Hochwasservorsorgekonzept für die
Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues

Die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues erstellt Vorsorgekonzepte zur Bewältigung von Überschwemmungen durch zukünftige Hochwasser- und Starkregenereignisse.

In Zusammenarbeit mit Fachbehörden und Maßnahmenträgern sowie im Rahmen einer intensiven Bürgerbeteiligung werden wirksame Maßnahmenkonzepte für die Stadt und die Ortsgemeinden erarbeitet. Neben einer aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, werden in die Erarbeitung wirksamer Maßnahmen und Strategien zur öffentlichen und privaten Vorsorge vor Überschwemmungen auch weitere Stellen, Fachbehörden, Träger öffentlicher Belange und Multiplikatoren eingebunden.

Gefährdung durch Hochwasser und Starkregen 

Stadt Bernkastel-Kues

Die Stadt Bernkastel-Kues ist durch ihre Lage im Moseltal sowohl von Flusshochwasser als auch von Sturzfluten nach Starkregen bedroht. Außerdem kann wild abfließendes Wasser bei Starkregen die Wasserführung kleiner Gewässer schnell ansteigen lassen. Sowohl Flusshochwasser der Mosel als auch Überschwemmungen nach Starkregen haben in der Vergangenheit Schäden in Bernkastel-Kues angerichtet. So kam es z. B. im Stadtteil Wehlen 2017 mehrfach zu Feuerwehreinsätzen wegen Starkregen und zuletzt Anfang 2020 war fast die ganze Verbandsgemeinde von Flusshochwasser betroffen.

Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten des Landes Rheinland-Pfalz zeigen die von Flusshochwasser der Mosel gefährdeten Flächen in der Stadt, in Wehlen und Andel. Darüber hinaus kann im gesamten Stadtgebiet, auch entfernt von Gewässern, Starkregen Schäden durch wild abfließendes Wasser und Sturzfluten anrichten. Im Bereich der Talhänge können Straßenzüge und Gebäude bei Starkregen durch Sturzfluten und im Extremfall Schlamm- und Geröllabgänge bedroht sein. Nach Starkregen kann der Wasserstand kleiner Gewässer und Gräben schnell ansteigen und zu Überschwemmungen führen. Die Starkregengefahrenkarte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues weist eine hohe potenzielle Gefährdung vieler Bereiche durch Sturzfluten und Überschwemmungen nach Starkregen aus.

Ortsgemeinden in der VG

Neben der Stadt Bernkastel-Kues lässt die Verbandsgemeinde auch für die Ortsgemeinden Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepte aufstellen. Seit 2019 werden in einer ersten Runde bereits Konzepte für neun Ortsgemeinden erarbeitet. Ende 2020 erfolgt der Projektbeginn zu Erstellung der Konzepte für weitere 13 Ortsgemeinden durch das Planungsbüro Hömme GbR.

Bürgerforen in der VG 

Bürgerforum Monzelfeld

20.10.2021

Nach Absage der für die erste Jahreshälfte 2021 geplanten Bürgerforen, aufgrund der Corona-Pandemie, konnten nun mit dem ersten Workshop in Monzelfeld die Nachholtermine begonnen werden. Durch die sehr geringe Betroffenheit durch Starkregen und die Lage der Ortslage fernab von Gewässern, war die Beteiligung wie erwartet nur mäßig. Ortsbürgermeister Lothar Josten begrüßte die Anwesenden und leitete kurz ins Thema ein. Zentraler Programmpunkt war die Präsentation zur Problem

atik durch Starkregen- und Hochwasserereignisse des beauftragten Planungsbüros Hömme GbR aus Pölich. Es wurde ausführlich über die entstehenden Gefahren, insbesondere durch Starkregen, referiert und sinnvolle sowie notwendige Maßnahmen der privaten und persönlichen Eigenvorsorge vorgestellt. Nicht nur den baulichen Objektschutz betreffend, sondern insbesondere auch die Vorbereitung auf Überschwemmungsereignisse und das geeignete Verhalten vor, während und nach einem Starkregen oder einer Überflutung von Haus und Grundstück. Im dritten Teil des Vortrags wurden dann eingehend die bei der ersten Ortsbegehung aufgenommenen und aus der Kartenanalyse zusammengetragenen Problemstellen in Monzelfeld und dem Ortsteil Annenberg sowie im Bereich der Kreisstraße 93 dargestellt. 

Abschließend wurden diese in der gemeinsamen Diskussion besprochen und ergänzt sowie weitere Informationen zu bereits umgesetzten Maßnahmen der Starkregenvorsorge durch die Ortsgemeinde weitergegeben. Die für Monzelfeld bislang identifizierten Untersuchungsbereiche sind:

  • Alte Poststraße
  • Zur Windschnur
  • Auf der Gaß
  • Mühlenweg und Wiesenstraße
  • K 93
  • Annenberg
  • Fläche des geplanten Neubaugebiets hinter dem Bürgerhaus
  • Bei den zwei Kreuzen

Auch nach der Veranstaltung können von den Bürgerinnen und Bürgern noch Hinweise, Anmerkungen und weitere Problemstellen gemeldet werden. Dies ist über den Bereich Kontakt möglich oder per Mail an info@bernkastel-kues.hochwasserschutz-konzept.de

Maßnahmenentwürfe Stadt BKS

Die vorgestellten Maßnahmen des Konzeptentwurfs können Sie hier als Steckbriefe herunterladen.

Vorstellung Maßnahmen in Andel und Wehlen

28.09.2021

Nach Vorstellung der Maßnahmenentwürfe für die Stadtteile Bernkastel, Kues und das Kueser Plateau Ende August, wurden nun auch für die Stadtteile Andel und Wehlen die ortsbezogenen Maßnahmen des Konzeptentwurfs in Bürgerveranstaltungen präsentiert.

Um 18 Uhr begann am Dienstagabend zunächst die Vorstellung des Konzeptentwurfs im Bürgerhaus in Andel. Nach Begrüßung durch Stadtbürgermeister Wolfgang Port referierte das Planungsbüro zunächst über die private und persönliche Eigenvorsorge. Stichworte dabei waren die Informations- und Verhaltensvorsorge (Wie gefährdet bin ich? Wie kann ich mich vorbereiten? Was tue ich im Ernstfall?) und die bauliche Vorsorge (mobiler und permanenter Objektschutz, Rückstausicherung) sowie die Risikovorsorge (Elementarversicherung). Anschließend wurden die für Andel definierten Gefahren- und Maßnahmenbereiche präsentiert und die jeweils erarbeiteten Maßnahmenvorschläge, Unterhaltungsaufgaben, Zuständigkeiten, aber auch die Grenzen des Machbaren und die unvermeidliche Notwendigkeit von baulicher Vorsorge an potenziell gefährdeten Wohngebäuden. 

