Hochwasservorsorgekonzept für die
Verbandsgemeinde Schweich

Für alle Ortsgemeinden und die Stadt Schweich werden ab Herbst 2019 Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung aufgestellt.

Die Verbandsgemeinde Schweich möchte für alle Gemeinden und die Stadt Schweich Hochwasservorsorgekonzepte und/oder Starkregenvorsorgekonzepte erstellen, um den Stand der Hochwasservorsorge in allen Bereichen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Als Pilotprojekt wurde bis 2018 mit dem Vorsorgekonzept für die Ortsgemeinde Kenn das erste Konzept für eine der verbandsangehörigen Gemeinden erstellt. Noch im Jahr 2019 soll nun der Prozess erweitert werden und alle weiteren Gemeinden und die Stadt Schweich hinsichtlich Gefährdungslage, bereits durchgeführter und bestehender Schutzvorkehrungen und Vorsorgemaßnahmen betrachtet werden und ergänzende, die Vorsorge erweiternde Maßnahmen definiert und in die Umsetzung gebracht werden. 

Auch Gemeinden, die bisher nicht von Überschwemmungen durch Hochwasser oder Starkregen betroffen waren, sind – in unterschiedlichem Ausmaß – gefährdet und sollten Vorbereitungen und Vorkehrungen treffen, um das Schadensausmaß so gering wie möglich zu halten.

Alle Maßnahmen der Starkregen- und Hochwasservorsorge sind jedoch endlich. Größere Ereignisse  sind denkbar, so dass auch die getroffenen Maßnahmen nicht mehr ausreichen, Wasser und Schlamm aus der Ortslage fernzuhalten. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger besondere Bedeutung. Die Betroffenen sind nach Was­serhaushaltsgesetz selbst verantwortlich, in dem ihnen möglichen und zumutbaren Maße Vorsorge zu treffen und die Schäden zu minimieren. Bei großen Hochwassern und extremen Starkregenereignissen mit sehr seltenen Wiederkehrzeiten werden sich auch in Zukunft Schäden nicht vermeiden, aber durch gute Vorbereitung und passende Schutzmaßnahmen deutlich verringern lassen. Ein wesentlicher Bestandteil der Konzepterstellung ist daher auch die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung sowie die Einbindung in den Prozess der Maßnahmenentwicklung. Die örtlichen Kenntnisse und Erfahrungen der Einwohner helfen dabei, wirkungsvolle Maßnahmen zu entwickeln, die an den tatsächlichen Problemstellen ansetzen. Um dieses Wissen und auch die Ideen und Lösungsvorschläge aufzunehmen, werden örtliche Bürgerveranstaltungen für alle Ortsgemeinden und die Stadt Schweich durchgeführt, zu der alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.

Ortsgemeinden

Zur Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße gehören die Stadt Schweich sowie 18 eigenständige Ortsgemeinden. Durch Anklicken der Gemeindeflächen gelangen Sie auf die Webseiten der Orte.

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Bürgerforen

Bürgerforum Pölich

13.10.2021

Die Veranstaltung wurde seitens des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme wie gehabt in drei Abschnitte unterteilt. Es ging zunächst einmal um die die Darstellung der Gefährdung Pölichs anhand der öffentlich zugänglichen Hochwasser- und Sturzflutgefahrenkarten und anschließend wurden Inhalte der privaten Eigenvorsorge aufgegriffen und erläutert, welchen Stellenwert diese – insbesondere vor dem Hintergrund der zu erwartenden Ereignisse bzw. Ereignisausmaße – im Rahmen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge einnimmt. Anschließend stellt Projektbearbeiterin Caroline Liebscher die bereits bei der Ortsbegehung mitgeteilten Problemstellen vor. Diese lassen sich grundsätzlich drei Kategorien zuordnen, sodass es im weiteren Projektverlauf Maßnahmen für folgende Bereiche festzusetzen gilt:

  • Entstehungsgebiete

In Pölich beinhaltet das Entstehungsgebiet die Plateauflächen im Bereich der ehemaligen Sportplatzanlage. Von hier aus wird Wasserabfluss in Richtung der Ortslage mobilisiert. Ziel der entsprechenden Maßnahmen sollte demnach sein, das Wasser hier möglichst zurückzuhalten und möglichst gedrosselt in Richtung Pölichs weiterzuleiten, bzw. in andere Richtungen abzuschlagen.

  • Transportwege

Für Pölich sind es nicht die Fließgewässer, die den Abfluss zur Bebauung transportieren, sondern ausschließlich die Flächen und Wege, die in Richtung des Ortes entwässern. Zu benennen ist u.a. die Wegeführung und die entsprechend umliegenden Flächen, von denen letztendlich Oberflächenabfluss hin zur Kapelle geführt wird und das Wegesystem im Norden, welches überwiegend, welches den konzentrierten Abfluss in die „Im Winkel“-Straße führt. Zur Entlastung dieser Gefahrenlage konnten hilfreiche Informationen gesammelt werden, die es im weiteren Projektverlauf zu prüfen gilt, um letztlich einen adäquaten Maßnahmenvorschlag hierfür festhalten zu können. 

  • Wirkungsgebiet

Beim Wirkungsgebiet handelt es sich um die bebaute Ortslage Pölichs. Hier gilt es das Oberflächenwasser möglichst schnell und schadarm durchzuführen. Hier greift letztendlich auch die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge. Aufgrund der innerörtlichen Straßenführung, die teilweise auch quer zum Hang verläuft, ist es grundsätzlich auch möglich, das Wasser über die Straßen weiterzuleiten,- jedoch wird der Abfluss im Bereich der Halfen- und Bundesstraße aufgrund der Straßenneigung gebremst und in Richtung der Bebauung zurückgestaut, sodass es zum Einstau entlang der Halfenstraße kommt. 

Bürgerforum Schleich

13.10.2021

Immer häufiger kommt es bei Starkregen zu Oberflächenabfluss entlang des lang gezogenen Betonweges vor dem südlichen Ortseingang auf die B 53 und weiter in die Straße Am Kraftwerk. Probleme verursacht vor allem das Geschiebe und Geröll, dass die Entwässerungsanlagen zusetzt. Die Wassermengen wären zu einem Großteil noch von den Einlassschächten und Rohren unter der Bundesstraße aufgenommen worden, jedoch setzte das Geröll die Einlässe zu und das Wasser floss oberflächlich ab. In dem Fall fließt das Wassser unmittelbar entlang der Moselweinstraße (B 53) in den Ort und staut sich in der Senke an den ersten Wohngebäuden auf, die dadurch direkt betroffen sind. Hier haben die Anlieger bereits Schutzmaßnahmen zur Sicherung der Objekte vorgenommen. Die Feuerwehr versuchte bei den Ereignissen mit Sandsäcken den Abfluss in den Ort zu verhindern und das Wasser in die Straße „Am Kraftwerk“ und weiter in die Mosel abzuleiten. In diesem Fall muss jedoch die Bundesstraße mindestens halbseitig gesperrt werden und es muss im Bereich der Mosel verhindert werden, dass das Wasser Richtung Sportplatz und weiter in das Kraftwerk einströmt. Für die Sperrung der Bundesstraße ist die Feuerwehr jedoch eigentlich nicht zuständig – hier muss geklärt werden, wie die Situation zukünftig entschärft werden kann und wer bei notwendiger Sperrung der Straße diese organisiert und einrichtet.

Neben dieser bekannten Problemstelle ist der innerorts verrohrte Elsgraben eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Am Einlass in die Verrohrung hinter der Straße „Im Kardel“ waren bei den Ereignissen im Juli ’21 nur noch etwa 20 cm Platz, bevor es zu einem Überströmen der Terrasse oberhalb der Verrohrung und einem unkontrollierten Abfluss in die Moselweinstraße gekommen wäre. Entsprechend wichtig sind Maßnahmen im Zulauf zur Verrohrung und zur Rückhaltung von Wasser und Treibgut im Oberlauf des Baches.

Weitere Themen im Workshop waren die Erweiterung der Alarm- und Einsatzplanung für den Moselhochwasserfall, die Objektsicherung gegen Moselhochwasser und die Verbesserung von Geschiebe- und Treibgutfängen sowie die Regelung der Zuständigkeit für Unterhaltung und regelmäßige Kontrolle.

Bürgerforum Naurath

07.10.2021

Der Workshop fand im Bürgerhaus in Naurath statt, 10 Bürgerinnen und Bürger hatten sich gemeinsam mit Ortsbürgermeister Stephan Denis zusammengefunden, um über die kritischen Stellen im Ort zu diskutieren. Einleitend stellte das Planungsbüro das Projekt vor und führte in die besondere Thematik des Starkregens ein. Starkregen hat das Potenzial, nicht nur für stark ausufernde Bachläufe zu sorgen, sondern auch enormen Oberflächenabfluss in Geländesenken, Mulden und Tiefenlinien zu konzentrieren, der sich dann unter Umständen in die Bebauung ergießt und Schäden anrichten kann. Da bei gewissen Ereignissen nur noch ausreichende Eigenvorsorgemaßnahmen Schäden abwenden können, wurden geeignete Sicherungsvorkehrungen an Wohngebäuden ebenso vorgestellt, wie die richtige Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse und das richtige Verhalten bei bspw. volllaufenden Kellern.

