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Ortsbegehung Steinborn: Der schadarme Notabfluss ist das Ziel

15.01. 2020 — In Vorbereitung zum örtlichen Bürgerworkshop, der für Neunkirchen und Steinborn am 29. Januar stattfindet, trafen sich der Ortsvorsteher Hermann Gehrmann, Vertreter der Feuerwehr und Gemeindearbeiter sowie das Planungsbüro Hömme am gestrigen Dienstag , um Steinborn bezüglich erfahrungsgemäßer kritischer Gefahrenlagen zu inspizieren.

Grundsätzlich kommt dem Dauener Ortsteil besonders eine Tatsache zugute: Die Umgebung bzw. die umliegenden Flächen werden größtenteils als Grünland genutzt, was eine Bewirtschaftung hoher Niederschlagsmengen im Außengebiet begünstigt und das Entstehen gefährlicher Sturzfluten sowie entsprechende Bodenerosionsprozesse infolge von Starkregenereignissen mindert. Dieser Zustand ist in jedem Fall zu erhalten. Dementsprechend gilt es eine solche Empfehlung auch im Konzept zur Starkregen- und Hochwasservorsorge festzuhalten.

Trotz dieser günstigen Gegebenheiten konnte innerorts die ein oder andere riskante Gefahrenlage identifiziert und aufgenommen werden. So wurde der Hippersbach bzw. dessen Verrohrung als besonders kritisch benannt, da dieser im vergangenen Ereignisfall bereits die Verrohrung überströmt und zu erheblichen Schäden auf privaten Grundstücken geführt hat. Ursache hierfür wird insbesondere in der Tatsache gesehen, dass der Hippersbach einiges an Treibgut führt. Sowohl Baumstämme als auch Sand, grobes Schottermaterial bis hin zu großen Steinblöcken setzten den Rohreinlass zu, sodass die ankommenden Wassermassen oberflächlich Richtung Ortsmitte abflossen. Die Einlass-Situation sollte in jedem Fall optimiert werden, sodass der Durchlass im Ereignisfall möglichst funktionsfähig bleibt. Diesbezüglich begutachteten die Teilnehmer auch den Bachlauf oberhalb der bebauten Ortslage. Hier wurde die Möglichkeit eines einzurichtenden Treibgutfanges festgehalten, um vorab schon einmal grobes Material, aus dem Außengebiet kommend, zu filtern. Ergänzend wurden weitere mögliche Maßnahmen geäußert, die es nun im weiteren Projektverlauf, in Abstimmung mit den jeweiligen Zuständigkeiten, zu prüfen gilt. 

Als weitere erwiesene Risikolage wird die erhebliche Hangentwässerung, nordwestlich der Steinborner Bebauung, definiert. An dieser Stelle kam es in der Vergangenheit bereits zu erheblichem Oberflächenabfluss, der entweder auf direktem Weg oder gesammelt auf dem Wirtschaftsweg über den Fußweg seitlich des Friedhofs Richtung Ortslage gelangte. In diesem Zusammenhang ist darauf aufmerksam zu machen, dass diese Fließwege als gegeben anzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen sind, um das Wasser in diesem Fall dann möglichst schnell und schadarm durch die Ortslage zu leiten. Hier sei auch auf die Notwendigkeit der privaten Eigenvorsorge zu verweisen.

Die soeben gezielte, möglichst schadarme Weiterleitung des oberflächlichen Abflusses könnte auch anderer Stelle eine wesentliche Rolle spielen. So floss das Wasser nämlich von der Straße Am Hippersbach, über die Steinborner Straße und konnte hier jedoch nicht konsequent in der Straße geführt werden. Das Wasser floss folglich über einen niedrigen Bordstein auf private Grundstücke und es kam aufgrund der Geländemodellierung zu einem Einstau dieser Flächen. Bei näherer Betrachtung der Ausgangssituation lag eine effektive Problemlösung nahe, die es im weiteren Verlauf der Maßnahmenentwicklung zu überprüfen und die es mittels flankierender Maßnahmen auszubauen gilt.

Des Weiteren wurden in Steinborn u.a. folgende Gefährdungslagen bzw. Beobachtungen aufgenommen:

  • wasserführender Fußweg von Am Brünnchen zu Steinborner Straße, inklusive des nicht funktionstüchtigen Einlasses am unteren Ende des Fußweges
  • Flächennutzung auf dem Asseberg

Die bei der Ortsbegehung gewonnenen Erkenntnisse liegen nun protokolliert vor und werden im weiteren Projektverlauf einer weitergehenden Betrachtung bzw. Überprüfung unterzogen. Im nächsten Schritt sind die Erfahrungen und Einschätzungen der Steinborner Bürgerinnen und Bürger zu erfassen, um die Datengrundlage zu verfeinern und entsprechend adäquate Maßnahmen zu formulieren. Der gemeinsame Workshop zum Projekteinstieg für die Ortsgemeinden Steinborn und Neunkirchen findet am 29. Januar 2020, um 19 Uhr im Bürgerhaus Neunkirchen statt.

Für die Teilnahme an den Workshops bitten wir vorab um Anmeldung. Anmelden können Sie sich per Telefon unter 06507 / 99 88 3-0 oder per E-Mail an info@vgdaun.hochwasserschutz-konzept.de oder unter Kontakt.