Um 19.30 Uhr wurden dann auch in der Turnhalle in Wehlen sowohl die Relevanz und die Möglichkeiten der Eigenvorsorge als auch die ortsbezogenen Maßnahmen vorgestellt. Grundsätzlich ist die Ortslage durch die Umgehungsstraße vor Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet gutgeschützt. Maßnahmen und regelmäßige Aufgaben zur Entschärfung der innerörtlichen Gefahrensituationen, u.a. am Krausbach und am Thelengraben, sind dennoch notwendig und im Konzept definiert. 

Vorstellung Maßnahmen für Bernkastel, Kues und das Kueser Plateau

31.08.2021

Aufgrund der unterschiedlichen Gefahrenlagen der benannten Stadtteile wurde die Veranstaltung zweigeteilt konzipiert, sodass in einem ersten Durchlauf Bernkastel und Kues behandelt wurde und anschließend Erläuterungen zum Kueser Plateau folgten.

Trotz einiger neuralgischer Punkte und abflusssensibler Bereiche, welche auch fernab der Mosel für die Stadtteile bestehen, hielt sich die Teilnehmerzahl in Grenzen, sodass der Konzeptentwurf bzw. die darin enthaltenen Maßnahmensteckbriefe rund 20 Personen vorgestellt werden konnten. Zuvor wurde seitens des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme der Projektverlauf dargestellt und erläutert, wie man zu den Maßnahmenvorschlägen gelangt ist. 

Neben der Vorstellung der Handlungsempfehlungen, die im Rahmen der kommunalen Starkregenvorsorge geleistet werden können, um die innerörtlichen Gefahrenlagen im Ereignisfall zu entschärfen, wurde auch auf die Notwendigkeit der Privaten Eigenvorsorge hingewiesen und entsprechende Herangehensweisen und Optionen aufgezeigt,- denn alle sollten sich darüber bewusst werden: es gibt Grenzen der kommunalen Starkregenvorsorge und einen hundertprozentigen Schutz aller Bewohner:innen kann nicht gewährleistet werden,- umso wichtiger ist es, eigene Initiativen auf seinem Grundstück/ an seinem Haus zu ergreifen und sich auch im Bereich der Verhaltensvorsorge kundig zu machen, um sich bestmöglich vorzubereiten und schützen zu können.

Ortsbegehungen

Ergänzend zur Karten- und Datenanalyse finden Ortsbegehungen in den Stadtteilen Bernkastel, Kues, Andel, Wehlen und auf dem Kueser Plateau statt sowie in allen in der Karte dargestellten Ortsgemeinden. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt bzw. Ortsgemeinden, der Verwaltung, der Werke und der Feuerwehr wird das Planungsbüro die gewässer- und hochwasserrelevanten Bereiche sowie die möglichen Gefahrenstellen bei Starkregen besichtigen, um auch bereits vor den Bürgerworkshops die neuralgischen Punkte zu kennen und gesehen zu haben. Lesen Sie hier eine kurze Rückschau zu den einzelnen Begehungen.

Ortsbegehung Neumagen-Dhron

11.05.2021

Oberhalb der Ortslage bestehen Rückhaltebecken, die grundsätzlich eine Entlastung im Starkregenfall darstellen können und deren Potenzial es zu nutzen gilt. In diesem Zusammenhang wurden Optimierungsvorschläge seitens des Planungsbüros erläutert, die u.a. den Zulauf zu den Anlagen verbessern sollen. Ein grundsätzliches Problem hinsichtlich der Entwässerung in den Weinbergen stellen, nicht nur in Neumagen-Dhron, die zubetonierten Rinnen dar. Diese Eingriffe können bei Starkregen erhebliche Konsequenzen für die Bebauung nach sich ziehen, da der Abfluss nicht entlang des Bordsteins in die hierfür vorgesehenen Einläufe abgeschlagen, sondern über die Wirtschaftswege, bis ins Ortsinnere weitergeleitet wird. 

Weiterer Optimierungsbedarf besteht in Sachen der Entwässerungsrinnen, die überwiegend offen bis in die Ortslage geführt werden und beispielsweise an der Realschulstraße verrohren. Hier sollten sowohl der Rückhalt vor der Bebauung, etwa in Form eines Geschiebefanges, als auch die Einlassbereiche baulich optimiert werden, sodass bei Starkregen zum einen Material zurückgehalten, der Abfluss gedrosselt weitergegeben wird und zum anderen das Einlassrost möglichst funktionsfähig bleibt. Die entsprechenden Handlungsmöglichkeiten für den Einzelfall gilt es nun im weiteren Projektverlauf hinsichtlich einer Entschärfung der Gefahrenlage von den örtlichen Zuständigkeiten zu prüfen, um das künftige Gefahrenpotenzial für die Bebauung möglichst klein zu halten. In diesem Zusammenhang ist jedoch auch auf die notwendige private Eigenvorsorge hinzuweisen, mittels der sich (potenziell) betroffene Anlieger vor Oberflächenabfluss schützen sollten.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • Entwässerungseinrichtungen im Wirtschaftsweg, Höhe QBB Funsporthandel, welche aufgrund ihrer baulichen Ausrichtung nicht zur effizienten Aufnahme von (Oberflächen-) Abfluss geeignet sind
  • Oberflächenabfluss entlang der K 74/ Krebsgasse
  • Straßenbaumaßnahme der Dhrontalstraße, im Hinblick auf die Berücksichtigung der Starkregenvorsorge