Im Anschluss wurden die einzelnen Untersuchungsbereiche besprochen, die für das Konzept genauer beleuchtet und für die sinnvolle Maßnahmen definiert werden sollen, um das Schadenspotenzial zu minimieren. Zu diesen Bereichen gehören der Durchlass des Reinsbaches an der Kirchstraße sowie das im Abflussbereich liegende Feuerwehrgerätehaus, der Gitzertbach, die Straßen Am Rosenberg und Schulstraße sowie der Wirtschaftsweg oberhalb der Bebauung „Im Resch“. Der Reinsbach wurde im Laufe des Jahres oberhalb und unterhalb der Kirchstraße renaturiert und der Abflussquerschnitt in diesen Abschnitten vergrößert, was sich auch positiv auf den Hochwasserabfluss auswirken wird. Dennoch bleibt die Engstelle am Durchlass Kirchstraße bestehen und es sollen Lösungen überlegt werden, wie man den Notabfluss für das Wasser bei Starkregen herstellen kann, um die umliegenden Gebäude zu entlasten. Die weiteren genannten Stellen sind auch in der Sturzflutgefährdungskarte des Landes als mögliche Problemstellen ausgewiesen und sollen entsprechend untersucht werden.

Bürgerforum Longen

04.10.2021

Das Problembewusstsein ist in Longen aufgrund der verhältnismäßig geringen Betroffenheit durch Starkregen und Hochwasser in den letzten Jahren nicht sehr präsent,- 8 Bürgerinnen und Bürger fanden sich im Bürgerhaus ein, um sich über die Herausforderungen der Starkregen- und Hochwasservorsorge aus Longener Perspektive zu informieren und wichtige Anhaltspunkte zur privaten Eigenvorsorge zu erfahren. 

Neben dem Moselhochwasser bestehen bei Starkregen Gefahrenpotenziale entlang des Longener Baches, der in nördlicher Ortsrandlage verrohrt und aufgrund des (unkontrollierten) Oberflächenabflusses, der von Mehringer Gemarkung in Richtung der Bebauung Longens geleitet wird. Infolge einer Unwetterlage im Jahr 1979 rauschten hierdurch massive Schlamm- und Wassermassen durch die Ortslage. Ziel der weiteren Projektarbeit wird sein, Maßnahmen festzusetzen, die zur Entschärfung der Gefahrenlage im Außengebiet beitragen sollen, beispielsweise durch bauliche Optimierungen der Einlassbauwerke. Diese Maßnahmen werden nach der Aufarbeitung aller Ortsgemeinden der VG Schweich sowie der Stadt Schweich den Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer weiteren Bürgerveranstaltung vorgestellt, zu welcher im Laufe des nächsten Jahres eingeladen wird.

Bürgerforum Klüsserath

29.09.2021

Rund 20 Interessierte haben die Veranstaltung zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge in Klüsserath aufgesucht und die Gelegenheit wahrgenommen, sich mit den Themen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge, der Gefahrenlage Klüsseraths und der privaten Eigenvorsorge auseinanderzusetzen, sich dahingehend zu informieren sowie eigene Erfahrungen mitzuteilen. 

Die örtlichen Einsatzkräfte berichteten, bezugnehmend zum letzten (Stark-) Regenereignis im Juli diesen Jahres, vom enormen Gefahrenpotenzial ausgehend von der Salm,- unabhängig von der Mosel. Bisher bestand die Problematik an der Salm vor allem dann, wenn es zu einem durch die Mosel ausgelösten Rückstau kam. Im Juli jedoch kam es zu einer massiven Beaufschlagung der Salm, sodass man von Glück sprechen konnte, dass die Mosel zu diesem Zeitpunkt die Wassermassen aufnehmen konnte und nicht zeitgleich Hochwasser führte,- dies hätte zu verheerenden Folgen, auch für den eingedeichten Ortsteil, führen können. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Massen an Treibgut und Geschiebe hingewiesen, die den Abflussquerschnitt an der Salmbrücke erheblich verengt haben. Darüber hinaus wurden einige weitere Gefahrenfaktoren entlang der Salm benannt, welche es im Prozess der Konzepterstellung zu berücksichtigen gilt. Eine Schilderung bezog sich u.a. auf fehlende, bzw. ausgefallene Warninstrumente zur Gefahreneinschätzung an der Salm.

Ein weiterer Themenschwerpunkt bezog sich auf die Defizite der Außengebietsentwässerung und die Erfordernis, diese dahingehend zu optimieren, sodass die innerörtlichen Entwässerungseinrichtungen entlastet werden können.

Bürgerforum Riol

27.09.2021

Rund 20 Bürgerinnen und Bürger fanden sich am Abend der Veranstaltung in der Almhütte in Riol ein, um sich mit Ihren Erfahrungen ins Projekt zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge einzubringen und örtliche Defizite aufzuzeigen, die bei vergangenen (Stark-) Regenereignissen deutlich geworden sind. Darüber hinaus thematisierte das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme GbR die private Eigenvorsorge,- Referentin Caroline Liebscher verwies in diesem Zusammenhang auf die Grenzen der kommunalen Starkregenvorsorge sowie auf die Herausforderungen, die sich mit den derzeitig zunehmenden Wetterextremen ergeben. In diesem Sinne bliebe es nicht aus, dass sich alle mit der eigenen Gefahrenlage und entsprechenden privaten Schutzmaßnahmen auseinandersetzen. 

Den Ausführungen zur privaten Eigenvorsorge folgte eine Präsentation der bekannten Problemstellen, auf die bereits im Rahmen einer vorangegangenen Ortsbegehung mit ortskundigen Vertreter:innen hingewiesen wurde. Im Wesentlichen lag der Fokus der Diskussion auf dem Starkregenabfluss, der bereits über verschiedene Wege in die Ortslage geführt wurde.

Als besonders abflusssensibel wurden folgende Lagen beschrieben:

  • der Weg im Bereich der Kappe
  • die Straße, bzw. die Entwässerung nahe des Feuerwehrhauses
  • Waldstraße
  • Bergstraße
  • Im Sauerborn-Straße
  • topographische Senke der In der Dreil-Straße
  • topographische Senke der Römerstraße

Ein weiterer Hinweis bezog sich auf den Zustand der Entwässerungsmulden im Umfeld der Siedlungserweiterung „Im Bungert“, dem im weiteren Projektverlauf nachgegangen werden soll, um auch hierfür entsprechende Maßnahmenvorschläge festlegen zu können. 

Bürgerforum Schweich

21.09.2021

Nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl der Gefahrenpotenziale, die sich für Schweich aufgrund der Mosellage sowie der innerörtlichen Fließgewässer ergeben, war die Teilnahmebereitschaft seitens der Bevölkerung durchaus groß, sodass sich am Abend der Veranstaltung rund 60 Bürgerinnen und Bürger im Bürgerzentrum in Schweich einfanden. 

Vor der öffentlichen Diskussion der innerörtlichen Problemstellen thematisierte das projektbeauftragte Planungsbüro die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der privaten Eigenvorsorge, zeigte die Grenzen der kommunalen Starkregenvorsorge auf und beschrieb, dass durch diese kein garantierter Schutz für alle erreicht werden kann. 

Bei der gemeinsamen Aufarbeitung der neuralgischen Punkte Schweichs lag ein inhaltlicher Schwerpunkt auf dem Föhrenbach. Die Mitteilungen spiegelten im Wesentlichen den grundsätzlichen Diskurs bzw. Konflikt zwischen Naturnähe, ökologischem Mehrwert und der Starkregenvorsorge wider, der vielerorts geführt wird. Die unterschiedlichen Interessen gilt es im Rahmen des Konzepts sinnvoll abzuwägen, indem beispielsweise Gewässerabschnitte mit einem erhöhten Unterhaltungsbedarf festgelegt werden und solche, die sich naturnah entwickeln können und sollen. Im weiteren Projektverlauf sollen hierzu weitere Gespräche vor Ort stattfinden, bzw. haben bereits stattgefunden, um entsprechende Details festzulegen.

Für positiv wurde der Geschiebefang am Lehmbach oberhalb der Bahntrasse befunden, der es ermöglicht, den (Starkregen-) Abfluss zu puffern und gedrosselt in Richtung der bebauten Ortslage weiterzuleiten. In diesem Sinne wird auch dieses Bauwerk bei der Maßnahmenfindung Berücksichtigung finden,- der Fokus wird hier beispielsweise auf der langfristigen Funktionssicherung liegen. 

