht. Infolge kam es in der Vergangenheit bereits zu einem Oberflächenabfluss in der Neustraße bis hin zur Hauptstraße. Der Reduktion der Außengebietsentwässerung Richtung Detzemer Bebauung könnte potenziell der (schrittweise) Rückbau nicht mehr benötigter Entwässerungseinrichtungen der ehemaligen Weinanbauflächen dienen.

Eine weitere Gefahrenlage, welche sich während vergangener Ereignisse zwar noch nicht als solche gezeigt hat, aber aufgrund des Geländes und der sogenannten Sturzflutgefahrenkarte als potenziell gefährdet hervorgeht, wurde im Bereich der Keltenstraße identifiziert. Unter Berücksichtigung der zunehmenden Niederschlagsdimensionen ist hier ein starker Oberflächenabfluss von den oberhalb angrenzenden Flächen Richtung Bebauung denkbar und wahrscheinlich. Hier ist die Sensibilisierung der Anlieger unerlässlich, um das notwendige Bewusstsein bezüglich der potenziellen Gefährdung zu schaffen. In diesem Zusammenhang möchten die Verantwortlichen des Projekts wiederholt auf den gemeinsamen Bürgerworkshop von Detzem und Thörnich, am 24. August hinweisen, welcher um 19 Uhr im Bürgerhaus in Detzem stattfindet. Dieser dient zum einen der Ergänzung der ortsspezifischen Problemstellen, welche seitens der Bürgerinnen und Bürger identifiziert wurden und zum anderen werden die elementare Bedeutung der Eigenvorsorge und entsprechende Handlungsoptionen vorgestellt.

Workshops

Eindrücke aus den Bürgerveranstaltungen stellen wir Ihnen hier im Anschluss zeitnah zur Verfügung.