Ortsbegehung Mülheim

07.05.2021

Eine grundsätzlich erhöhte Gefährdung der bebauten Ortslage Mülheims durch die innerörtlichen Gewässer ergibt sich durch die sehr großen Einzugsgebiete des Frohnbaches und insbesondere des Veldenzer Baches. Der Wehrführer André Falke berichtete von einem Ereignis, bei dem es an den Durchlass- und Brückenbauwerken entlang des Veldenzer Baches knapp wurde. Entscheidend war hier nicht die innerörtliche Niederschlagsmenge, sondern die Beaufschlagung des Gewässers im Einzugsgebiet, südlich der Ortslage, die zu einer massiven Wasserführung innerorts führte. Besichtigt wurden hier u.a. das Durchlassbauwerk an der Hauptstraße und das Brückenbauwerk bei der Feuerwehr. Bei ersterem verwies das Planungsbüro auf die hydraulischen Defizite bzw. Optimierungspotenziale, die den vorangehenden Gewässerabschnitt betreffen. Diese Anhaltspunkte gilt es nun im weiteren Projektverlauf zu überprüfen, um die Kapazität des Bachlaufes, der vor dem Durchlass verhältnismäßig beengt ist, zu erhöhen, sodass das Gefahrenpotenzial bei Starkregen möglichst gering gehalten werden kann. Ein weiterer neuralgischer Punkt stellt die Brücke an der Bergfried-Straße dar, da bei Bachhochwasser und im Falle eines Rückstaus an diesem Bauwerk ein erhebliche Gefährdung der Feuerwehr resultiert, da diese tiefer als die Straße liegt und somit im Ereignisfall eingestaut werden könnte. Auch hier konnte seitens des Büros eine Option dargestellt werden, die zur Entlastung dieser Situation beitragen könnte. Grundsätzlich wichtig ist jedoch die Unterhaltung des Gewässerlaufs. Insbesondere für den innerörtlichen Verlauf ist es für einen möglichst schadarmen Hochwasserabfluss elementar, dass keine Vegetation in den Bachlauf hineinragt, welche bei zusätzlicher Beaufschlagung des Gewässers zu Verklausungen im Bachbett und infolge zum Wasserübertritt führen kann. In diesem Zusammenhang sind auch Gewässeranlieger angehalten ihre Grundstücksgrenzen zum Bach hin und insbesondere die Böschungskante von abtriebsgefährdetem Material freizuhalten, dies gilt auch für Grünschnitt, da dieser bei erhöhter Wasserführung mitgerissen werden und die nachfolgenden Engstellen zusetzen kann.

Aber der Starkregen macht sich nicht nur in der erhöhten Wasserführung der Gewässer bemerkbar, sondern geht auch mit einem massiven Starkregenabfluss fernab der Bachläufe einher. Besonders problematisch ist dieser im Bereich der Veldenzer Straße. Die Weinbergsflächen in südlicher Ortsrandlage entwässern hier auf die K88 und der Abfluss wird im weiteren Verlauf über die Veldenzer Straße ins Ortsinnere geleitet. Teilweise wird der Abfluss über die Straße „Im Brühl“ in Richtung der Straße „Mühlenweg abgeleitet. Da das Kanalnetz bei derartigen Wassermengen keine Rolle mehr spielt, ist es aus Sicht der Starkregenvorsorge sinnvoll sogenannte Notabflusswege zu berücksichtigen. Die entsprechenden Möglichkeiten im Falle Mülheims gilt es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • Starkregenabfluss in der Straße „Bergweg“ / Entwässerung der L 158 / Entwässerung der Feldwege
  • Kanalrückstauproblematik in der Kirchstraße
  • gerichteter Starkregenabfluss im Umfeld des Gewerbegebiets

Ortsbegehung Minheim

05.05.2021

Die Gefährdung durch das Moselhochwasser hält sich in Minheim aufgrund der erhöht liegenden Grundstücke in Grenzen, sodass der Fokus der Ortsbegehung auf den Starkregenabfluss gerichtet war, von dem eine Gefährdung für die Bebauung ausgeht. Bei Starkregen entwässert die Kreisstraße (K 52) in Richtung der Ortslage und das Einlassbauwerk am nördlichen Ortsrand funktioniert nur bedingt bei einer extremen Beaufschlagung, sodass der Abfluss weiter entlang der Klausener Straße geführt wird. Im Zulauf des Einlasses, zwischen der straßenseitigen Rinne und der Straße wurde bereits ein Abschnitt betoniert, um das Wasser besser Richtung Einlass abzuschlagen. Davor schränkte der straßenseitige Bewuchs die Zuleitung des Abflusses aus der Straße erheblich ein. Trotz dieser baulichen Verbesserung bestehen weitere Optimierungsmöglichkeiten, die vor Ort seitens des Planungsbüros erläutert werden konnten und die es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen gilt. In diesem Zusammenhang wurde auch die zusätzliche Belastung der Straße durch den nachfolgenden, angrenzenden Wirtschaftsweg angemerkt, der oberhalb der Straße „Unterm Wingert“ verläuft und bei Starkregen enorme Wassermengen in Richtung der Klausener Straße weiterleitet. Thematisiert wurde eine Rinne, die den Oberflächenabfluss aus dem Außengebiet konzentriert auf den Wirtschaftsweg leitet und die wegeseitigen Rinne, die der ordnungsgemäßen Entwässerung dienen soll. Dies ist jedoch aufgrund ihres derzeitigen Zustandes nicht möglich. Insbesondere vor dem Hintergrund der erhöhten Gefährdung der bebauten Ortslage gilt es diesen Bereich wieder funktionsfähig wiederherzustellen, sodass der Abfluss entlang des Bordsteins zum Einlassbauwerk geführt werden kann und das Wasser nicht über den Weg auf die Straße geleitet wird. Zur verbesserten Wasseraufnahme in die Verrohrung ist das Rost entsprechend auszurichten, sodass sich das Material über den Rost schieben und das Wasser dennoch in das Bauwerk abfließen kann. Dieser Vorschlag wurde seitens der örtlichen VertreterInnen aufgenommen und soll zeitnah umgesetzt werden. 

Im weiteren Verlauf der Ortsbegehung wurde der innerörtliche Abflussweg des Wasser abgegangen, um weitere neuralgische Punkte aufzunehmen bzw. seitens des Planungsbüros nachvollziehen zu können.

 

Ortsbegehung Piesport

04.05.2021

Ein bei intensiven Niederschlägen wiederholt auftretendes Problem verorteten die örtlichen Vertreter entlang der einstig für die Umgehungsstraße ausgewiesenen Flächen und den entsprechend angelegten Entwässerungseinrichtungen. An der Wegegabelung, gegenüber des Sportplatzes, fließt der Abfluss flächig über den Wirtschaftsweg auf den angrenzenden Schotterweg, spült diesen aus und wird von hier in Richtung des Betriebes „Piesporter Landmaschinen GmbH“ weitergeleitet, der bereits wiederholt von dem Oberflächenabfluss betroffen war. Die ordnungsgemäße Entwässerung sieht in diesem Bereich vor, dass der Abfluss in einem Graben in westliche Richtung weitergeleitet wird. Dieser wird bei einem Starkregenereignis unter den örtlichen Gegebenheiten nicht konsequent angeströmt. In diesem Zusammenhang wurde ein erster Optimierungsansatz seitens des projektbeauftragten Planungsbüros aufgezeigt und erläutert, welcher im Wesentlichen eine Nachprofilierung des Wegegabelungsbereiches beinhaltet, um den übertretenden Oberflächenabfluss möglichst schadarm der vorhandenen Grabenstruktur zuzuführen. Dieser Vorschlag wird in finaler Abstimmung mit dem Auftraggeber auch als Bestandteil im späteren Konzept aufgeführt werden. 