Für die weitere Maßnahmenerarbeitung wurden außerdem folgende Bereiche als besonders relevant herausgestellt:

  • Oberflächenabfluss in der Bergstraße
  • Ermesgraben, bzw. die Entwässerungseinrichtung im Wohngebiet angrenzend zum Ermesgraben
  • Lehmbach innerorts, Brückendurchlass an der Oberstiftstraße
  • Außengebietsentwässerung, die den Oberflächenabfluss teilweise konzentriert in Richtung Bebauung weiterleitet
  • Schaumbach/ Anlage am Schaumbach, sowie der Mündungsbereich in den Föhrenbach (zusätzliche Gefahrenpotenziale: Bewuchs am Gewässer)
  • grundsätzlich: Überprüfung der vorhandenen Rückhalteeinrichtungen 

Bürgerforum Longuich

20.09.2021

Moselhochwasser sind in Longuich bekannt, wenn auch das letzte größere Ereignis schon Jahrzehnte zurückliegt. Die Gefahr durch Starkregen ist neu und die Erfahrungen noch gering – bisher ist es immer gut gegangen. Nach Aussage der Feuerwehr war es aber „oft sehr knapp“. Vor diesem Hintergrund war das Interesse der Bevölkerung durchaus groß. Rund 50 Personen fanden sich zum Bürgerforum und Workshop in der Turn- und Mehrzweckhalle an – sowohl Bürgerinnen und Bürger, die Erfahrungen mit Hochwasser haben als auch Hunzugezogene, die sich über die Gefahrensituation und Eigenvorsorgemaßnahmen informieren wollten.

In Longuich und dem Ortsteil Kirsch besteht für einige Straßenzüge eine teils erhebliche Gefährdung durch Moselhochwasser. Starkregen führt an Longuicher und Kirscher Bach zu Problemen und auch das Gewerbegebiet ist potenziell von Oberflächenabfluss betroffen. Die neuralgischen Stellen wurden durch das Planungsbüro vorgestellt – so wie sie bei der Ortsbegehung und in der Analyse der zur Verfügung stehen  Gefahrenkarten ermittelt wurden. Konkretisiert werden konnten die bisherigen Erkenntnisse durch Ergänzungen der Feuerwehr, die an die zur Mosel fließenden Bäche bei vergangenen Starkregen bereits ausrücken musste und auch von Glück sprach, dass bisher nicht mehr passiert ist. Eindringlich wurden daher auch die Möglichkeiten des privaten Objektschutzes und der persönlichen Vorbereitung auf Überschwemmungen vorgestellt. 

Auch das potenziell betroffene Gewerbegebiet wird genauer betrachtet werden. Hier ist auch die Information der gefährdeten Betriebe besonders wichtig, da davon ausgegangen werden muss, dass eine Betroffenheit hier nicht unbedingt erwartet wird. 

Für die weitere Maßnahmenerarbeitung wurden folgende Bereiche als besonders relevant herausgestellt:

  • Auswirkungen von Starkregen auf Klimateich und Rückhalteeinrichtungen der Autobahn
  • Oberflächenabfluss durch Starkregen vom Gelände der Mülldeponie
  • Klärung der Zuständigkeit für die Entwässerungsanlagen zwischen Ortsbebauung und Autobahn
  • Verbesserung des Hochwasserabflusses an Longuicher Bach und Kirscher Bach sowie am Fellerbach
  • Intensivierung der Sensibilisierung der betroffenen Bevölkerung und Gewerbebetriebe

Bürgerforum Thörnich

16.09.2021

Auch in Thörnich waren alle pandemiebedingt zur Verfügung stehenden Plätze besetzt – zur Hälfte Mitglieder der Feuerwehr und potenziell von Moselhochwasser Betroffene beteiligten sich am Workshop. Die Ortslage Thörnich ist bei Moselhochwasser nahezu komplett betroffen, die Gefahrenkarten für ein Extremereignis lassen kaum Gebäude trocken. Entsprechend sitzen „alle im selben Boot“, wie die Feuerwehr es beim Workshop zum Ausdruck brachte. Ein Hochwasserdeich mit Schutztor schützt die Ortslage nur geringfügig, bis zu einem Ereignis, dass statistisch weniger als alle 50 Jahre vorkommt. Dazu müssen jedoch verschiedene Maßnahmen greifen: die Durchfahrt Maternusstraße muss am Tor mit Dammbalken verschlossen werden, der Deich entlang des Ortes muss halten und darf nicht – wie bei der Ortsbegehung festgestellt – Lücken aufweisen, die dazu führen würden, dass der Ort von der Seite bzw. von hinten vollläuft. Und ganz besonders wichtig, vor allem bei zusätzlichem Starkregen ist es, dass die Pumpstation an der Moselstraße funktioniert und das Binnenwasser in die Mosel pumpt, wenn der Durchlass in die Mosel bei Hochwasser versperrt ist. 

Weitere wichtige Punkte, die angesprochen wurden, waren die Materialerneuerung und -instandhaltung des Hochwasserschutzes und der Dammbalken und die Zuständigkeit zur Erweiterung des Deiches und mögliche mobile Schutzelemente, die zur Sicherung des Ortes durch die Feuerwehr zum Einsatz kommen könnten.

Bürgerforum Föhren

15.09.2021

Das Interesse der Bevölkerung ist auch in Föhren groß, das Bürger- und Vereinshaus so weit wie möglich besetzt. Zusammengetragen werden die neuralgischen Punkte am Bach und in der Ortslage. Nach der Eröffnung durch Ortsbürgermeisterin Rosi Radant wurden im Vortrag durch das Planungsbüro Hömme zunächst das Projekt vorgestellt und anschließend die Thematik Hochwasser, Starkregen und Eigenvorsorge vertieft. Ziel war, den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern die Notwendigkeit zur persönlichen Vorbereitung auf Hochwasser- und Starkregenereignisse zu verdeutlichen und geeignete Objektschutzmaßnahmen beispielhaft aufzuzeigen. Ebenso wichtig war die Vermittlung der Informations- und Verhaltensvorsorge, um vor, während und nach einem Ereignis richtig zu handeln.

Anschließend wurde die bereits vor Ort besichtigten Problemstellen vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert sowie weitere Anregungen, Hinweise und Informationen aufgenommen.

Folgende Bereiche sind für das Vorsorgekonzept als zentrale Gefahrenbereiche ausgemacht und sollen intensiv betrachtet und für die Maßnahmenplanung untersucht werden:

  • Föhrenbach, besonders die Bereiche an der Schule und im Verlauf der Bachstraße
  • Weiheranlagen am Schloss Föhren und der Föhrenbach im Einzugsgebiet und oberhalb der Ortslage
  • Entwässerungsanlagen und -gräben Im Käulchen
  • Burgweg
  • Auf Bobüsch/ Klostergarten
  • Karlsweg
  • Reilsheck/ Eitzenbachstraße
  • Am Sägewerk/ Bahndamm/ Marbruch

Besonders diskutiert wurden die Gewässerunterhaltung in der Bachstraße und die Entwässerungsgräben Im Käulchen sowie die eigeninitiierte Zusammenstellung von Bürgergruppen, die die Ortsgemeinde bei der Unterhaltung von Entwässerungsanlagen und in der Vorbereitung auf Katastrophenfälle unterstützen können.

Bürgerforum Leiwen

08.09.2021

Zum Bürgerworkshop in Leiwen wurde ins Forum Livia eingeladen. Rund 20 Personen diskutierten mit dem Planungsbüro und Ortsbürgermeister Sascha Hermes die Problemstellen im Ort und im Außengebiet. Nach einer Einführung in die Thematik Hochwasser und Starkregen und einem Zusammenschnitt der Ereignisse aus dem Juli 2021, begann der Workshop zunächst mit beispielhaften Maßnahmen zur Eigenvorsorge, zum Objektschutz und zur persönlichen Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse. 

Anschließend wurden die bei der ersten Ortsbegehung bereits erfassten und dokumentierten Problembereiche vorgestellt und die Erfahrungen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger dazu aufgenommen. Vor allem der vor Jahren bereits renaturierte Abschnitt des Schandelbaches innerorts und die Urbanus- sowie die Klostergartenstraße waren Diskussionspunkte, da es in den beiden Straßen verstärkt zu Abfluss aus dem großen, landwirtschaftlich genutzten Außengebiet in die Ortslage kommt. Für die weitere Konzeptaufstellung wurden folgende Punkte als wesentlich herausgestellt und sollen insbesondere geprüft werden:

  • Einzugsgebiet und Oberlauf des Schandelbaches samt bestehender Teich- und Weiheranlagen
  • Prüfung der renaturierten Gewässerabschnitte, Erfassung des Unterhaltungszustandes
  • Entwässerungsanlagen im Außengebiet, v.a. in den Bereichen Urbanusstraße und Klostergartenstraße

Weitere Themen, die nachgefragt und erörtert waren etwa die Zuständigkeiten zur Unterhaltung von gewässerabschnitten in Anliegereigentum, die Haftung bei Hochwasserschäden, die von privaten Brückenbauwerken ausgehen und die Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Gewässer in Kombination mit der Aktion Blau.