Die Gefahrenlage Alt-Piesports liegt in dem (potenziellen) Starkregenabfluss, der aus dem Außengebiet, über die Weinberge, in Richtung der Bebauung weitergeleitet wird bzw. werden kann, begründet. In diesem Zusammenhang verwiesen die örtlichen Vertreter auf die vergrößerten Straßeneinlässe, die den Abfluss bisher weitestgehend schadarm bewirtschaftet haben. Ein Problem besteht den Berichten zufolge bei dem geschotterten Wirtschaftsweg, oberhalb der Bebauung „Am Zuckerberg“, der bei stärkeren Niederschlägen in erheblichem Umfang ausgespült wurde. Dies birgt nach Einschätzungen des Planungsbüros ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die darunter befindliche Bebauung, da der Abfluss aufgrund der Querneigung des Weges in südliche Richtung, über die angrenzenden Weinbergsflächen weitergeleitet werden kann. Auch für diesen neuralgischen Punkt konnten Verbesserungsvorschläge angebracht werden, die bei einem Extremwetterereignis zur Entschärfung der Problemlage beitragen können.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • die Senke in der Bahnhofstraße, Höhe Touristinformation
  • die Steingasse, wasserführend
  • die Straße „Loreleyblick“, Abfluss aus westlicher Richtung

Ortsbegehung Monzelfeld

28.04.2021

Da die bebaute Ortslage kein Gewässer quert, spielt das klassische Bachhochwasser für Monzelfeld keine Rolle. Deswegen lag der Fokus vielmehr auf Problemstellen, die sich durch Oberflächenabfluss in Folge von Starkregen ergeben. Berichten zufolge liegen diesbezüglich nur wenige Erfahrungswerte vor und das Schadenspotenzial hielt sich bisher noch in Grenzen. Auf folgende Bereiche wurde in diesem Zusammenhang aufmerksam gemacht:

  • Abfluss über Kueserwies-Straße zum Wohngebiet „Auf der Gaß“
  • Abfluss über Neuweg-, Mühlenweg-Straße und Wiesenstraße

Weiter bekannt ist die Rückstau-Problematik im Ort. Grundsätzlich ist hierbei vor allem auf die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge hinzuweisen. Elementar sind hierbei u.a. Rückstausicherungen. In diesem Zusammenhang gilt es sich jedoch umfassend beraten zu lassen, da die Problemstellung in vielen Fällen komplex ist und andernfalls das Risiko groß ist, die eigene Gefährdungslage zu verschärfen. In diesem Zusammenhang wurden u.a. folgende Örtlichkeiten gesichtet

  • Mühlenweg-Straße, Wiesenstraße
  • Straße „Zur Windschnur“

Um die Rückstauproblematik gänzlich zu erfassen bzw. möglicherweise (technische) Möglichkeiten zur Entschärfung zu identifizieren, gilt es diese Thematik im weiteren Projektverlauf mit den VG-Werken zu besprechen und entsprechende Optionen zu prüfen.

Ortsbegehung Gornhausen

19.04.2021

Die erste Station der Ortsbegehung widmete sich dem Abflussgeschehen im Bereich des Friedhofs. Hier wird der Oberflächenabfluss eines Weges, in südöstlicher Ortsrandlage, vor dem Friedhof, auf Höhe des Marktweges abgeschlagen und auf die Morbacher Straße weitergeleitet, wodurch bereits ein Anwohner zu Schaden kam. Der noch ausstehende Straßenausbau der Straße „Im Leienfeld“ bietet sich an, um diese Problematik baulich zu berücksichtigen und weitestgehend zu entschärfen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Optionen durch das Planungsbüro aufgezeigt, die im Wesentlichen darauf abzielen, den Abfluss in Richtung der Straße „Im Leienfeld“ weiterzuleiten und diesen diffus über die geplanten Parkflächen bzw. in Richtung der nördlich angrenzenden Freiflächen verströmen zu lassen, um eine Weiterleitung in die Ortslage zu vermeiden.

Weitere oberflächliche Abflusskonzentrationen sind laut der Erfahrungsberichte südlich der bebauten Ortslage zu verzeichnen. Diesbezüglich wurde auf den geschotterten Wirtschaftsweg hingewiesen, der bei erhöhten Niederschlagsintensitäten zu Teilen stark ausgespült wird, sodass der Abfluss inklusive des Bodenmaterials letztlich über die Verlängerung der Hauptstraße in die bebaute Ortslage eingetragen wird. Einlassbauwerke setzen sich mit dem transportierten Material zu und das Wasser wird über die Hauptstraße weitergeleitet.

Zu den weiteren Inhalten der Ortsbegehung zählten u.a.: 

  • Straße „Am Rück“: Abflusskonzentrationen über die östlich angrenzenden Hangflächen
  • Oberflächenabfluss in der Verlängerung der Straße „Merscheider-Weg“
  • Veldenzer Straße,: neuralgischer, unterirdischer Punkt, das Kanalnetz betreffend

Ortsbegehung Lösnich

14. April 2021

Thema war u.a. der Böngertsbach, welcher im Oberlauf als naturnahes Gewässer durch bewaldetes Gebiet verläuft und der aufgrund dessen im Starkregenfall ausreichend Rückhaltevolumen bietet, um die Hochwasserspitzen, die in Richtung der Ortslage geleitet werden, zu entschärfen. Jedoch wurde im weiteren Verlauf des Bachlaufes ein Auffangbecken besichtigt, welches sich in einem unzureichenden Unterhaltungszustand befindet und im Ereignisfall ein hohes Risiko für den weiteren Abfluss darstellt. Hier gilt es im weiteren Projektverlauf die Zuständigkeiten zu klären, dem Unterhaltungsbedarf nachzukommen und die Funktionsfähigkeit der Anlage wiederherzustellen. Darüber hinaus bestehen Verbesserungspotenziale hinsichtlich der Unterhaltung vor den Durchlassbauwerken entlang des Gewässers. Ähnlich wie in Erden ist hier, im Hinblick auf eine erhöhte Beaufschlagung des Gewässers bei Starkregen, die Freihaltung der Durchlässe sowie die Gewässerabschnitte davor und danach, unerlässlich, um einen möglichst schadarmen Hochwasserablauf zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang ist die Zugänglichkeit zum Gewässer dringend erforderlich, sodass ggf. Vereinbarungen mit privaten Flächeneigentümern geschlossen werden sollten, um eine ordnungsgemäße Unterhaltung des Gewässerlaufs sicherzustellen.

Ein innerörtliches Gefährdungspotenzial ergibt sich durch die Straßen- und Wegentwässerung, die unter den Hangflächen verrohrt in Richtung der Ortslage geführt wird, vor dem Spielplatz im Umfeld des Neubaugebietes kurz offen läuft und dann verrohrt. Die Entwässerung könnte im Starkregenfall bereits am Wegedurchlass oberhalb versagen, sodass das Wasser unkontrolliert abfließen würde. Spätestens an der Verrohrung vor dem Spielplatz ist es wahrscheinlich, dass die ankommenden Wassermengen die Kapazität des Einlassbauwerks übersteigen und der daraus resultierende Rückstau mit einem oberflächlichen Abfluss in Richtung Bebauung einhergehen könnte. Diesbezüglich konnten bereits erste Optimierungsmöglichkeiten besprochen werden, die zur Entschärfung der Problemlage beitragen und die Situation im Starkregenfall möglichst lange funktionstüchtig erhalten können.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • die stark wasserführende Straße „Auf’m Witten“
  • das westlich an die Ortslage angrenzende (namenlose) Gewässer, welches im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße renaturiert wurde

Ortsbegehung Erden

8. April 2021

Zu Beginn der Begehung wurde der Flurentwässerungsgraben westlich der Ortslage in Augenschein genommen, welcher 2016 hochwasserführend war und auch über die Ufer trat. Der Abfluss potenzierte sich dann entlang des ohnehin wasserführenden Wirtschaftsweges, der parallel zum Graben läuft sowie dem Abfluss aus den Flächen und wurde über die Hauptstraße in den Ort eingetragen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Flächen oberhalb betrachtet und erste Maßnahmenvorschläge diskutiert. Im Wesentlichen zielen diese darauf ab, den Abfluss weitestgehend im Graben zu halten sowie den Starkregenabfluss über einen sogenannten Notwasserweg in Richtung Mosel abzuschlagen und die Weiterleitung in die Ortslage zu unterbinden. Eine solche Maßnahme wäre im Rahmen des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes förderfähig und könnte zur erheblichen Entschärfung der Gefahrenlage beitragen.

Als erheblich wasserführend wurden auch die Straßenzüge „Zur Kapelle“ und Fährstraße beschrieben, über die 2016 der Abfluss kniehoch hinwegrauschte und auch zu Rückstauproblemen auf Anliegergrundstücken führte. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Topographie ist hier vor allem die private Eigenvorsorge entscheidend, um das Schadensausmaß für die Objekte weitestgehend gering zu halten.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • den Blenterbach, inklusive der Durchlass- und Einlassbauwerke an den Wegen und Straßen
  • den Starkegenabfluss, der über die Straßen „Am Ehrenmal“ und Brückenstraße in Richtung der Straße „Am Moselufer“ weitergeleitet wird

Ortsbegehung Ürzig

5. März 2021

Neben dem Mosel-Hochwasser und den damit einhergehenden Konsequenzen wurden auch neuralgische Punkte fernab vom Gewässer thematisiert, die der Ortslage bei intensiven Niederschlägen (wiederholt) Probleme bereitet haben. An diesen Punkten treffen Abflusskonzentrationen auf die bebaute Ortslage, die sich infolge von Starkregen entwickeln und gemäß der Topographie weitergeleitet werden. Oftmals ist neben dem reinen Wasservolumen auch der Transport von (Boden-) Material aus dem Außengebiet sehr problematisch, denn dieses setzt die Straßeneinläufe zu, sodass der Abfluss inklusive Geröll in den Ort eingetragen wird. Dies passiert auch in Ürzig an vier markanten Stellen. 

Zu benennen sind hier

  • Altenberg-Straße 
  • Wirtschaftsweg/ Friedhof
  • Wirtschaftsweg/ Bereich „Würzgarten
  • K 62/ Römerstraße

Ortsbegehung Maring-Noviand

5. März 2021

Einer der ersten Begehungspunkte beinhaltete den Oestelbach, der Noviand in westlicher Ortsrandlage quert. Zum einen wurde von den örtlichen Vertretern auf das Treibgut als gefährdender Faktor für den Hochwasserabfluss hingewiesen und zum anderen wurden einzelne neuralgische Punkte entlang des Bachlaufs besichtigt, die über ein besonderes Schadenspotenzial für die bebaute Ortslage verfügen, beispielsweise der Brückendurchlass an der Bernkasteler Straße. Im Hochwasserfall trat das Gewässer bereits im Vorfeld zum Durchlass über die Ufer, sodass direkte Anlieger zu Schaden kamen. An dieser Stelle konnten seitens des projektbeauftragten Planungsbüros bereits erste Ideen zur Entschärfung der Problemlage geäußert werden. Hierbei war der Umstand entscheidend, dass sich der Abflusskorridor zum Durchlass hin stark verengt und fast schon trichterförmig auf diesen zuläuft. Dies birgt ein hohes Rückstaupotenzial, unabhängig von der Leistungskapazität des Durchlassbauwerks. Neben entsprechenden Anpassungen, die das Bachbett betreffen, ist es dennoch seitens der bereits betroffenen Anlieger notwendig, sich mit den Möglichkeiten der Eigenvorsorge auseinanderzusetzen, um das Objekt weiter zu schützen. In diesem Zusammenhang spielen auch private Materiallagerungen, Schuppen und Stege im unmittelbaren Gewässerumfeld eine wichtige Rolle (entlang des gesamten Gewässerlaufes),- diese können nämlich im Hochwasserfall abgetragen werden, den nächsten Durchlass zusetzen und somit den notwendigen Abfluss verhindern. Auf diese Thematik soll auch im Rahmen des noch ausstehenden Bürgerforums eingegangen werden.

Weitere Umsetzungsmöglichkeiten der Starkregenvorsorge ergeben sich grundsätzlich bei der Planung und Erschließung von Neubaugebieten. So auch im Fall des Neubaugebietes „Römerkelter“. Hier bietet es sich im besonderen Maße an, Vorsorge zu betreiben, und das Wissen über diffuse Abflusskonzentrationen, die über den Hang in Richtung des Bebauungsriegels geleitet werden, zu nutzen, um das Schadenspotenzial für die Anlieger möglichst gering zu halten. Eine Option bieten sogenannte Abflusskorridore, die zwischen den Grundstücken freigehalten werden, um den Abfluss (im Notfall) möglichst schadarm in Richtung des Oestelbaches abzuleiten.

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • den Mühlengraben und die Klostermühle Siebenborn
  • die Weingartenstraße, welche bei Starkregen massiv mit dem Oberflächenabfluss der Weinberge beaufschlagt wird

Ortsbegehung Brauneberg

22. Februar 2021

Die Hochwasserproblematik ist aufgrund der Mosellage Braunebergs stets aktuell,- dies sollte auch den Anliegern der Nussbaumallee sowie der Moselweinstraße bewusst sein, sodass notwendige Vorkehrungen der Eigenvorsorge rechtzeitig getroffen werden. 