Bürgerforum Fell

06.09.2021

Zum Bürgerforum für die Ortsteile Fell und Fastrau war der Silvanussaal im Winzerkeller fast voll besetzt – 50 Personen hatten unter Einhaltung der Hygienebestimmungen Platz und waren interessiert an der Informationsveranstaltung. Der informativen ersten Teil des Abends eröffnete Ortsbürgermeister Alfons Rodens, der kurz die in den vergangenen Jahren bereits durchgeführten Renaturierungs- und Hochwasserschutzprojekte zusammenfasste. Insbesondere durch die Treibgutsperre und den Taleinstau oberhalb der Ortslage Fell, konnte bei den vergangenen Starkregenereignissen bereits das Hochwasser des Feller Baches vor der Bebauung gedrosselt werden.

Im Anschluss referierte Volker Thesen vom Planungsbüro Hömme GbR zu den Themen Hochwasser und Starkregen sowie ausführlich zur privaten Eigenvorsorge, dem baulichen Objektschutz und zur persönlichen Vorbereitung auf Hochwasserereignisse: Wie bereite ich mich vor? Wie muss ich mich verhalten? Wo bekomme ich Informationen über die Gefährdungssituation her? Gerade die Erfahrungen des Juli-Hochwassers in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben gezeigt, wie wichtig die richtige Verhaltensweise ist, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen und Gebäude so gut es geht zu sichern. 

Neben der Information der Bevölkerung stand aber auch im Zentrum der Veranstaltung, gemeinsam mit den Anwesenden die Gefahrenbereiche in den Ortslagen Fell und Fastrau zu diskutieren. Vorgestellt wurden zunächst die bereits bei der Ortsbegehung und anhand der Analyse der vorliegenden Sturzflutgefahrenkarte erfassten Problembereiche und neuralgischen Punkte. Aus der Bürgerschaft wurden diese dann noch ergänzt, etwa um den Bereich Fastrauer Mühle und Moselstraße in Fastrau und die Bereiche Mühlenstraße am Feller Bach in Fell.

Die weiteren Bereiche, die für das Maßnahmenkonzept untersucht werden sind:

  • Feller Bach vor und in den Ortslagen sowie die Brücken-und Durchlassbauwerke
  • Seitengewässer Spitzerbach, Schraubelsbach und Frievelsbach
  • Ruwerer Straße und Mertesdorfer Straße
  • Am Kapellchen/ In der Comain/ Auf Häckelsberg
  • Weinbergsentwässerung 
  • Klosterstraße
  • Rioler Weg
  • Im Herrengarten

Bürgerforum Bekond

01.09.2021

Insgesamt 17 Interessierte waren der Einladung seitens des Bürgermeisters Andreas Müller und des projektbeauftragten Planungsbüro Hömme gefolgt und fanden sich um 19 Uhr im Bürgerhaus ein, um sich zu den Inhalten der Starkregen- und Hochwasservorsorge zu informieren. 

Der Videobeitrag zum jüngsten Ereignis, bei dem Tief „Bernd“ im Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wütete, zeigte direkt zu Beginn des Informationsvortrags, wie wichtig es ist, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und wie real das Gefahren- und Schadenspotenzial für einen selbst ist. Ein Beitrag aus dem Publikum „Beim letzten Starkregen [Juli 2021] hat nicht mehr viel gefehlt“ verdeutlichte den Bedarf an Handlungsempfehlungen, die dazu beitragen können, die einzelnen Problemlagen zu entschärfen bzw. zu entlasten. Im Wesentlichen deckten sich die Berichte aus der zuvor erfolgten Ortsbegehung mit dem Ortsbürgermeister und weiteren ortskundigen Vertretern mit den Erfahrungen der Anwesenden. Insbesondere die südlich an Bekond angrenzenden Flächen, welche bei intensiven Niederschlägen zu einer enormen Beaufschlagung des Kahlbaches sowie zu einer massiven Belastung der innerörtlichen Entwässerungseinrichtungen und infolgedessen zu hohen Abflusskonzentrationen fernab des Gewässers führen, wurden wiederholt als kritisch benannt. Eine Ergänzung seitens der Bürgerinnen und Bürger bezog sich u.a. auf Abflusskonzentrationen im Bereich Moselstraße/ Im Wiesengrund-Straße/ Raiffeisenstraße,- diese Örtlichkeit soll im Zuge des weiteren Projektverlaufs nochmals eingesehen werden, um auch hier, wenn möglich, Maßnahmen identifizieren zu können, die im zu erstellenden Konzept festgehalten werden.

Ein besonderes Anliegen der Veranstaltung, neben dem Aufzeigen der Möglichkeiten im Bereich der kommunalen Starkregen- und Hochwasservorsorge, war der Appell zur Privaten Eigenvorsorge. Die potenziellen Ausmaße der Ereignisse verdeutlichen die unbedingte Notwendigkeit selbst aktiv zu werden und geeignete Maßnahmen auf dem eigenen Grundstück sowie am Haus umzusetzen, um sich und sein Hab und Gut bestmöglich zu schützen. Im Vortrag wurden hierzu grobe Handlungsansätze vorgestellt und auf den Medienbereich der Projektwebseite verwiesen, der über viele hilfreiche Links zum Thema verfügt.

Bis Anfang November werden die Bürgerforen in allen Ortslagen der VG Schweich und damit die erste Bürgerbeteiligungsrunde beendet sein. Dann gilt es die Erkenntnisse aufzuarbeiten und mit den Zuständigkeiten Perspektiven abzustimmen, auf deren Grundlage die Maßnahmen formuliert werden, die später wiederum im Konzept zur Starkregen- und Hochwasservorsorge integriert werden. Im Anschluss daran wird es eine zweite Bürgerbeteiligungsrunde geben, bei der in allen Ortslagen die Maßnahmen im Entwurf vorgestellt werden,- auch hier können sich die Bürgerinnen und Bürger nochmals aktiv beteiligen.

Bürgerforum Mehring

30.08.2021

Nach einer coronakonformen Einlasskontrolle, bei der die Kontaktdaten der TeilnehmerInnen aufgenommen sowie die Bestimmungen der 3G-Regel kontrolliert wurden, begrüßte die Ortsbürgermeisterin Jennifer Schlag die Anwesenden und übergab anschließend das Wort an das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme GbR. Caroline Liebscher erläuterte die Herausforderungen im Umgang mit Hochwasser- und Starkregenereignissen und stellte diese konkret für Mehring, basierend auf der Grundlage der Hochwasser- und Sturzflutgefahrenkarten, dar, die unter diesem Link einsehbar sind. Diese bieten eine erste Hilfestellung, um die eigene Gefahrenlage einzuschätzen und sich entsprechend weitergehend über geeignete Schutzmaßnahmen, die im Rahmen der privaten Eigenvorsorge wahrgenommen werden sollten, zu informieren. Hierbei sollte nicht die Tatsache vergessen werden, dass es sich hierbei um (statistische) Berechnungen handelt,- insbesondere die Starkregengefahrenkarte ist auf einem sehr groben Geländemodell gerechnet, sodass sich alle Bürgerinnen und Bürger über geeignete Schutzmaßnahmen Gedanken machen sollten,- auch diejenigen, die augenscheinlich „nicht betroffen“ zu sein scheinen. 

„Starkregen- und Hochwasservorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe“  und „Jeder trägt Verantwortung“: das waren wichtige Botschaften, auf die bei den Ausführungen zu der privaten Eigenvorsorge hingewiesen wurde. Auch konkrete Vorgehensweisen und Handlungsmöglichkeiten wurden vorgestellt und erläutert. Neben baulichen und technischen Schutzmaßnahmen erfolgten auch Hinweise zur Verhaltensvorsorge, die im Extremfall Leben retten kann und somit nicht zu vernachlässigen ist.

Nach dem Informationsteil ging es in der Präsentation mit der Darstellung der bekannten Problem- und Gefahrenlagen in Mehring weiter, die bei den bereits erfolgten Ortsbegehungen mit den örtlichen Vertreter:innen sowie im Zuge der internen Nachbegehung des Planungsbüro Hömme erfasst wurden. Die Anwesenden konnten hierzu Stellung beziehen und eigene Erfahrungen ergänzen. Ein wesentlicher Punkt, der bei der bisherigen Datenerfassung noch nicht benannt wurde und nicht bekannt war, waren die massiven Abflusskonzentrationen, die über das westlich an die Ortslage angrenzende Außengebiet in Richtung Bebauung weitergeleitet werden. Bisher funktionierten die Abschläge in den Mühlenbach,- jedoch gilt es die Sachlage, insbesondere vor dem Hintergrund intensiverer Niederschläge, in Augenschein zu nehmen, um weitere Potenziale zur Optimierung der Außengebietsentwässerung zu identifizieren.

Im weiteren Projektverlauf werden die Beiträge der Bürgerinnen und Bürger aufgearbeitet, Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Behörden geführt, um geeignete Maßnahmen zur Entschärfung der einzelnen Gefahrenlagen zu konzipieren. Wenn alle Gemeinden der VG Schweich sowie die Stadt Schweich bearbeitet wurden, wird eine zweite Runde zur Bürgerbeteiligung eingeläutet werden, um die Maßnahmen (im Entwurf) vorzustellen.

Ortsbegehungen

Ortsbegehung Stadt Schweich

07.10.2020

Thema des heutigen Vor-Ort-Termins war u.a. der Lehmbach, welcher im Norden in die Ortslage eintritt, diese hauptsächlich offen quert und östlich der Oberstiftstraße, auf Höhe des Laeischenhofes, in den Föhrenbach fließt. Hier wurde der Bereich um den Durchlass an der Oberstiftstraße inspiziert und bauliche Verbesserungspotenziale für den Abfluss im Starkregenfall festgehalten. Sowohl in technisch-baulicher Hinsicht als auch im betreffenden Gewässerabschnitt existieren Optionen, um die Kapazität des Bachlaufes bei einer massiven Beaufschlagung gänzlich nutzen zu können. Die Anbringung eines Schrägrostes vor der Verrohrung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die zur Entschärfung der Gefahrenlage beitragen könnten.

Weitere Besichtigungspunkte waren u.a.

  • der Geschiebefang am Lehmbach oberhalb des Bahndammes
  • das Rückhaltebecken auf der Fluhr Maruhlergraben, gegenüber des Schweicher Bahnhofes

Ortsbegehung Naurath

30.09.2020

Aufgrund der begrenzten Erfahrungswerte, die die Ortslage im Hinblick auf Starkregenereignisse vorzuweisen hat, halten sich die Kenntnisse zu (etwaigen) neuralgischen Punkten in Grenzen. Vor einigen Jahren wurde es infolge intensiver Niederschläge im Bereich des Feuerwehrhauses kritisch, als sturzflutartige Abflusskonzentrationen von Nordwesten her, rechts und linksseitig des Gebäudes weitergeleitet wurden und die Fläche aufgrund der dortigen Senke eingestaut wurde. Dies birgt im Ereignisfall eine hohe Gefährdung für die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr und gilt es grundsätzlich zu vermeiden. In diesem Zusammenhang konnten verschiedene Lösungsansätze festgehalten werden, die es im weiteren Projektverlauf mit den jeweiligen Zuständigen abzustimmen bzw. zu prüfen gilt.

Weiter von Interesse ist die Entwässerung des westlich an die Ortslage angrenzenden Neubaugebietes. Diese gilt es vor dem Hintergrund der Starkregenvorsorge nochmals abzufragen, um einer potenziellen Verschärfung bei derartigen Ereignisses entgegenzuwirken.

Eine weitere Gefahrenlage, die in der Sturzflutgefahrenkarte als solche dargestellt wird, die sich jedoch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten als nicht sonderlich kritisch für die Bebauung herausgestellt hat, wurde im Bereich des Ortseingangs, von Hetzerath kommend, angegeben. Die Flächen rund um den Gitzertbach entsprechen einem sehr großen Einzugsgebiet und dementsprechend sind für diesen Bereich massive, sich potenziell ausbildende Abflusskonzentrationen verzeichnet. Jedoch liegen diesbezüglich noch keine brenzligen Erfahrungswerte vor. Es steht zum einen ausreichend Retentionsraum zur Verfügung und zum anderen würde der Abfluss aufgrund des Geländes unterhalb der Föhrener Straße wieder dem Bachbett zufließen.

Ortsbegehung Föhren

28.09.2020

Ein Schwerpunkt der Ortsbegehung bezog sich auf den Föhrenbach oberhalb der Ortslage bzw. auf dessen Einzugsgebiet und somit auf die Flächen, die in eben dieses Bachtal entwässern. Hier sehen die Beteiligten eine unmittelbare Gefährdung der Ortslage im Ereignisfall. Beim Starkregen diesen Jahres wurde die Schlossanlage Föhrens massiv überflutet, sodass in der Konsequenz bei einem stärkeren Ereignis auch ein sehr hohes Schadensrisiko für die nachfolgende Bebauung besteht. Bei der Sichtung vor Ort konnten Optionen identifiziert werden, um eben dieses Risiko zu begrenzen und die es im weiteren Projektverlauf zu prüfen gilt.

Hinsichtlich des innerörtlichen Bachlaufes wurde seitens des Wehrführers auf den Bewuchs im und am Gewässer hingewiesen. Wenn auch grundsätzlich eine solche Vegetation in diesem Kontext gewünscht ist, muss die Unterhaltung gewisser innerörtlicher Gewässerabschnitte und der entsprechende Umfang festgelegt sein. Diese Thematik wird auch Inhalt des örtlichen Konzeptes zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge sein und gilt es bei dessen weiterer Bearbeitung mit den jeweils Zuständigen abzustimmen.

Weiter von Interesse waren u.a.:

  • der Starkregenabfluss, die Straßenzüge im Klostergarten und Auf Bobüsch betreffend
  • die zusätzliche Beaufschlagung der Straße Im Käulchen durch Starkregenabfluss aus dem Außengebiet, welcher über einen Fußweg zur Bebauung geführt wird
  • die Beckenstrukturen hinter dem Bebauungsriegel Reilsheck, welche im Starkregenfall der Wasserrückhaltung dienen soll

Ortsbegehung Bekond

07.09.2020

Von Interesse war u.a. der Kahlbach, der abschnittsweise renaturiert vorliegt. Für den Abschnitt vor dem Durchlass an der Schulstraße wurde ein zunehmender Unterhaltungsbedarf des Gewässers festgestellt. Teilweise ragen Bäume bis ins Bachbett hinein und es ist nur sehr schwer einsehbar, ob sich auch (abtriebsgefährdete) Vegetation im Bachlauf befindet, die bei einer extremen Beaufschlagung des Gewässers mitgerissen werden und den nächsten Durchlass zusetzen und somit zu folgenreichen Überschwemmungen führen kann. 

Darüber hinaus wurde von einem zurückliegenden Ereignis berichtet, bei dem der Sportplatz durch die stark wasserführende Schulstraße überschwemmt wurde. Der Sportplatz wurde anschließend baulich etwas abgeschirmt, um eine erneute Überflutung zu verhindern. Um grundsätzlich den Abfluss in der Straße zu reduzieren, ist es wichtig, diesen weiter oberhalb, bestenfalls kontrolliert abzuleiten. Hierzu bestehen bereits Entwässerungseinrichtungen, die es notwendigerweise regelmäßig freizustellen gilt, sodass im Starkregenfall eine Wasserführung möglich ist, die nicht auf die bebaute Ortslage abzielt.

Zu den weiteren Begehungsgegenständen zählten die zur Rückhaltung vorgesehenen Becken südlich der bebauten Ortslage. In diesem Zusammenhang konnten nützliche Ansätze festgehalten werden, wie diese effizienter genutzt bzw. beaufschlagt werden können.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • wasserführende Straßenzüge innerorts (Raiffeisenstraße, Bergstraße, Kirchstraße)
  • wasserführende Wirtschaftswege östlich der bebauten Ortslage, die wiederum zum innerörtlichen Abfluss über die Weinbergstraße führen

Ortsbegehung Thörnich

Von besonderem Interesse war der Zustand der vorhandenen Hochwasserschutzanlage, die die bebaute Ortslage vor einem gewissen Hochwasserereignis eines bestimmten Ausmaßes schützen soll. In diesem Zusammenhang gilt es im weiteren Projektverlauf mit den Zuständigen zu klären, auf welches Ereignis die Einrichtung bemessen wurde, um dann nachvollziehen zu können, ob ein dementsprechender Schutz entlang der gesamten Anlage gewährleistet ist. Grundsätzlich lässt sich nach der Sichtung der verschiedenen Abschnitte sagen, dass ein einheitlicher Schutz nicht gegeben ist, da beispielsweise die  Aufschüttungen keine durchgängig übereinstimmende Höhe aufweisen. Ein besonderes Risiko besteht insbesondere darin, dass die Ortslage von hinten, über die Hauptstraße, von Hochwasserabfluss betroffen sein kann , da die Funktionsfähigkeit des südlichst gelegenen Hochwasserschutzes aufgrund des mangelhaften (Unterhaltung-) Zustands nicht mehr gegeben ist. Dies erwies sich bereits beim Hochwasserereignis im Jahr 1993 als problematisch, welches unter den derzeitigen Kenntnissen als 50-60-jähriges Ereignis einzuordnen ist, wonach es keinesfalls den potenziellen Extremfall als auch kein 100-jährliches Hochwasserereignis wiederspiegelt. Unter Berücksichtigung des (potenziellen) Schadensausmaßes ist die Ertüchtigung des Hochwasserschutzes, in diesem Bereich, aber auch darüber hinaus, beispielsweise entlang der Straße „Hinter der Kirche“, unbedingt notwendig, um die bebaute Ortslage bestmöglichst zu schützen. Des Weiteren bedarf die Hochwasserschutzmauer einer grundlegenden Sanierung. Diese ist nicht mehr intakt und weist markante Risse auf, sodass ein Schutz nicht mehr gegeben ist. Eine weitere (erwiesene) Gefährdungslage wurde für den nordöstlich gelegenen Abschnitt der L 48 beschrieben. Hier hatte man 1993 einen gewissen Bereich mit Sandsäcken gesichert, dennoch gelangte der Hochwasserabluss über einen nicht gesicherten Abschnitt auf die Straße, von wo dieser über die angrenzende Weinbaufläche geradewegs in Richtung der Bebauung des Leiwener Weges und benachbarter Straßenzüge floss. Zudem wurde der Abfluss über die Landesstraße in die Ortslage weitergeleitet. Entsprechend geeignete Maßnahmen, die diese Problemlage entschärfen, gilt es im weiteren Verlauf zu prüfen. 