Neben der allgegenwärtigen Gefährdung durch Hochwasser wurde bei dem Vor Ort-Termin auch die Gefährdung durch Starkregenabfluss thematisiert und neuralgische Punkte in der Ortslage bzw. im Außengebiet besichtigt. Wichtige Orientierungspunkte lieferte, neben den Erfahrungsberichten der Ortskundigen, die Starkregengefahrenkarte. Diese kartographische Datengrundlage liefert Hinweise auf potenzielle Gefahrenstellen. Dies ist besonders hilfreich, wenn eine Ortslage noch keine nennenswerten Starkregenereignisse erfahren und somit begrenzte Erfahrungswerte vorzuweisen hat. Die in der Karte enthaltenen Darstellungen geben an, an welchen Stellen es bei Starkregen zu sogenannten Sturzfluten bzw. intensiven Abflusskonzentrationen kommen kann und liefern in Ergänzung zu den Erfahrungsberichten die wesentlichen Defizite, für die ein besonderer Handlungsbedarf besteht. 

Für Brauneberg wurden u.a. folgende Gefahrenlagen, ausgehend von Starkregenabfluss, aufgenommen:

  • Michelsgraben/ Mockenbach: bauliche Ausführung und Zustand des Einlassbauwerks an der „In der Lay“-Straße; Unterhaltungszustand des Gewässers
  • Entwässerungsrinne Boorgasse/ Überlastung des Einlassbauwerks oberhalb der Dusemonder Straße
  • diffuser Abfluss über die Hangflächen in Richtung der Straße „Auf Mayers Wies“
  • Unterhaltungszustand des Rückhaltebeckens oberhalb der Sportanlage

Ortsbegehung Kleinich

14. Oktober 2020

Am 14. Oktober 2020 stand die erste Sichtung von bekannten Problemlagen in der Ortsgemeinde Kleinich an. Zu den Teilnehmern gehörten der Ortsbürgermeister Burkhard Born, der Wehrführer und die einzelnen Ortsvorsteher der acht gemeindeeigenen Ortslagen sowie das projektbeauftragte Planungsbüro Hömme.

Neben den Erfahrungen der ortskundigen Teilnehmer auf der Basis vergangener (Stark-) Regenereignisse diente die sogenannte Sturzflutgefahrenkarte als Orientierungshilfe bei der Identifikation (potenziell) kritischer Punkte. Hierbei wurde der Blick auch auf Ereignisse größeren Ausmaßes gerichtet, als die einzelnen Ortsteile in der Vergangenheit erfahren haben, die jedoch künftig in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen werden.

Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • das Regenüberlaufbecken in Oberkleinich, welches sich vor der Umsetzung befindet
  • den Starkregenabfluss über die östlich an Oberkleinich angrenzenden, ackerbaulich genutzten Flächen 
  • die Hangflächen, südlich der Ortslage Kleinich, die in Richtung der Bebauung entwässern und den Zustand der dort befindlichen Entwässerungseinrichtungen
  • Abflusskonzentrationen entlang der K 106 in Thalkleinich, welche von den nördlich an die Bebauung angrenzenden Flächen gespeist wurden

Ortsbegehung Kueser Plateau

23. September 2020

Der Fokus lag zunächst einmal auf der Problemursache, sodass im ersten Schritt zunächst einmal die oberhalb der Bebauung angrenzenden Waldflächen mit dem zuständigen Revierförster Martin Hermanns begutachtet wurden. Als besonders problematisch wurde festgehalten, dass eben diese Flächen sehr gezielt in ein Grabensystem entwässern, welches unmittelbar an den nordwestlichen Bebauungsriegel angrenzt. Dies gilt es künftig zu vermeiden und den Abfluss vielmehr bereits im Vorfeld in der Fläche zurückzuhalten. Hierzu konnten vor Ort bereits einige Potenziale festgehalten werden, die es im weiteren Projektverlauf hinsichtlich ihrer Realisierung zu prüfen gilt. 

Im Anschluss an den Termin mit dem Forst erläuterte der 1. Beigeordnete Alfred Port anhand der Erfahrungswerte eines Bewohners das innerörtliche Gefahrenbild im Starkregenfall. Neben der bereits erfassten Schadenspotenziale entlang des Nachtigallenweges, wurde ein bei Starkregenabfluss neuralgischer Straßenabschnitt des Amselweges besichtigt. 

Ortsbegehung Bernkastel und Kues

24. August 2020

Bei der Ortsbegehung vertreten waren der städtische Bauhof, die VG-Werke, die örtlichen Feuerwehren sowie Alfred Port, als 1. Beigeordneter, in Vertretung des Stadtbürgermeisters Wolfgang Port. Zu den wesentlichen Problembereichen, die im Zuge der Begehung gezeigt und beschrieben wurden, zählten die innerörtlich größtenteils verrohrten Gewässer Bernkastels und die wasserführenden Straßenzüge Weingartenstraße und Kardinalstraße auf der Kueser Moselseite, welche bei Starkregen bzw. intensiven Niederschlägen durch Abflusskonzentrationen westlich und nördlich der bebauten Ortslage, oberhalb des Friedhofs, gespeist werden. Hinsichtlich der potenziellen Gefährdung durch übertretende Gewässer ist u.a. der Kallenfelsbach zu benennen, welcher im Ereignisfall erhebliche Mengen an Treibgut und Geröll führt, was zum einen zur Überlastung der Einlassbauwerke bzw. zu Verklausungen im Bachbett und infolge zum Übertreten des Gewässers führen kann. Dies war für den Kallenfelsbach im Jahr 2003 bereits der Fall: mitgeschwemmtes (Holz-) Material aus dem Einzugsgebiet verkeilte sich an einem privaten Steg, wodurch das Gewässer auf die Kallenfelsstraße gelenkt wurde und über die Römerstraße in Richtung Marktplatz floss. Hierbei wurden enorme Mengen an Geröll transportiert. In diesem Zusammenhang wurde weiter oberhalb der nach diesem Ereignis eingerichtete Geröllfang besichtigt. Hier besteht Unterhaltungsbedarf, sodass die Anlage bei der nächsten extremen Beaufschlagung funktionstüchtig ist und für eine Entlastung des unteren Gewässerabschnitts vor der Verrohrung sorgen kann. Außerdem wurden weitere Optimierungsansätze festgehalten und diskutiert, die es im weiteren Projektverlauf, in Abstimmung mit den entsprechend zuständigen Ansprechpartnern zu prüfen gilt.