Ortsbegehung Riol

29.06.2020

Der Kreis der Teilnehmer setzte sich aus der Ortsbürgermeisterin Dr. Egner-Duppich, Vertretern des Landesforsten, des Bauern- und Winzerverbandes, Mitgliedern des Gemeinderats und dem Wehrführer sowie dessen Vertretung zusammen.

Für elementar, im Sinne einer zielführenden Starkregenvorsorge, halten die Ortskundigen die Optimierung der Entwässerung der nördlich der Ortslage befindlichen Autobahn bzw. der oberhalb angrenzenden Flächen, welche vielmehr in Richtung Bebauung und nicht in der ursprünglich hierfür vorgesehenen Einrichtung zurückgehalten wird. Um dieses Problem zu veranschaulichen, wurden die Mitarbeiter des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme zum Rückhaltebecken der Autobahn geführt, welches, Berichten zufolge, zu keinem Zeitpunkt beaufschlagt wird. Vielmehr wird der Abfluss zu der anderen Seite, sprich zu den Entwässerungseinrichtungen auf Rioler Seite geführt, deren Auslastungsgrenze, in Betracht des anfallenden Wasservolumens, schnell erreicht ist, sodass der Abfluss über die langgezogenen Hangflächen sowie Wirtschaftswege geradewegs in Richtung der bebauten Ortslage geführt wird. Infolgedessen entstandene Probleme wurden insbesondere im Bereich der Bergstraße, Waldstraße und Im Sauerborn verzeichnet. In diesem Zusammenhang wurden unterschiedliche neuralgische Punkte besichtigt und erste Lösungsansätze erläutert sowie diskutiert.

Eine weitere Gefahrenlage berichteten die Anwesenden für die Entwässerungsrinne, die südöstlich der Bebauung an einem Wirtschaftsweg verrohrt, quer unter einem Weinberg verläuft und anschließend dem Poldergraben zugeführt wird. Auch hier konnten Vorschläge zur Entschärfung gemacht werden, die es nun im weiteren Projektverlauf weitergehend, unter Einbezug der Flächeneigentümer, zu prüfen gilt.

Ein weiterer Besichtigungspunkt der Begehung war der Entwässerungsgraben im Bereich Auf Plandert.

Ortsbegehung Leiwen

18.06.2020

Die Führung der Ortsbegehung übernahmen Ortsbürgermeister Sascha Hermes und Wehrführer sowie Gemeindearbeiter Jürgen Schneider. Der Fokus lag insbesondere auf der Außengebietsentwässerung, inklusive der diesbezüglichen Entwässerungseinrichtungen, da hier bereits vermehrt Schäden an Wirtschaftswegen registriert und auch Abflusskonzentrationen wahrgenommen wurden, die in Richtung der Ortslage zielen. Letztere wurden u.a. für die Straße Beim Weinskreuz und entlang der Klostergartenstraße berichtet. Aber auch darüber hinaus ist Starkregenabfluss denkbar, insbesondere vor dem Hintergrund des derzeitigen Zustands bzw. der baulichen Ausführung der Entwässerungseinrichtungen. In diesem Zusammenhang wurden besonders kritische Einlassbauwerke aufgenommen und protokolliert sowie erste Handlungsoptionen und Verbesserungsvorschläge seitens des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme erläutert. Insbesondere eine ohnehin vorgesehene Wegebaumaßnahme, welche für Leiwen beispielsweise für den Wirtschaftsweg in Verlängerung der Urbanusstraße geplant ist, bietet sich an, um auch Ansprüche der Starkregenvorsorge zu berücksichtigen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, sodass die (potenziellen) Abflusskonzentrationen, die in die Ortslage geführt werden, reduziert werden können.

Als überhaus positiv, um Wasser innerorts aus der Straße möglichst schadarm von der Bebauung wegzuleiten, sind die Überlaufschwellen an den Brücken der Mühlenstraße und Schulstraße zu bewerten, die den Abfluss aus den Straßen (oder aus den innerörtlichen Winzerflächen, siehe Schulstraße) und aus den dreizeiligen Rinnen in den Schandelbach abführen und so weitestgehend verhindern, dass Anlieger zu Schaden kommen.

Darüber hinaus stellte selbstverständlich auch die Hochwasserthematik einen weiteren Schwerpunkt der Ortsbegehung dar. Neben infrastrukturellen Details wurde auch die notwendige Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger angemerkt, welcher sich im Rahmen des noch ausstehenden Bürgerworkshops angenommen wird. Das Thema gilt es jedoch auch fernab solcher Veranstaltungen im Ortsbild präsent zu machen, beispielsweise mit Hinweisplaketten, die bereits vereinzelt an dem einen oder anderen Gebäude angebracht sind. Besonders Neuzugezogene gilt es auf diese Gefahrenlage aufmerksam zu machen und anzuregen, sich in dieser Hinsicht umfassend zu informieren.

Ortsbegehung Schleich

15.06.2020

Bei dem Termin wurden insbesondere solche Punkte in Augenschein genommen, die sich auch beim jüngst zurückliegenden Ereignis im Februar diesen Jahres als problematisch herausgestellt haben. Zu diesen zählten auch die Örtlichkeiten im Süden der bebauten Ortslage, die einen massiven Starkregenabfluss in Richtung der Bebauung über die Moselweinstraße verursachten. Gespeist wurde dieser von den oberhalb befindlichen (Wald-) Flächen. Hier wurden darüber hinaus erhebliche Mengen an Boden und Geröll mobilisiert, die die Geschiebefänge schnell zusetzten , sodass es zu dem soeben beschriebenen Oberflächenabfluss über den Hohlweg und anschließend über die Moselweinstraße kam. Die Einlässe zwischen Hohlweg und Moselweinstraße waren infolge des mittransportierten Materials auch nicht mehr funktionstüchtig, sodass der Abfluss über die Moselweinstraße zusätzlich begünstigt wurde. Abhilfe zur Umleitung des Abflusses schafften Sandsäcke, die jedoch zum Zeitpunkt des Geschehens nicht direkt bereitstanden. Dieser Missstand wurde bereits behoben und die Sandsäcke stehen nun jederzeit zur Verfügung. Bezüglich der gesamten Problemstellung konnten im Rahmen der Ortsbegehung einige Verbesserungsansätze bzw. -vorschläge festgehalten werden, die im Wesentlichen dazu beitragen sollen, möglichst viel Material oberhalb abzugreifen und die vorhandenen Entwässerungseinrichtungen insofern zu ertüchtigen und ggf. zu erweitern, um auch die Wasserrückhaltefunktion zu optimieren. Ein weiterer diesbezüglicher Hinweis galt dem unterspülten Wanderweg in diesem Bereich, für den es eine Lösung zu erörtern gilt. Details werden im weiteren Projektverlauf mit den jeweils Zuständigen abgestimmt werden, um adäquate Maßnahmenvorschläge für das Konzept festhalten zu können.

Die Entwässerung des Elsgrabens, welcher entlang der Straße Im Kardel verrohrt und nach der Moselweinstraße teils offen, teils verrohrt durch die Ortslage läuft, bevor das Gewässer in die Mosel mündet, funktionierte bei den vergangenen Starkregenereignissen weitestgehend. Vor dem Hintergrund tendenziell ansteigender Niederschlagsdimensionen macht es aber durchaus Sinn typische Gefahrenlagen am Gewässer zu inspizieren und dahingehend zu optimieren, sodass diese auch bei einer höheren zusätzlichen Beaufschlagung einen schadarmen Abfluss des Gewässers gewährleisten. Diesbezüglich konnten insbesondere im Bereich der Durchlässe mögliche Änderungen diskutiert werden, die zu einer Entschärfung bei Starkregen beitragen können.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • den Bereich Am Kraftwerk (Einstau der (ehemaligen) Sportplatzfläche)
  • die Staustufe

Ortsbegehung Ensch

08.06.2020

Der Ortsbürgermeister Matthias Otto wurde bei der Erläuterung der einzelnen Problempunkte vom Wehrführer Benjamin Kihm und dem ortskundigen Gemeindearbeiter Herr Schätter unterstützt, um dem projektbeauftragten Planungsbüro Hömme für die daran anschließende Analyse und Maßnahmenfindung eine geeignete (Daten-) Grundlage zu liefern.

Zu Beginn der Begehung machte man auf die Abflusskonzentrationen, südlich der bebauten Ortslage, aufmerksam, welche bei einem vergangenen Unwetterereignis bereits zu Überschwemmungen entlang der Martinstraße führten. Ursache war der Kästchesgraben bzw. das Versagen der dortigen Entwässerungseinrichtung, wodurch es zu einem konzentrierten und gezielten Abfluss in Richtung der Ortslage kam. Geröll setzte den in Ortsrandlage befindlichen Durchlass unmittelbar zu, das Wasser floss über die Martinstraße ab und verursachte erhebliche Schäden auf privaten Grundstücken. Infolgedessen wurde ein leistungsfähiger Geschiebefang eingesetzt, der im Vergleich zur ursprünglichen Konstruktion eine wesentlich bessere Zugänglichkeit zu Unterhaltungszwecken aufweist. Darüber hinaus wurde, um das Wasser großflächig bewirtschaften zu können, sowohl aus dem Graben als auch aus den entwässernden Wirtschaftswegen, ein horizontales Rost im Weg installiert, welches zusätzlich Material abfängt. Diese Faktoren tragen maßgebend dazu bei, den Abfluss in Richtung der bebauten Ortslage zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Darüber hinaus könnte es eine Option sein, den Durchlass vor der Bebauung baulich so herzurichten, sodass sich dieser nicht sofort zusetzt und leistungsfähig bleibt. Die diesbezüglichen Details gilt es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen. Unerlässlich ist die regelmäßige Unterhaltung der soeben beschriebenen Anlagen, damit diese langfristig funktionstüchtig bleiben. Ein solcher Unterhaltungsbedarf ergibt sich für Ensch auch an anderen Stellen, so beispielsweise am Dorfbach, unter besonderer Berücksichtigung der Bereiche vor dem Durchlassbauwerk an der Straße In der Bornwiese und vor der Verrohrung auf Höhe der Martinstraße. Ein ungehinderter Abfluss ist im Ereignisfall elementar, um das Schadenspotenzial für die Umgebung gering zu halten. In diesem Sinne ist beispielsweise das Einlassbauwerk auf Höhe der Martinstraße freizuschneiden und das angrenzende Gewässerumfeld so zu gestalten, dass die Gefahrensituation (durch Zusetzen des Bauwerks) nicht zusätzlich verschärft wird.

Ein weiteres Problemfeld Enschs, welches es im Vorsorgekonzept zu behandeln gilt, besteht in der unmittelbaren Gefährdung bei Hochwasserführung der Mosel. Zwar stellten der Straßendamm der Bundesstraße als auch andere vorhandene Strukturen bisher einen ausreichenden Schutz für die bebaute Ortslage dar, jedoch gibt es hinsichtlich eines angemessenen Schutzes noch einige Fragen zu klären sowie entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • den Kauterbach, dessen Unterhaltungszustand und Einleitung in die Mosel
  • den Zustand/ die Ausführung einer weiteren Entwässerungsrinne oberhalb der Martinstraße

Ortsbegehung Köwerich

07.05.2020

Die Erfahrungen Köwerichs beschränken sich nahezu ausschließlich auf die Gefährdung und Betroffenheit infolge von Hochwasserereignissen. Diesbezüglich erinnert man sich insbesondere an das schwere Hochwasser im Jahr 1993, welches verheerende Schäden innerorts verursacht hat. Viele Anwohner haben infolgedessen die Nutzung der im Überflutungsbereich befindlichen Objekte angepasst: die Wohnraumnutzung beginnt häufig erst im ersten Stock der Gebäude und die unteren Etagen werden oft ausschließlich und wenn überhaupt zu Lagerzwecken genutzt. In diesem Zusammenhang ist es elementar, Zugezogene über diese Gefahrenlage aufzuklären und zu informieren, da das Risiko oftmals nicht als solches wahrgenommen wird, wenn keine persönlichen Erfahrungswerte vorliegen. Hierzu wird auch der noch ausstehende Bürgerworkshop für Köwerich dienen. Der ursprüngliche Termin im Mai kann coronabedingt zwar nicht stattfinden, jedoch wird zu gegebenem Zeitpunkt ein Nachholtermin veröffentlicht, sodass sich die Bürgerinnen und Bürger zum einen zur Starkregen- und Hochwasservorsorge und auch zu entsprechenden Handlungsoptionen der Eigenvorsorge informieren und zum anderen sich mit ihren individuellen Erfahrungen und Einschätzungen einbringen können.

Ein wesentlich berichtetes Problem im Hochwasserfall der Mosel ist, dass sich das Wasser, bevor es auf direktem Weg in die Ortslage gelangt, bereits im Vorfeld aus der Fläche nach oben drückt: Kanaldeckel werden überströmt bzw. durch den Wasserdruck angehoben und das Wasser gelangt über unversiegelte Flächen nach oben und verteilt sich. Diese Problematik zeigte sich wiederkehrend u.a. im Bereich des Straßenzuges St. Kunibert-Platz, welcher auch beim jüngsten Hochwasserereignis wieder unter Wasser stand, wobei die Landesstraße trocken blieb. Diesbezüglich gilt es im weiteren Projektverlauf die Kanalpläne zu prüfen, um der Ursache dieser Problematik nachzugehen und etwaige Lösungen bzw. Optionen der Entschärfung zu ermitteln.

Ein weiterer Themenschwerpunkt der Ortsbegehung galt der Ermittlung der (potenziellen) Betroffenheit der bebauten Ortslage Köwerichs durch Starkregenabfluss. Auch wenn diesbezüglich noch keine realen Erfahrungswerte vorliegen, ist es wichtig das Risiko zu berücksichtigen und entsprechende Gefährdungspotenziale zu identifizieren. Als Hilfestellung dient die sogenannte Sturzflutgefahrenkarte des Landes, welche, unter vorwiegender Berücksichtigung der Topographie, solche sich potenziell bildende Abflusskonzentrationen im Starkregenfall abbildet. Diese Darstellungen wurden nun den Gegebenheiten vor Ort gegenüber gestellt, um das tatsächliche Risiko zu ermitteln. Der Fokus lag hierbei auf den südwestlich angrenzenden Weinbergsflächen. Insbesondere vor dem Hintergrund etwaiger Siedlungserweiterungen gilt es die Belange der Starkregenvorsorge zu berücksichtigen und in die entsprechende Planung mit einzubeziehen. 

Ortsbegehung Mehring

04.05.2020

Mit der Ortsbegehung wurde der erste Schritt hinsichtlich einer umfassenden Datenerfassung, basierend auf realen Erfahrungswerten, für die Ortsgemeinde Mehring getätigt. Im weiteren Projektverlauf, sofern es die coronabedingten Umstände zulassen, sollen diese Erkenntnisse mit den Bürgerinnen und Bürgern erläutert, diskutiert und anhand individueller Erfahrungsberichte ergänzt werden. Der Nachholtermin des Bürgerworkshops wird zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlicht.

Zeitlich gesehen nahmen die Teilnehmer der Ortsbegehung Bezug zum Unwetterereignis von 1979, zum Hochwasser von 1993 und 1995 sowie zu jüngeren Vorfällen intensiver Niederschläge der vergangenen 20 Jahre, welche erste Anhaltspunkte hinsichtlich der Gefahrenlagen Mehrings lieferten. Aufgrund der mäßigen Betroffenheit Mehrings (der jüngsten Vergangenheit), welche auf die vergleichsweise geringen Niederschlagsdimensionen zurückzuführen ist, ist es essentiell den Fall eines klassischen Starkregenereignisses zu berücksichtigen und vor diesem Hintergrund die sich bereits als kritisch bewiesenen Punkte zu betrachten. Der Fokus der Teilnehmer war dementsprechend nicht ausschließlich auf vergangene Probleme gerichtet, sondern auch auf die „Was wäre wenn…“-Frage. Hinsichtlich dieser Schwerpunktsetzung kann das laufende Flurbereinigungsverfahren Blattenberg für die Ortslage von Vorteil sein, da hier Handlungsoptionen im Sinne der Starkregenvorsorge bestehen, die maßgebend zur Entschärfung der Gefährdung der Bebauung Mehrings beitragen können.