Weitere Beobachtungspunkte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • den Tiefenbach inklusive des Geschiebefanges; auch dieser führt im Starkregenfall enorm viel Treibgut
  • Oberflächenabfluss in der Tiefenlinie oberhalb der alten Brauerei, welcher quer durch den Bebauungsriegel auf die Bundesstraße und weiter in die Mosel geleitet wird

ORTSBEGEHUNG WEHLEN

20. August 2020

Mit Ortsvorsteherin Getrud Weydert und dem Stadtbürgermeister Wolfgang Port wurden zunächst im Haus Kaspari die Gefährdungslage anhand des vorliegenden Kartenmaterials besprochen. Anschließend führten die Ortsvorsteherin und ein Vertreter der Verbandsgemeindewerke das Planungsbüro zu den neuralgischen Punkten im Ort und im Außengebiet oberhalb der Ortsumgehung.

Bereits bei deren Bau wurde darauf geachtet, das Oberflächenwasser, welches aus dem großen Außengebiet Richtung Ortslage abfließt, zu berücksichtigen und die Entwässerungseinrichtungen an der Landesstraße entsprechend zu planen. Hierzu wurde damals ein hydrologisches Gutachten durch den LBM erstellt, welches bei der weiteren Erarbeitung des Vorsorgekonzeptes als Grundlage dienen soll. Grundsätzlich hilft die Umgehungsstraße der Ortslage immens, da sie den direkten Abfluss der Gewässer und auch Abflusskonzentrationen durch Starkregen, innerhalb von Geländemulden und Tiefenlinien, in die Ortslage unterbricht. Die Ortslage selbst ist im Wesentlichen hochwassergefährdet durch die Mosel. Durch Starkregen besteht jedoch auch die Gefahr eines Übertretens des Krausbaches, der innerhalb des Orts in zwei Abschnitten – an der Straße Am Krausbach und oberhalb der Turnhalle – offen verläuft. Hier sollen innerhalb des Konzeptes das Gefährdungspotenzial abgeschätzt und Lösungen zur Entschärfung der Situation erarbeitet werden.

ORTSBEGEHUNG ANDEL

18. August 2020

Soeben fand die erste Ortsbegehung für die Stadt Bernkastel-Kues durch den Ortsteil Andel statt. Die einzelnen, bekannten Gefahrenlagen wurden vom Ortsvorsteher Uwe Hoffmann sowie mithilfe einiger Vertreterinnen und Vertretern der VG-Werke, des lokalen Bauhofes und des Ortsbeirates aufgezeigt und detailliert erläutert. Entlang des Bahndammes, von dem man einen Blick auf Veldenzer Straße hatte, die während diverser Niederschlagsereignisse als stark wasserführend beschrieben wurde, wurde das Planungsbüro über die Poststraße zur Waldstraße geführt, die bei vergangenen (starken) Regenfällen gezielt Wasser in die Ortslage eingetragen hat, wodurch einige Gebäude entlang des Straßenzuges betroffen waren. Gespeist wurde dieser Oberflächenabfluss von den Flächen oberhalb sowie aus dem übertretendem Goldbach, der infolge von Verklausungen im Bachbett über die die Ufer trat, sodass das Wasser sowohl über den Straßenzug selbst als auch über die angrenzenden Grünflächen der bebauten Ortslage zugeführt wurde. Im vergangenen Jahr kam erschwerend hinzu, dass sich ein Zaun entlang der Waldstraße zusetzte, sodass der Abfluss konzentriert und sturzflutartig die Straßen hinunter schoss. Eine Option, die zumindest hinsichtlich der Betroffenheit einiger Anlieger Abhilfe leisten könnte, besteht darin, die Bankette entlang des Entwässerungsgrabens regelmäßig abzuschälen sowie die vorhandene gepflasterte Mulde freizuhalten, um zumindest einen Großteil der Außengebietsentwässerung (wie vorgesehen) im Graben zu führen. Wesentlich wichtig ist auch die Betrachtung der Situation rund um den Goldbach (oberhalb der Waldstraße), des daran anschließenden Entwässerungsgrabens angrenzend zum Wohnviertel Akazieneck und weiterer Entwässerungseinrichtungen in diesem Bereich, um die Gefahrenlage der Waldstraße bereits im Vorfeld zu entschärfen. Diesbezüglich konnten einige Anhaltspunkte vom Planungsbüro Hömme dargestellt und erklärt werden, welche es im weiteren Projektverlauf auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen gilt. In diesem Zusammenhang wurden auch Maßnahmen festgehalten, die kurzfristig umgesetzt werden können und die die jeweils anwesenden Zuständigen entsprechend protokolliert haben. 

Weitere Inhalte der Ortsbegehung bezogen sich u.a. auf:

  • Starkregenabfluss über die Goldbachstraße
  • Betroffenheit durch Hochwasser
  • innerörtliche Neubauvorhaben mit Blick auf die Notwendigkeit der Berücksichtung der Starkregenvorsorge

Workshops Stadt BKS

Vorgesehen ist die Durchführung von vier Bürgerforen für die Bereiche Bernkastel-Kues, Andel, Wehlen und das Kueser Plateau. In den Ortsgemeinden wird ebenfalls jeweils ein separater Workshop für die Bürgerinnen und Bürger stattfinden. Die Termine dazu werden noch bekanntgegeben.

Die Workshops dienen zum einen als Informationsveranstaltung und zum anderen zur Mitarbeit. In Arbeitsgruppen sollen die bisherigen Erfahrungen bei Hochwasser und mit Starkregen zusammengetragen und über Verbesserungen diskutiert werden. Die Termine werden rechtzeitig öffentlich bekanntgemacht, eine kurze Zusammenfassung lesen Sie im Anschluss an die Veranstaltung hier.

Workshop Kueser Plateau

07. Oktober 2020

Der letzte städtische Workshop zum Vorsorgekonzept fand für das Kueser Plateau im Jugendheim in Kues statt. Die Teilnahme war sehr gering, dennoch informativ für alle Beteiligten und es konnten die wesentlichen neuralgischen Punkte aus der vorangegangenen Ortsbegehung bestätigt werden. Insgesamt 4 der 5 angemeldeten Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Nach einer kurzen Begrüßung seitens des Beigeordneten Alfred Port wurde in üblicher Manier das Wort an die Mitarbeiter des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme GbR übergeben. Es folgte eine Präsentation zu den Herausforderungen im Rahmen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge sowie zum Projektvorgehen. Ein weiterer Schwerpunkt zielte auf die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge ab und es wurden grob die diesbezüglichen Handlungsoptionen vorgestellt, um sich, im Falle der Bewohnerinnen und Bewohner des Kueser Plateaus, vor Starkregenabfluss zu schützen bzw. den Schaden möglichst gering zu halten.