Darüber hinaus wurde bei dem gestrigen Termin ein dringender Handlungsbedarf hinsichtlich einer allumfassenden Kontrolle der (innerörtlichen) Entwässerungsanlagen (Entwässerungsrinnen und Einlassbauwerke) festgestellt. Diese sind im derzeitigen Zustand in ihrer Funktionsfähigkeit maßgeblich beeinträchtigt. Insbesondere der innerörtliche Gewässerabschnitt des Carelbaches, entlang der Bornstraße ist stark zugewuchert, Totholz wurde am, teilweise im Bachlauf gesichtet, ein Durchlass ist kaum erkennbar und das Einlassbauwerk ist versandet und würde im Ereignisfall einen schnellen, ungehinderten Abfluss erschweren, könnte zu einem Rückstau führen, welcher weitreichende Konsequenzen zur Folge hätte. Eine Sedimentation wurde darüber hinaus in nahezu allen Einlassbauwerken der Entwässerungsrinnen aus dem Außengebiet, entlang des Wirtschaftsweges Am Rebenhang festgestellt. 

Für einen innerörtlichen Starkregenabfluss ist die Deierbachstraße bekannt, welcher seinen Ursprung in der Steinkaul hat, da sich eben hier ein Rost zur Verrohrung unmittelbar mit mitgeschwemmtem Material zusetzt und der Abfluss infolgedessen zur Deierbachstraße weitergeleitet wird.

Eine weitere bekannte Problemlage, die nun behoben werden soll und für die bereits konkrete Planungen vorliegen, existiert bei der Bachverrohrung des Mehringer Mühlenbaches, oberhalb des Weinguts Schroeder. 

Ortsbegehung Longuich

09.03.2020

Zu Beginn des Termins wurde unmittelbar der Bedarf der Sensibilisierung bezüglich des Moselhochwassers als wichtiger Ansatzpunkt der Vorsorge für Longuich benannt. Das Bewusstsein der Gefährdung ist zeitweise kaum noch vorhanden. Alteingesessene Einwohner, die noch von Hochwasserschäden berichten können, werden immer weniger, Zugezogene sind sich der Gefahr aufgrund fehlender Erfahrungswerte oftmals nicht bewusst und haben für den Ereignisfall keine Vorkehrungen getroffen. In diesem Zusammenhang konnten die Teilnehmer bereits erste sinnvolle Optionen einer dauerhaften bzw. immer wiederkehrenden Kommunikation festhalten. 

Unabhängig vom Moselhochwasser wurde im nachfolgenden Verlauf der Ortsbegehung von einer weiteren kritischen Gefahrenlage berichtet: im Birkenweg kommt es den Hinweisen zufolge zu einem unkontrollierten Oberflächenabfluss, welcher unter Berücksichtigung zunehmender Niederschlagsdimensionen ein gefährliches Ausmaß annehmen und zu einem ansteigenden Schadenspotenzial für die umliegende Bebauung führen könnte. An dieser Stelle wurde die Option einer Notwasserführung diskutiert und eine entsprechende kontrollierte Wasserführung bis hin zur Mosel vor Ort skizziert. Diese Idee gilt es im Rahmen der Maßnahmenentwicklung weiter zu prüfen.

Des Weiteren wurden in Longuich u.a. folgende Beobachtungen aufgenommen:

  • optimierungswürdige Entwässerungseinrichtungen im Gewerbegebiet
  • der Unterhaltungszustand des Longuicher Baches bzw. der Durchlassbauwerke im Bereich des Talmühlenweges

Ortsbegehung Fell

03.03.2020

Als grundsätzlich positiv ist für Fell die Fortsetzung der Renaturierung des Feller Baches zu vermerken. Derartige Maßnahmen am Gewässer erhöhen neben der ökologischen Wertigkeit auch gleichzeitig die Starkregen- und Hochwasservorsorge. Dem Bach wird  u.a. mehr Raum gegeben, wodurch mehr Wassermassen bewirtschaftet werden können, das Gewässer nicht unmittelbar nach einer zusätzlichen Beaufschlagung unkontrolliert ausufert und zu erheblichen Schäden auf öffentlichem als auch privatem Grund und Boden führt.

Neben der Begehung verschiedener Engstellen bzw. Brückenbauwerke des Feller Baches richtete sich das Hauptaugenmerk der Teilnehmer auf diejenjgen Gewässer bzw. Entwässerungsrinnen, die entweder am Ortsrand verrohren oder in offener Weise dem Feller Bach zugeführt werden, wie beispielsweise der Schraubelsbach, der Frievels Bach (auch Erlerschgraben genannt) oder die Rinne oberhalb der Mertersdorfer Straße. Letztere ist aktuell nicht funktionsfähig, da sie kaum noch als Rinne erkennbar ist und das Wasser infolgedessen unkontrolliert über die Straße fließt. Hier bedarf es im Sinne einer kontrollierten Wasserführung einer Wiederaufnahme der Unterhaltung. In jüngster Vergangenheit wurden hier bereits Bäume aus der Rinne entfernt. 

Der Frievelsbach verrohrt auf einem privaten Grundstück und ist in der Vergangenheit bereits einmal am Rohreinlass übergegangen und über die Straße Im Frievel abgeflossen. Der Abfluss in das Einlassbauwerk war aufgrund des mitgeführten Materials aus dem Außengebiet nicht mehr gegeben. An dieser Stelle sollte aus Sicht des Planungsbüros eine fortwährende Zugänglichkeit gewährleistet sein, sodass das Bauwerk zum einen ausreichend unterhalten und zum anderen im Ereignisfall unmittelbar freigeräumt werden kann. Eine weitere Option der Entschärfung wird in der baulichen Optimierung des Einlassbauwerks gesehen.

Des Weiteren wurden in Fell u.a. folgende Beobachtungen aufgenommen:

  • Ruwerer Straße als bekannte Gefährdunglage durch Vollfüllung des Kanal, sodass Wasser in der Straße steht und sich flächig verteilt
  • Entwässerungsrinne, welche Außengebietswasser quer zu Straßen Am Kapellchen, In der Coman und Auf Häckelsberg führt; aufgrund der nicht optimalen Wasserführung zur Rinne kam es in der Vergangenheit zu Oberflächenabfluss über die Ruwerer Straße

Bei der Ortslage Fastrau lag der Fokus der Ortsbegehung insbesondere auf den Wirtschaftswegen, über welche das Außengebietswasser auf direktem Weg Richtung Bebauung geführt wird. Hier gilt es Maßnahmen zu prüfen, die dies verhindern können bzw. Optionen der Prävention wahrzunehmen. Hierunter fällt mitunter die Berücksichtigung der Starkregen- und Hochwasservorsorge im Rahmen der Neubauplanung westlich der Ortslage.

Ortsbegehung Detzem

03.03.2020

Grundsätzlich kommt Detzem zugute, dass die Ortslage Teil eines aktuellen Flurbereinigungsverfahrens ist und im Zuge dessen auch Belange der Starkregenvorsorge berücksichtigt werden können. Hierzu wurden bei der Begehung einzelne Punkte hervorgehoben und aufgenommen, welche den zuständigen Behörden nun mitzuteilen sind, sodass diese noch rechtzeitig und sinnvoll bei der Flurbereinigung beherzigt werden können. Übergeordnetes Ziel sollte sein, der Verrohrung ortseingangs, unter der K 86 (Ortsausgang, Richtung Leiwen) so wenig Wasserkonzentration wie möglich zuzuführen, da hier die Gefahr besteht, dass die Kapazität des Rohreinlasses nicht ausreicht. Infolge kam es in der Vergangenheit bereits zu einem Oberflächenabfluss in der Neustraße bis hin zur Hauptstraße. Der Reduktion der Außengebietsentwässerung Richtung Detzemer Bebauung könnte potenziell der (schrittweise) Rückbau nicht mehr benötigter Entwässerungseinrichtungen der ehemaligen Weinanbauflächen dienen.

Eine weitere Gefahrenlage, welche sich während vergangener Ereignisse zwar noch nicht als solche gezeigt hat, aber aufgrund des Geländes und der sogenannten Sturzflutgefahrenkarte als potenziell gefährdet hervorgeht, wurde im Bereich der Keltenstraße identifiziert. Unter Berücksichtigung der zunehmenden Niederschlagsdimensionen ist hier ein starker Oberflächenabfluss von den oberhalb angrenzenden Flächen Richtung Bebauung denkbar und wahrscheinlich. Hier ist die Sensibilisierung der Anlieger unerlässlich, um das notwendige Bewusstsein bezüglich der potenziellen Gefährdung zu schaffen. In diesem Zusammenhang möchten die Verantwortlichen des Projekts wiederholt auf den gemeinsamen Bürgerworkshop von Detzem und Thörnich, am 24. August hinweisen, welcher um 19 Uhr im Bürgerhaus in Detzem stattfindet. Dieser dient zum einen der Ergänzung der ortsspezifischen Problemstellen, welche seitens der Bürgerinnen und Bürger identifiziert wurden und zum anderen werden die elementare Bedeutung der Eigenvorsorge und entsprechende Handlungsoptionen vorgestellt.