Hinsichtlich der neuralgischen Punkte der Örtlichkeiten wurden die Erkenntnisse der Ortsbegehung seitens der Anwesenden gänzlich bestätigt. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf den Starkregenabfluss aus der westlich an das Baugebiet angrenzenden Waldfläche, die bereits bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Forst in Augenschein genommen wurde. Hier konnte das Fachbüro bereits erste Ansätze zur Entschärfung der Gefahrenlage erläutern, die es nun im weiteren Projektverlauf zu prüfen und im Detail mit den lokalen Zuständigkeiten abzustimmen gilt. Darüber hinaus wurde der Starkregenabfluss im Drosselweg und Amselweg von den Anliegern thematisiert, von welchem diese fast oder bereits betroffen waren und zu Schaden gekommen sind.

Workshop Wehlen

23. September 2020

Zum Workshop fanden sich insgesamt 17 Personen in der Turnhalle Wehlens ein. Die übliche Durchführung der Veranstaltung mit Präsentation und anschließender Gruppenarbeit musste coronabedingt verändert werden, um die Hygieneauflagen erfüllen und die notwendigen Abstände einhalten zu können.

Nach der Begrüßung seitens der Ortsvorsteherin Gertrud Weydert übernahm Caroline Liebscher, Mitarbeiterin des projektbeauftragten Planungsbüros Hömme GbR, das Wort und erläuterte die Herausforderungen, die Hochwasser- und Starkregenereignisse mit sich bringen. Darüber hinaus wurde im Vortrag das Projekt bzw. die Projektvorgehensweise vorgestellt und das notwendige Zusammenspiel zwischen öffentlicher und privater Vorsorge erklärt. Aus diesem Grund wurde auch das Thema der privaten Eigenvorsorge explizit angesprochen: Wer muss sich schützen? Was kann man tun? Wie verhalte ich mich im Ernstfall? Worauf muss ich achten?

Daran anschließend wurden den Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern die bereits bei der Ortsbegehung festgestellten Problemstellen präsentiert, um diese dann gemeinsam zu beleuchten und weitere Hinweise und Anregungen entgegen zu nehmen. Zu den wesentlichen Punkten gehörten u.a.:

  • der Beckischbach (Zustand und Verlauf der Verrohrung)
  • die Entwässerungseinrichtungen der Ortsumgehung (Was passiert im Versagensfall?)
  • der sog. Thelengraben und der Waldgraben (Was passiert im Versagensfall der Durchlassbauwerke)
  • der Krausbach (Optimierungsbedarf des Einlassbauwerks, Verrohung unter der Hauptstraße, Gefährdung der Turnhalle)
  • Rückhaltemöglichkeiten bzw. deren Optimierung im Außengebiet
  • Rückstauproblematik innerorts

Workshop Andel

09. September 2020

Nach der Begrüßung durch den Ortsvorsteher Uwe Hoffmann erhielt Volker Thesen, Projektleiter des beauftragten Planungsbüros Hömme, das Wort und stellte den Anwesenden die zu behandelnde Problematik, die Projektvorgehensweise als auch wichtige Anhaltspunkte der Eigenvorsorge sowie des privaten Objektschutzes vor. Hinsichtlich der Herausforderungen wurde sowohl Aspekte der Hochwasser- als auch der Starkregenvorsorge näher beleuchtet. Thematisiert wurden vergangene Ereignisse und es wurde auch skizziert, was künftig potenziell passieren könnte. Umso wichtiger ist es, auch als Privatperson tätig zu werden und sein Eigenheim zu schützen. In diesem Zusammenhang wurden folgende Fragestellungen erläutert: Wer muss sich schützen? Was kann man tun? Wie verhalte ich mich im Ernstfall? Worauf muss ich achten?

Die anschließende Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern, welche üblicherweise in Gruppenarbeiten erfolgt, wurde coronabedingt anders gestaltet, um die geltenden Hygienauflagen erfüllen und die notwendigen Abstände einhalten zu können. So präsentierte Herr Thesen zunächst die Erkenntnisse und identifizierten Gefahrenlagen aus der vorangegangenen Ortsbegehung, woraufhin einzelne Wortmeldungen und Ergänzungen der Workshop-Teilnehmer aufgenommen, in Karten verortet und protokolliert wurden. Im Wesentlichen bezogen sich die Beiträge auf folgende neuralgische Punkte bzw. Bereiche, für die es im weiteren Projektverlauf Handlungsoptionen zu prüfen und mit den jeweils Zuständigen abzustimmen gilt:

  • Veldenzstraße
  • Waldstraße/ Poststraße
  • Freiflächen oberhalb der Waldstraße
  • Goldbach
  • Bernkasteler Weg/ Goldbachstraße
  • allgemein: innerörtliche Siedlungserweiterung

Workshop Bernkastel und Kues

2. September 2020

Der erste städtische Workshop zum Vorsorgekonzept fand für die beiden Stadtteile Bernkastel und Kues in der Güterhalle statt. Die Teilnahme war sehr gering, dennoch informativ für alle Beteiligten. Weniger als die angemeldeten 14 Personen fanden sich zum ersten der geplanten vier Workshops für die Stadt in der Güterhalle in Kues ein. Die übliche Durchführung des Workshops mit Präsentation und anschließender Gruppenarbeit musste coronabedingt verändert werden, um die Hygienauflagen erfüllen und die notwendigen Abstände einhalten zu können. 

Der Beigeordnete Alfred Port eröffnete die Veranstaltung in Vertretung des Stadtbürgermeisters und übergab Volker Thesen vom beauftragten Planungsbüro Hömme das Wort. In einer rund einstündigen Präsentation wurden die Anwesenden gleichermaßen über das Thema und das Projektvorgehen informiert als auch hinsichtlich der konkreten Gefährdungslage im Stadtgebiet bei Flusshochwasser und durch Starkregenabfluss sensibilisiert. Anschaulich verdeutlicht wurde anhand von Kartenmaterial und Foto-Dokumentationen vergangener Ereignisse, welche Erfahrungen bisher gemacht wurden und wie schlimm es dennoch kommen könnte. Aus diesem Grund wurde auch das Thema Eigenvorsorge explizit angesprochen: Wer muss sich schützen? Was kann man tun? Wie verhalte ich mich im Ernstfall? Worauf muss ich achten?

Anstelle der Gruppenarbeit an Arbeitstischen wurden zunächst die bereits erarbeiteten Problemstellen benannt und vorgestellt und anschließend dazu bestehende Erfahrungen im Plenum abgefragt. Ergänzend dazu wurden weitere Hinweise, Anregungen und neuralgische Punkte benannt, die im weiteren Verfahren durch das Planungsbüro betrachtet werden sollen. Im Wesentlichen sind bereits folgende Punkte erfasst, die im Konzept behandelt und für die Maßnahmen geprüft und bei Erfordernis definiert werden sollen:

  • Kallenfelsbach
  • Tiefenbach
  • Stadtteil Alte Brauerei
  • Schlossweg
  • Kapellenstraße/ Friedhof
  • Weingartenstraße und Kardinalstraße
  • Panoramastraße/ Rebschulweg